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	<title>ICH / DU // IHR /// .DE</title>
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	<description>Just another WordPress weblog</description>
	<pubDate>Mon, 07 Jul 2008 15:20:59 +0000</pubDate>
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		<title>Ich bin im dunklen Tunnel gewesen</title>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 17:39:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Meier</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie fühlt sich beobachtet. In der eisernen Gefängnistür öffnet sich eine Klappe. Ein fremdes Auge lugt in die kleine Zelle mit Holzpritsche, einem Stuhl und einem kleinen Tisch. Das Auge gehört einem unbekannten Mann, der sie beobachtet, wenn sie sich wäscht, auf die Toilette geht oder sich übergeben muss. Sie zwingt sich die Pupille zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie fühlt sich beobachtet. In der eisernen Gefängnistür öffnet sich eine Klappe. Ein fremdes Auge lugt in die kleine Zelle mit Holzpritsche, einem Stuhl und einem kleinen Tisch. Das Auge gehört einem unbekannten Mann, der sie beobachtet, wenn sie sich wäscht, auf die Toilette geht oder sich übergeben muss. Sie zwingt sich die Pupille zu ignorieren, die alle vier Minuten hinter der Eisenklappe erscheint. Sie darf nicht daran denken, sonst wird sie verrückt.</strong> </p>
<p>„Was sollte ich denn machen, platzen? Drei Jahre hatte ich keine Intimsphäre in der Haft“, sagt die Frau mit den weißen Haaren und der Schirmmütze über den Augen und blickt durch die Luke ihrer Zelle im ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit Berlin Hohenschönhausen. Edda Schönherz war eine bekannte DDR-Moderatorin, bis sie sich im Ungarnurlaub nach der Ausreise in den Westen erkundigte. Wegen staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme verurteilt sie die Stasi zu drei Jahren Haft. Vor dem Urteil sitzt sie ein halbes Jahr in Untersuchungshaft und ist völlig isoliert. Nie sieht sie ihre beiden Kinder. Die sind damals erst elf und zwölf Jahre alt. „Es war, als ob man mir etwas aus dem Leib reißt. Ich konnte meine Kinder nicht beschützen. Das war als Mutter das Fürchterlichste für mich“, sagt Schönherz. </p>
<h3>Jede Führung eine Reise in die Vergangenheit</h3>
<p>Als Zeitzeugin arbeitet sie einige Tage in der Woche in ihrem alten Gefängnis, das heute eine Gedenkstätte ist. Ein halbes Jahr lang war sie dort als Häftling völlig isoliert. <img src="http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/eddaportrait_268_168.jpg" alt="Edda Schoenherz wohnt wieder in Berlin. Von Bettina Meier" /> Im Gegensatz zu damals ist Schönherz nun nicht mehr allein, wenn sie ihre alte Zelle betritt. Sie führt Gruppen von Besuchern durch die Gänge. Dabei ist jede Führung zugleich eine Reise in die Vergangenheit und eine Therapie. „Ich wollte wissen, wo ich war“, sagt Schönherz. Bei einem Besuch des alten Gefängnisses im Jahr 2001 reicht ihr der Vortrag einer Historikerin vor Ort nicht. Sie erklärt den Besuchern lieber selbst, wie sie damals genug von der Zensur in ihrem Beruf hatte. „Als Journalistin wurde ich bevormundet. Wenn jemand ins falsche Fach griff und einen falschen Beitrag machte, dann war er weg von der Bühne“, sagt Schönherz. </p>
<h3>Da drin bist Du niemand mehr</h3>
<p>Heute ist Schönherz 64 Jahre alt. Noch einmal öffnet sie die Zellentür. „Da drin bist Du niemand mehr“, sagt sie und schaut durch die Gitterstäbe. Als Häftling ist sie nur eine Nummer, die Zwei aus der 104. So nimmt ihr die Staatssicherheit ihre Identität. Als ein Wärter sie einmal mit ihrem Namen anspricht, muss sie weinen. Als Häftling trägt sie einen alten blauen Trainingsanzug von der Armee und karierte Latschen. Die sind ihr zwei Nummern zu groß. Sie hat keinen Spiegel, kann sich lange nicht selbst sehen. Sie verliert ihr Körpergefühl. Die Periode bleibt aus. Die Haare verwildern und die Nägel wachsen. So tritt sie mehrmals pro Woche einem Vernehmer gegenüber, der sie verhört. Der ist ein großer Mann mit Anzug, Schlips und guten Schuhen. Er sagt ihr, dass sie früher auf dem Bildschirm besser ausgesehen hat und versucht ihr das Selbstbewusstsein zu nehmen. Der unbekannte Vernehmer ist ihr einziger Kontakt im Gefängnis. „Das erlebt man auch bei einer Geiselhaft“, sagt Stefan Trobisch-Lütge. Er ist Diplompsychologe der Beratungsstelle Gegenwind in Berlin. Seit 1995 betreut er dort ehemalige Häftlinge der DDR. „Der Häftling konzentriert sämtliche Ängste und Hoffnungen auf diesen einen Menschen und liefert sich völlig aus“, fügt er hinzu.</p>
<h3>Das Ziel den Menschen zu brechen</h3>
<p>„Die Stasi nannte das Operative Psychologie. Das reichte von Isolationshaft, Psychospielen, Dunkelzellen bis zur Gummizelle“, sagt Trobisch-Lütge. <img src="http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/kette_klein.jpg" alt="Gittertuer. Von Bettina Meier" /> Ziel war es, den Menschen zu brechen, um ihn später als Spion einsetzen zu können. „Die Häftlinge haben sich total entmachtet gefühlt und wussten oft nicht, was sie Böses getan haben“, sagt Trobisch-Lütge. Für die Verarbeitung eines solchen Traumas ist es aber gerade wichtig, dass sich der Häftling erklären kann, was er getan hat: „Nur dann kann er aktiv bleiben und in die Zukunft blicken.“</p>
<h3>Aus Frühstücksbroten wurden Dominosteine</h3>
<p>In der engen Zelle verliert Schönherz auch ihr Zeitgefühl. Das Brot, das sie zum Frühstück bekommt, kaut sie und baut daraus Dominosteine. Ihr Handtuch mit dem karierten Muster benutzt sie als Spielbrett. Doch diesen Zeitvertreib nehmen ihr die Wärter immer wieder weg. „Nicht mal mit einem Blick aus dem Fenster konnte ich mich ablenken“, sagt Schönherz und schaut zum Zellenfenster. Die Scheiben waren aus Milchglas und verhinderten, dass sie einen Baum oder einen Vogel sah: „In den Freigangzellen haben sie jeden Grashalm und jede Butterblume ausgerupft, denn die hätten ja eine Freude bereitet.“ Am Tag muss Schönherz in der Zelle umhergehen oder auf dem Hocker sitzen, darf sich nicht anlehnen. Von 22 Uhr bis sechs Uhr morgens muss sie mit dem Gesicht nach oben auf der Pritsche liegen. Es gibt keine Zeitung, keine Bücher, keinen Stift, kein Blatt Papier, kein Radio. </p>
<h3>Permanenter Schlafentzug macht ohnmächtig</h3>
<p>In einem Kasten über der Tür blinkt im Fünf-Minutentakt eine Glühbirne auf. Sie erlebt permanenten Schlafentzug. <img src="http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/dunkelzellentuer_klein.jpg" alt="Blick in die Dunkelzelle. Von Bettina Meier" /> Wenn sie sich umdreht, um zu schlafen, knallt ein Wächter solange mit dem Türriegel, bis sie wieder wach ist. Sie kommt an einen Punkt, wo sie fast ohnmächtig wird. Dann lauscht sie auf die Geräusche. „Frauen schreien nach ihren Kindern, als sie in die Zellen geschoben werden. Dann hören sie abrupt auf, weil sie eine Injektion bekommen. Dann sind da noch die Stiefel der Genossen, die im Gang auf und ab rennen“, erklärt Schönherz und zeigt in den engen Gefängnisflur, wo immer noch Alarmdrähte installiert sind. </p>
<h3>Yoga hat geholfen</h3>
<p>Yoga hat Schönherz geholfen, sich in ihrer Isolation zu konzentrieren. „Sie haben mich beobachtet, wie ich Kopfstand vollführte. Dann konfiszierten sie meine Yogaliteratur aus meinem Haus“, sagt sie. Psychologe Trobisch-Lütge hat beobachtet, dass Häftlinge mit Bewältigungsstrategien vermeiden, verrückt zu werden. So entwickelt der Verstand einen Mechanismus, um mit der Reizüberflutung in Extremsituationen umzugehen. „Manchmal half der Gedanke an die Familie, eine politische Idee oder Religion, um mit dem Trauma der Haft und Isolation umzugehen“, sagt Trobisch-Lütge.   </p>
<h3>Ganz bewältigen kann man das nie</h3>
<p>Manchmal muss Schönherz in einen getarnten Kleinlaster steigen. Stundenlang fahren die Wärter mit ihr zu Verhören, Besuchsterminen oder in ein anderes Gefängnis. Es ist stockdunkel und sie wird durchgeschüttelt. Schönherz findet eine weitere Strategie: „Ich hab mir vorgestellt, ich geh durch einen dunklen Tunnel. <img src="http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/tunnelschoenherz_klein.jpg" alt="Edda Schoenherz im ehemaligen Gefaengnisgang. Sie stellte sich einen Tunnel vor, um durchzuhalten. Von Bettina Meier" /> Ganz am Ende des Tunnels sehe ich Licht und da will ich hin. Ich gehe dadurch, ohne rechts und links zu gucken. So habe ich einfach abgeschaltet. Doch ganz bewältigen kann man das nie.“</p>
<p>Noch heute leidet Edda Schönherz unter Alpträumen. Zwanzig Jahre hat es gedauert, bis sie über die Zeit in der Einzelhaft sprechen konnte. Der Rollenwechsel als Zeitzeugin hat ihr geholfen. Heute hält sie den Schlüssel zu ihrer Zelle in der Hand. Im Verhörzimmer spielt sie die Rolle der Vernehmerin. „Viele Besucher drücken mir die Hand und sagen, dass sie so was noch nie gehört haben. Das ist eine Bestätigung. Das tut gut“, sagt Schönherz. Sie verneigt sich leicht vor der applaudierenden Gruppe. Sie will das Wissen vor allem an junge Leute weitergeben. Damit so etwas nie wieder passiert. </p>
<div class="box box2">
<h4>Mehr zum Thema:</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=148">Der Spion in meiner Zelle - Interview</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=145">Gefangen in Hohenschönhausen - Fotostrecke</a></li>
<p>Externe Links</p>
<ul>
<li><a href="http://www.stiftung-hsh.de/">Gedenkstätte Hohenschönhausen</a></li>
<li><a href="http://www.beratungsstelle-gegenwind.de/">Beratungsstelle für politisch Traumatisierte aus der DDR - Gegenwind</a></li>
</ul>
</div>
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		<title>Der Single von heute</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=91</link>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 17:30:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diane Arapovic</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer ist der Single von heute? Kinderfeind und Egoist oder Opfer des demographischen Wandels? Die Singleforschung versucht das Phänomen Single zu ergründen. ICH/DU//IHR///.DE hat sich mit dem Familienwissenschaftler Dr. Walter Bien über das Singlesein heute unterhalten.
Herr Bien, warum interessiert sich die Forschung für den Single? 
Seit einiger Zeit gibt es ja die Diskussion über den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer ist der Single von heute? Kinderfeind und Egoist oder Opfer des demographischen Wandels? Die Singleforschung versucht das Phänomen Single zu ergründen. ICH/DU//IHR///.DE hat sich mit dem Familienwissenschaftler Dr. Walter Bien über das Singlesein heute unterhalten.</strong></p>
<p><strong>Herr Bien, warum interessiert sich die Forschung für den Single? </strong></p>
<p>Seit einiger Zeit gibt es ja die Diskussion über den bevorstehenden Bevölkerungsrückgang in Deutschland. Ein Erklärungsmodell dafür ist die steigende Zahl der Singles. Man nimmt an, dass sich immer mehr Leute ins Singledasein zurückziehen und damit ihre Pflicht, Kinder in die Welt zu setzen, nicht erfüllen wollen. Alle Ergebnisse aber, die wir in dem Zusammenhang haben, zeigen etwas ganz anderes. Es gibt kaum Menschen, die für sich entscheiden: Ich will Single sein und ich will das mein ganzes Leben bleiben.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/singlegeschirrklfertig.jpg' alt='singlegeschirrklfertig.jpg' /></p>
<p><strong>Was bedeutet demnach Singlesein heute? In einem ZEIT-Artikel stand: &#8220;Single ist eine Beschönigungsformel für Lebensphasen der Einsamkeit und verzweifelter Partnersuche.&#8221; Würden Sie diesem Satz nach ihren Forschungsergebnissen zustimmen?</strong></p>
<p>Teils teils. Das Singlesein ist sehr oft eine Übergangsphase zwischen zwei Partnerschaften. Das heißt aber nicht, dass die Leute unbedingt unglücklich in diesen Phasen sind. Es heißt ebenso wenig, dass sie in jeder dieser Phasen unbedingt einen neuen Partner suchen. Es gibt zum Beispiel Menschen, die eine Partnerschaft hinter sich haben und erst einmal Zeit brauchen, um ihre Wunden zu lecken. Das bedeutet also, es gibt durchaus Zeiten im Leben, in denen man gerne alleine ist und alleine bleibt. Es gibt also innerhalb der Singles durchaus eine unterschiedliche Akzeptanz des Singleseins. </p>
<div class="box">
<h4>Definition Single</h4>
<p> Im weitesten Sinne bezeichnet &#8220;Single&#8221; alle Menschen, die in Ein-Personen-Haushalten leben, derzeit rund 14 Mio. in Deutschland. Zählt man nur die Menschen im mittleren Lebensalter (25-55 Jahre), bleiben 7 Mio. Davon haben etwa 4 Mio. (ca. 5 % der Gesamtbevölkerung)  keinen Partner.</p></div>
<p><strong>Der Anteil der allein lebenden Menschen liegt ungefähr bei fünf Prozent der Gesamtbevölkerung. Wie dramatisch ist diese Zahl und was bedeutet &#8220;Single-Gesellschaft&#8221; in diesem Zusammenhang?<br />
</strong> </p>
<p>Wir haben keine Single-Gesellschaft. Das ist zwar ein schönes Schlagwort, aber eines, das sich statistisch nicht nachweisen lässt. Singlesein ist eine Übergangsform, das heißt eine Lebensweise, die insbesondere dann, wenn die Bevölkerung älter wird, häufiger auftritt. In der Zeit, in der die Lebenserwartung nur 30 bis 40 Jahre betrug, war die Singlezeit entsprechend kürzer oder gar nicht vorhanden. Wenn die Lebenserwartung aber 80 bis 90 Jahre beträgt, dann kommen Singlephasen öfter vor.  Das ist wie bei der Ehe und einer möglichen Scheidung. 18 Jahre Ehe sind einfacher durchzuhalten als 60. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/profbienklein.jpg' alt='profbienklein.jpg' /></p>
<p><strong>Familiensoziologen sagen, dass Männer eher nach unten heiraten und Frauen nach oben. Aufgrund der steigenden Anzahl hoch qualifizierter, gebildeter Frauen muss das doch einen Einfluss auf die Zusammensetzung der heutigen Singles haben.</strong></p>
<p>Es ist tatsächlich immer noch so, dass Frauen eher nach oben und Männer nach unten heiraten. Auf der unteren Gesellschaftsebene finden Frauen schneller einen Partner als Männer. Daher haben wir auf der einen Seite eher arme und schlecht gebildete Männer, die übrig bleiben, auf der anderen Seite hoch gebildete Frauen. Ein Mitarbeiter einer Partnersuchagentur sagte einmal, eine Oberstudiendirektorin sei nicht vermittelbar. Aber dadurch, dass es immer mehr hoch qualifizierte Frauen gibt, wird sich das verändern. Das Bild des Mannes als Ernährer und der Frau als Hausfrau wird ja auch immer weniger gelebt. </p>
<div class="box">
<h4>Dr. Walter Bien</h4>
<p> ist Familienwissenschaftler am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München. Zuvor studierte er Psychologie, Pädagogik und Soziologie in Aachen. Er arbeitete an der Singularisierungsstudie des DJI mit und veröffentlichte mehrere Aufsätze zum Thema Singles.</p></div>
<p><strong>Wenn die Anzahl der Singles steigt, welche Folgen hat das für unsere Gesellschaft?</strong> </p>
<p>Die Singles sind nicht das Problem unserer Gesellschaft. Wir haben ein Problem des Übergangs ins Erwachsensein. Dieser Übergang verschiebt sich immer weiter nach hinten. Die Ausbildung dauert länger, die Platzierung im Erwerbsmarkt auch und dadurch wird es immer schwieriger eine Familie zu gründen. Am schlimmsten sind solche Entwicklungen übrigens in Süditalien,  Südspanien oder in Griechenland. Dort ziehen die Erwachsenen erst mit 30 bis 35 Jahren aus dem Elternhaus aus, entsprechend spät gründen sie eine Familie und bekommen Kinder. Je später man damit anfängt, desto weniger Kinder bekommt man. Das ist auch das Problem unserer Gesellschaft. Wenn man also etwas verändern wollte, macht es meiner Meinung nach wenig Sinn, sich auf die Singles zu stürzen und ihnen den Schwarzen Peter zuzuschieben. Man sollte eher den Übergang ins Erwachsensein erleichtern und somit auch die Familiengründung. Der niedrigen Geburtenrate wirkt man nicht entgegen, indem man die Lebensform Single verteufelt. </p>
<div class="box box2">
<h4>Singles heute</h4>
<p>Er geht auf Flirtpartys. Er träumt vom Glück. Er ist ein Single, der keiner mehr sein will. Bert auf der Suche nach der großen Liebe.</p>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=118">Single? Nein Danke</a>.</li>
</ul>
<p>Jammern ist nicht ihr Ding. Lieber das tun, was Spaß macht. Gudrun ist eine Single-Frau, die alleine glücklich ist. </p>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=119">Single? Hurra!</a></li>
</ul>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jederzeit zum Orgasmus</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=169</link>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 17:20:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carolina Quesada</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[Selbstbefriedigung ist die Basis für eine erfüllte Beziehung - sagt jedenfalls Val Lippert Velade. Die Sexualtherapeutin spricht auf ICH/DU//IHR///.DE darüber, warum Onanieren gut tut und ob Sex mit anderen überhaupt noch nötig ist.
Woody Allen sagt über Masturbation: &#8220;Das ist Sex mit jemanden, den ich wirklich liebe&#8221;. Wie finden Sie das?
Schön! Ich sehe Selbstbefriedigung als Ausdruck [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Selbstbefriedigung ist die Basis für eine erfüllte Beziehung - sagt jedenfalls Val Lippert Velade. Die Sexualtherapeutin spricht auf ICH/DU//IHR///.DE darüber, warum Onanieren gut tut und ob Sex mit anderen überhaupt noch nötig ist.</strong></p>
<p><strong>Woody Allen sagt über Masturbation: &#8220;Das ist Sex mit jemanden, den ich wirklich liebe&#8221;. Wie finden Sie das?</strong></p>
<p>Schön! Ich sehe Selbstbefriedigung als Ausdruck dafür, wie jemand mit sich selbst ist. Viele Frauen haben damit ein Problem, Männer zum Teil auch. Ich habe festgestellt, dass die Sexualität oft ein Abhängigkeitsverhältnis ist: Der andere muss mich befriedigen, weil ich es ja alleine nicht kann. Deshalb sehe ich Masturbation als Grundvoraussetzung für eine freiere Sexualität. Wie das Zitat sagt, drückt sich darin aus, dass ich mich selbst liebe. </p>
<div class="box">
<p><strong>Val Lippert Velade</strong> ist 40 Jahre alt. Seit 15 Jahren arbeitet sie als Sexualtherapeutin. In der Naturheilpraxis &#8220;Diamond Lotus Tantra Institut&#8221; in Berlin bietet sie Therapien und Seminare für Paare und Einzelpersonen an. Val Lippert Velade ist sechsfache Mutter und seit zwei Jahren verheiratet. Davor hat sie in einer wechselnden Dreierbeziehung gelebt.</p>
</div>
<p><strong>Soll das heißen, wenn wir nicht masturbieren, lieben wir uns nicht?</strong></p>
<p>Ja. Ich sehe die Selbstliebe als Spiegel dafür, wie es uns im Innersten geht. Manche Frauen fühlen oder spüren nichts, wenn sie sich selbst berühren. Das bedeutet, dass etwas im Gefühlsleben blockiert ist. Dass sie sich nicht gut finden, wie sie sind. Dass sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Oder dass die Tabus zu stark sind. </p>
<p><strong>Können wir uns selbst genügen?</strong></p>
<p>Warum nicht? Es gibt Phasen im Leben, in denen jemand sich selbst genug sein kann. Das sage ich ohne Wertung. Das ist weder gut noch schlecht. Ich denke, es ist wichtig, dass die Sexualität überhaupt im Fluss ist, ob nun mit sich allein oder mit jemand anderem. Sexualität ist etwas Zwischenmenschliches – aber nicht zu jeder Zeit und überall. Ich sehe die Selbstliebe als Basis für Sex mit anderen Menschen. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/masturbationklein.jpg' alt='masturbationklein.jpg' /></p>
<p><strong>Warum ist Sex mit anderen dann überhaupt noch nötig?</strong></p>
<p>Es ist ein Lustfaktor, der viel mit Kommunikation zu tun hat. Das ist evolutionsgeschichtlich und kulturgeschichtlich verankert. Wenn ich immer nur mit mir selbst rede, ist es natürlich einsam. So ist das auch beim Sex. Außerdem ist Sexualität eine Grenzüberschreitung. Bei der Masturbation bleibe ich innerhalb meiner Grenzen. Es ist viel schwieriger, die Kontrolle loszulassen, also sich hinzugeben, weil ich meine Bewegungen selbst steuere. Partnersex dagegen bietet die Möglichkeit, sich ganz anders zu erfahren. Wir haben die Möglichkeit, uns unkontrolliert gehen zu lassen und dadurch in andere Sphären zu geraten.</p>
<p><strong>Können wir beim Masturbieren etwas falsch machen?</strong></p>
<p>Frauen würde ich raten, nicht zu lange Nägel zu haben, weil sie sich verletzen können. Außerdem ist es wichtig, das richtige Gleitmittel zu verwenden. Parfümierte Öle können die Schleimhaut schädigen. Neutrale Öle wie Sonnenblumen- oder Olivenöl sind besser. Ich empfehle silikonhaltige Gleitmittel. Die bleiben ganz lange gleitfähig, werden nicht pappig und geben ein angenehmes Gefühl. Vor allem sollte sich niemand selbst unter Leistungsdruck setzen. </p>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=99">Neosex – das Interview</a>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=101">Polygamie reloaded</a></li>
</li>
</ul>
<h4>Externe Links</h4>
<ul>
<li><a href="http://www.diamond-lotus.de/">Naturheilpraxis &#8220;Diamond Lotus Tantra Institut&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.schoener-onanieren.de/">schoener-onanieren.de</a></li>
</ul>
</div>
<p><strong>Ist Masturbation in einer glücklichen Beziehung nicht überflüssig?</strong></p>
<p>Das eine schließt das andere nicht aus. Das kann auch am selben Tag sein. Zum Beispiel: am Morgen Liebe mit dem Partner und zwischendurch sich selbst stimulieren. Es bietet auch die Möglichkeit einen Ausgleich zu schaffen, wenn die Bedürfnisse der Partner unterschiedlich sind. Wenn der eine öfter möchte und der andere weniger. Es lässt sich sogar miteinander verbinden. In der Paartherapie mache ich das manchmal. Die Intimität mit sich selbst integriere ich dann in die sexuelle Begegnung. Also: vor dem anderen oder mit Hilfe des anderen zu masturbieren. So können Tabus aufgelöst werden.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Einsamkeit – verflucht und gesucht. Vier Buchtipps</title>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 17:10:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Doris Anselm</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

		<category><![CDATA[Einsam]]></category>

		<category><![CDATA[Glücklich]]></category>

		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum ein Gefühl schmerzt so sehr wie die Einsamkeit. Sie quält Singles und Verheiratete, Kinder und Senioren. Sie kommt unerwartet: bei der Arbeit, auf der Party, im Bett. 
Für Manche wird sie zur ständigen Begleiterin, die hinter jeder verlassenen Straßenecke lauert. Andere dagegen wünschen sich nichts sehnlicher als Abgeschiedenheit - auch das oft vergeblich. Ratgeber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kaum ein Gefühl schmerzt so sehr wie die Einsamkeit. Sie quält Singles und Verheiratete, Kinder und Senioren. Sie kommt unerwartet: bei der Arbeit, auf der Party, im Bett. </strong></p>
<p>Für Manche wird sie zur ständigen Begleiterin, die hinter jeder verlassenen Straßenecke lauert. Andere dagegen wünschen sich nichts sehnlicher als Abgeschiedenheit - auch das oft vergeblich. Ratgeber gibt es zuhauf. ICH/DU//IHR///.DE hat einige von ihnen probegelesen. </p>
<p>Vier Bücher, vier Standpunkte zum Thema Einsamkeit. Vier Strategien, mit ihr umzugehen, sie loszuwerden, sie sich zur Freundin zu machen. Denn Einsamkeit ist Typsache.</p>
<div class="box box2">
<h4>Typsache Einsamkeit: Die Bücher</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=74"><strong>Für zarte Gemüter:</strong><br />
Einsamkeit überwinden. Von innerer Leere zu sich und anderen finden (Doris Wolf)</a> </li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=76"><strong>Für Eigenbrötler:</strong><br />
Die hohe Schule der Einsamkeit: Von der Kunst des Alleinseins (Mariela Sartorius)<br />
</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=79"><strong>Für Gründliche: </strong><br />
Jetzt geh ich&#8217;s an. Besseren Kontakt zu sich und anderen finden (Eva Wlodarek)</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=78"><strong>Für Spaßvögel:</strong><br />
Einsamkeit: Die Entdeckung eines Lebensgefühls (Ulf Poschardt)</a></li>
</ul>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Kein Kollege in Sicht</title>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 17:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kristin Joachim</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

		<category><![CDATA[bla bla]]></category>

		<category><![CDATA[Einsam]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit mit ihnen. Manche finden wir toll, andere eher merkwürdig. Sie singen Geburtstagsständchen für uns, verteilen Urlaubstipps und lenken gern mal von der Arbeit ab. Sie nerven, wenn sie unsere Witze nicht verstehen. Im schlimmsten Fall hassen wir sie: Kollegen. Ein Leben ohne sie ist fast undenkbar. Und trotzdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit mit ihnen. Manche finden wir toll, andere eher merkwürdig. Sie singen Geburtstagsständchen für uns, verteilen Urlaubstipps und lenken gern mal von der Arbeit ab. Sie nerven, wenn sie unsere Witze nicht verstehen. Im schlimmsten Fall hassen wir sie: Kollegen. Ein Leben ohne sie ist fast undenkbar. Und trotzdem wünschen wir uns manchmal einfach nur unsere Ruhe.</p>
<p>Aber es ist noch nicht zu spät! Wir können noch umsatteln. Vier Berufe, in denen garantiert kein Kollege um die Ecke biegt. </p>
<p></strong></p>
<div class="box box2">
<h4>Einsame Berufe</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=133">Fischer</a> </li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=136">U-Bahnfahrerin</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=146">Kranfüher</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=135">Schriftstellerin</a></li>
</ul>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wenn Du mal weg willst</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=68</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=68#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:50:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Klotz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

		<category><![CDATA[Allein]]></category>

		<category><![CDATA[Einsam]]></category>

		<category><![CDATA[Glücklich]]></category>

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		<description><![CDATA[ICH/DU//IHR///.de nimmt Dich mit: auf eine Paddeltour, zum Wandern und ins Kloster. Für jeden Zeitbeutel ist was dabei…
1 Tag im Paddelboot

Der Gosener Graben ist der Amazonas von Brandenburg. Kleine Flussläufe schlängeln sich durch eine wildromantische Landschaft. Das Ufer ist dicht bewachsen, die Bäume werfen kühle Schatten aufs ruhige Wasser. Außer Enten und Libellen begegnet Dir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ICH/DU//IHR///.de nimmt Dich mit: auf eine Paddeltour, zum Wandern und ins Kloster. Für jeden Zeitbeutel ist was dabei…</strong></p>
<h3>1 Tag im Paddelboot</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/268_paddeln-im-gosener-graben.jpg' alt='Gosener Graben' /></p>
<p>Der Gosener Graben ist der Amazonas von Brandenburg. Kleine Flussläufe schlängeln sich durch eine wildromantische Landschaft. Das Ufer ist dicht bewachsen, die Bäume werfen kühle Schatten aufs ruhige Wasser. Außer Enten und Libellen begegnet Dir hier niemand. Denn hier kommst Du nur per Paddelboot hin.</p>
<div class="box">
<h4>Bootsverleih Gosen</h4>
<p>Köpenicker Straße 3<br />
15537 Gosen<br />
Tel: 03362 / 820986<br />
Mai – August (September – April)<br />
täglich 9 – 20 Uhr (10 – 18 Uhr)<br />
Paddelboot 5€/Stunde (20€/Tag)</p>
<h4>Revierförsterei Fahlenberg</h4>
<p>Gosener Landstr. 101<br />
12559 Berlin<br />
Tel: 030 / 65940693</p>
<h4>Anfahrt</h4>
<p>A10 Abfahrt Erkner<br />
oder<br />
S Köpenick, Bus 369 bis Gosen/ Eiche
</p></div>
<p>Das Paddelboot gibt es bei Familie Lemke in Gosen. Der Bootsverleih hat täglich geöffnet, es sei denn, es regnet oder stürmt. Über den Großen Strom kommst Du direkt in den Gosener Graben. Hier kannst Du Dich einfach treiben lassen und die Route selbst bestimmen.</p>
<p>Im Frühjahr kann der idyllische Paddelausflug zur Sackgasse werden. Dann versperren umgefallene Bäume den Wasserweg. Wenn Du sicher gehen möchtest, kannst Du Dich an die Revierförsterei wenden und nachfragen, ob der Wasserweg frei ist.</p>
<h3>3 Tage Pilgern</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/268_muschel2.jpg' alt='Jakobsweg Muschel' /></p>
<p>Ja, auch in Brandenburg kannst Du auf dem Jakobsweg pilgern. Du musst ja nicht gleich bis nach Spanien. 130 Kilometer durch die Mark – das reicht, um einen klaren Kopf zu bekommen. Vielleicht ja auch für eine kurze Begegnung mit Gott.</p>
<div class="box">
<h4>Pilgerherberge an der Orgelwerkstatt</h4>
<p>Alte-Petershagener-Straße 4<br />
15236 Sieversdorf-Jacobsdorf<br />
Tel: 033608 / 49700</p>
<h4>Pilgerherberge Philippinenhof bei Müncheberg</h4>
<p>Landhaus Luckas<br />
Philippinenhof 7<br />
15374 Müncheberg<br />
Tel: 033432 / 74027</p>
<h4>Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft e.V.</h4>
<p>Tempelhofer Straße 21<br />
52068 Aachen<br />
Download Antrag Pilgerpass</p>
<h4>Buchtipp</h4>
<p>&#8220;Auf dem Jakobsweg in Brandenburg&#8221;<br />
Kolbitz, Murzik, Knefelkamp (Hg.)<br />
be.bra verlag, 2007
</p></div>
<p>Ausgangspunkt ist die Marienkirche in Frankfurt/ Oder. Zwei Routen stehen zur Auswahl. Nördlich über Müncheberg und Strausberg nach Bernau. Oder südlich über Booßen, Pillgram, Jacobsdorf, Briesen, Berckenbrück, Fürstenwalde, Möchwinkel, Stöteritzkamp nach Erkner. </p>
<p>Schlafen kannst Du in den Pilgerherbergen in Jacobsdorf und Müncheberg. Familie Scheffler bietet Dir in Jacobsdorf gegen eine kleine Spende Matratzenplätze an und ein Frühstück in der mit Wein bewachsenen Gartenlaube. Wer Lust hat, kann die Orgelwerkstatt besichtigen. Auch die Herberge in Müncheberg stellt einfache Schlafplätze und ein günstiges Frühstück bereit. Ausgekühlte Pilger können sich an einem Kamin wieder aufwärmen.</p>
<p>Wenn Du es richtig machen willst, brauchst Du natürlich einen Pilgerpass. Die Pfarreien, Kirchen und Pilgerherbergen stempeln Dir Deinen zurückgelegten Weg ab. Den Pilgerpass gibt es gegen eine kleine Spende bei der Deutschen Jakobus Gesellschaft.</p>
<p>Buen Camino!</p>
<h3>7 Tage im Kloster</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/268_heiligengrabe-kreuzgang.jpg' alt='Kloster Heiligengrabe' /></p>
<p>Unkraut jähten im Klostergarten, meditieren im Kreuzgang und tanzen gegen innere Blockaden: wenn Du Stress, Wut oder Trauer vergessen willst, bist Du im Kloster Heiligengrabe gut aufgehoben. In der grünen Idylle zwischen Pritzwalk und Wittstock/ Dosse lädt das Kloster zu einer besinnlichen und erholsamen Woche ein.</p>
<div class="box">
<h4>Kloster Stift zum Heiligengrabe</h4>
<p>Stiftsgelände 1<br />
16909 Heiligengrabe<br />
Tel: 033962 / 8080</p>
<h4>Anfahrt</h4>
<p>A24 Ausfahrt Pritzwalk/ Heiligengrabe<br />
A19 Ausfahrt Wittstock<br />
oder<br />
RE Richtung Wittenberge/ Wittstock bis Heiligengrabe<br />
20 Min. Fußweg zum Kloster
</p></div>
<p>Das Angebot für Dich reicht von Schweigeseminaren und Tagen der Stille über gemeinsame Gebete und Gesprächsrunden bis hin zum Bauen von Instrumenten.</p>
<p>Bei der Unterkunft hast Du die Wahl: eher klösterlich schlicht im &#8220;Wulffenhaus&#8221;. Hier werden Küche und Bad geteilt. Das frisch renovierte Fachwerkhaus bietet Platz für Familien und Gruppen bis zu 10 Personen. Oder Du wohnst im &#8220;Klosterhof&#8221;. Das Hotel bietet moderne Einzel- und Doppelzimmer und ein gemütliches Restaurant.</p>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema&#8230;</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=24">Allein durch Asien radeln</a></li>
<li>
<a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=194">Songs zum alleine hören</a></li>
</ul>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der durch die Wildnis radelt</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=24</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=24#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:40:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Sperfeld</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

		<category><![CDATA[Allein]]></category>

		<category><![CDATA[Glücklich]]></category>

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		<description><![CDATA[Frisch rasiert, braungebrannt, Designeranzug: Wie aus dem Ei gepellt sitzt Marco Altmann im Straßencafe. Der Berliner  Wirtschaftsingenieur hat sich zwischen zwei Terminen Zeit genommen. Für das Gespräch mit ICH/DU//IHR///.DE stellt er sogar das Handy ab. &#8220;Ich kann auch ohne das Ding&#8221;, sagt der 27-Jährige. Er schlürft seinen Milchkaffee. &#8220;Ganz im Hier und Jetzt zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frisch rasiert, braungebrannt, Designeranzug: Wie aus dem Ei gepellt sitzt Marco Altmann im Straßencafe. Der Berliner  Wirtschaftsingenieur hat sich zwischen zwei Terminen Zeit genommen. Für das Gespräch mit ICH/DU//IHR///.DE stellt er sogar das Handy ab. &#8220;Ich kann auch ohne das Ding&#8221;, sagt der 27-Jährige. Er schlürft seinen Milchkaffee. &#8220;Ganz im Hier und Jetzt zu sein, das ist die wahre Quelle des Glücks.&#8221;</strong></p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/extremradler-polen-m-mit-rad-und-zelt-vor-kuh-auf-weide-fur-lauftext-268x168.jpg' alt='Polen vor Zelt auf Wiese' /></p>
<p>Den Moment genießen - das hat Marco Altmann auf vielen Campingreisen gelernt. Seit Jahren zeltet er regelmäßig in Lappland und den Karpaten. Unter freiem Himmel gelinge es ihm, sich von den Zwängen des Alltags frei zu machen. Deutlicher als je zuvor habe er das auf einer extremen Radtour im Sommer 2007 gespürt.</p>
<h3>Vom Regenwald bis nach Sibirien</h3>
<div class="box">
<h4>Zur Person</h4>
<ul>
<li>geb. 1981 in Perleberg</li>
<li>Beruf: Wirtschaftsingenieur</li>
<li>Hobbys: Reisen, Triathlon</li>
</ul>
</div>
<p>Sechs Monate lang radelt der passionierte Triathlet durch die verschiedenen Vegetationen der nahezu unbesiedelten Weiten Asiens: Vom tropischen Regenwald auf Borneo, über das chinesische Himalaja-Gebirge und die karge mongolische Wüste Gobi bis zum Baikalsee im rauen Sibirien. &#8220;Ich hatte eine tiefe Sehnsucht nach Zeit ohne aktiven Inhalt. Obwohl - oder vielleicht auch gerade weil - zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben alles perfekt lief&#8221;, sagt Altmann. Mit dem Triathlon-Team in der Bundesliga, frisch verliebt und ein Einser-Diplom. Doch der Erfolg hatte seinen Preis. &#8220;Ende 2006 habe ich mich ausgebrannt gefühlt. Darum wollte ich mir noch vor dem Start in die stressige Karriere diesen Lebenstraum erfüllen.&#8221;</p>
<h3>Im Einklang mit der Natur</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/extremradler-mongolei-steppe-blick-aus-zelt-fur-lauftext-268x168.jpg' alt='Mongolei Blick aus Zelt zum Sonnenaufgang' /></p>
<p>Rund 150 Kilometer strampelt Marco Altmann im Schnitt pro Tag. Ausgestattet nur mit dem Nötigsten: Erste-Hilfe-Set, Wasserkocher, Moskitonetz. Täglich hat er drei existentielle Fragen zu klären: Wo fahre ich hin? Was esse ich? Wo kann ich schlafen? &#8220;Dieses einfache Leben in der Natur schafft Platz zum Denken und gibt ein Bewusstsein für neue Perspektiven.&#8221; Heimweh hat Altmann nicht. Aus größeren Städten sendet er per Email nur alle paar Wochen ein Lebenszeichen. Damit habe er vor allem auf seine Eltern Rücksicht genommen. &#8220;Ohne diese Verantwortung wäre ich sicherlich komplett abgetaucht&#8221;, sagt Altmann.</p>
<h3>Abenteuer gratis</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/extremradler-china-m-allein-auf-singletrack-im-himalaya-lauftext-268x168.jpg' alt='single track himalaja' /></p>
<p>In der Wildnis lauern allerdings auch Gefahren. Einmal habe er sich im Dschungel von Laos verfahren, berichtet Altmann. &#8220;Nach drei Tagen ohne Verpflegung musste ich erfahren, was echter Hunger ist. Zum Glück habe ich noch rechtzeitig ein abgelegenes Dorf erreicht.&#8221; Eine Gänsehaut habe er auch im Himalaja bekommen. Sein Rad fällt in einen fünf Meter tiefen Abgrund. &#8220;Die verbogenen Felgen hätten mich beinahe gezwungen, die Tour zu beenden. Mein Horrorszenario.&#8221; Altmann konnte das Rad jedoch notdürftig reparieren, um die 150 Kilometer bis zum nächsten Bus zu schaffen.</p>
<h3>Harte Schule</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/extremradler-china-tibet-strecke-m-mit-kind-lauftext-268x168.jpg' alt='Tibet M schaut mit Kind in Cam' /></p>
<p>&#8220;Seitdem weiß ich, dass ich überall auf der Welt klar komme. Es gibt keine Probleme, nur Lösungen.&#8221; Ob Wassermangel in der Wüste oder unbefahrbare Sandstraßen: nichts kann ihn mehr erschrecken. Aber die wichtigste Erkenntnis der Reise: Wie man den Menschen gegenübertritt, so kommt es zu 100 Prozent zurück. &#8220;Ein unvergessliches Erlebnis hatte ich in Vietnam. Ich habe mit einer Großfamilie Abendbrot gegessen. Anschließend hat sie darauf bestanden, dass ich mit ihnen in einem Bett schlafe. Mit der Isomatte auf dem Boden, das wäre in ihren Augen eine Beleidigung gewesen.&#8221; Allein diese Herzlichkeit sei die Reisestrapazen wert.</p>
<h3>Der eigenen Kultur neu genähert</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/extremradler-mongolei-m-in-steppe-mit-familie-und-pony-lauftext-268x168.jpg' alt='Mongolei M mit Familie und Pony in Steppe' /></p>
<p>Den erwarteten Kulturschock habe er überraschend bei der Heimkehr erlitten, berichtet Altmann. &#8220;Sich in unsere Gesellschaft  wieder einzufinden, das war die eigentliche Herausforderung.&#8221; Es hat gut einem Monat gedauert, bis er wieder im Alltag angekommen war, er abends nicht mehr ausschließlich an die Erlebnisse der Reise denken musste. Dass er sich wenig später doch von seiner Freundin getrennt hat, habe jedoch einen anderen Grund, beteuert Altmann.  </p>
<h3>Zukunftspläne</h3>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=117">Bildergalerie zur Radtour durch Asien</a></li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=68">3 Tipps für alle, die mal raus müssen</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=115">Liebe auf Distanz</a></li>
</ul>
<h4>Externe Links</h4>
<ul>
<li><a href="http://www.tourtransasia.de">Homepage von Marco Altmann</a></li>
</ul>
</div>
<p>Auf die Frage nach weiteren Reiseplänen winkt er ab: &#8220;Ich möchte jetzt erst mal im Beruf Fuß fassen.&#8221; Bei einem großen deutschen Flugunternehmen hat er einen neuen Job als Logistik-Ingenieur in Aussicht. Ganz schließt er ein neues Abenteuer aber nicht aus. &#8220;Eine Idee habe ich schon&#8221;, läßt er sich durch fragendes Nachbohren entlocken. Der Plan: Eine Tour vom Atlantik zum Pazifik, von Lissabon nach Wladiwostock. Die Route wäre mit 25.000 Kilometern fast doppelt so lang wie seine Asientour. Aber jetzt muss Marco Altmann erstmal zum nächsten Termin. Ein letzter Schluck Milchkaffee, er verabschiedet sich und schaltet sein Handy ein.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich liebe Dich! - Und Dich, und Dich&#8230;</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=101</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=101#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:33:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Kaiser</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

		<category><![CDATA[BEZIEHUNG]]></category>

		<category><![CDATA[INTERVIEW]]></category>

		<category><![CDATA[LIEBE]]></category>

		<category><![CDATA[PARTNER]]></category>

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		<description><![CDATA[Philipp Schiebler hat eine Vision: Er will mit so vielen Frauen zusammen sein, wie er lieben kann - zur gleichen Zeit. Um sich mit gleich gesinnten auszutauschen, hat der 24jährige Psychologiestudent in München einen Stammtisch für so genannte Polyamore gegründet. ICH/DU//IHR///.DE erzählt er, wie leicht er Eifersucht überwindet.

Was ist Polyamory?
Polyamory meint die bedingungslose Liebe zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Philipp Schiebler hat eine Vision: Er will mit so vielen Frauen zusammen sein, wie er lieben kann - zur gleichen Zeit. Um sich mit gleich gesinnten auszutauschen, hat der 24jährige Psychologiestudent in München einen Stammtisch für so genannte Polyamore gegründet. ICH/DU//IHR///.DE erzählt er, wie leicht er Eifersucht überwindet.</strong></p>
<div class="box">
<h4>Was ist Polyamory?</h4>
<p>Polyamory meint die bedingungslose Liebe zu mehr als einem Partner - bei Einverständnis aller Beteiligten. Der Begriff tauchte erstmals Anfang der 90er Jahre in den USA auf. Er setzt sich aus dem altgriechischen Begriff für viele (poly) und aus amor, dem lateinischen Wort für Liebe zusammen. Die polyamore Szene organisiert sich lose über Chatforen, Internetnetzwerke und Stammtische. Polyamore Partner leben ohne gesellschaftliche Zwänge und staatliche Regeln miteinander. Polyamory ist dabei ein weit gefasster Überbegriff für alle möglichen Formen der Mehrfachbeziehung: Von einer Frau mit vier Männern auf fünf Kontinenten bis zu fünf Männern mit zehn Frauen in einer Wohngemeinschaft ist alles möglich.</p></div>
<p><strong>Hallo Philipp. Wie viele Frauen liebst Du im Moment?</strong></p>
<p>Eine. – Aber die Frage ist unscharf formuliert. Beziehungen führe ich momentan mit einer. Empfindungen, die Liebe gleichkommen, habe ich aber mehreren gegenüber. Ich kann das nicht so scharf abgrenzen. Ich kann nicht sagen, die liebe ich total, und die weniger. Es gibt so drei oder vier Frauen, zu denen die Liebe groß genug ist, dass ich mir eine Beziehung vorstellen könnte.</p>
<p><strong>Hast Du vor, deine Beziehung um diese drei oder vier Frauen zu &#8220;erweitern&#8221;?</strong><br />
Wenn sich da etwas entwickelt, ja. Dazu zähle ich z.B. noch meine Ex-Freundin, die sich von mir getrennt hat, als ich ihr gesagt habe, dass ich polyamor leben möchte. Meine Gefühle zu ihr sind immer noch sehr ähnlich zu damals. Wobei ich schon verstehen kann, dass sie mit mir nichts mehr zu tun haben will auf dieser Ebene. Deshalb dränge ich sie auch zu nichts.</p>
<p><strong>Wie gehst Du das normalerweise an? Wie überzeugst Du eine Frau davon, mit Dir polyamor zu leben?<br />
</strong><br />
Indem ich es offen lege. Ich bleibe aber auf jeden Fall unverbindlich. Ich sage dann zum Beispiel: Ich habe mich in Dich verliebt, das bedeutet jetzt aber nicht, dass wir eine Beziehung anfangen müssen. Wenn sich daraus eine Freundschaft entwickelt, dann bin ich auch zufrieden. Es ist nicht so, dass, wenn ich eine Frau liebe, es immer eine Beziehung werden muss. </p>
<p><strong>Ich kenne das eher anders: Wenn ich einer Frau meine Liebe gestehe, dann sind wir danach entweder zusammen oder wir haben uns nicht mehr viel zu sagen.</strong><br />
Ich kann nach so einem Geständnis auch Gefühle auf freundschaftlicher Ebene transportieren. Zumindest haben sich meistens Freundschaften aus solchen Situationen entwickelt.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/polyflagge268.jpg' alt='Die Polyamory-Flagge (nach Jim Ewans)' /></p>
<p><strong>Kann man das lernen? </strong><br />
Das ist eine Typfrage.</p>
<p><strong>Lebt Deine aktuelle Freundin denn auch &#8220;poly&#8221;?</strong><br />
Nein. Aber sie kann nachvollziehen, dass ich so fühle. Sie hat sich aber bisher noch in keine weitere Person verliebt. Sie weiß nicht, ob sie polyamor ist oder nicht, weil sie es de facto nur theoretisch nachvollziehen kann, aber praktisch noch nicht erlebt hat. </p>
<p><strong>Lebten denn Deine Freundinnen früher polyamor?</strong><br />
Von den zwei Freundinnen, die ich parallel hatte, lebte eine auch polyamor. </p>
<p><strong>Mochtest Du den anderen Partner Deiner Freundin?</strong><br />
Ja. Ich habe ihn leider nie persönlich kennen gelernt, weil die Distanz zu groß war. Meine Freundin und ich führten eine Fernbeziehung, und ihr anderer Partner lebte in ihrem Wohnort. Auf einem Foto war er mir sofort sehr sympathisch.</p>
<p><strong>Ist sie mit ihm noch zusammen?</strong><br />
Leider auch nicht.</p>
<p><strong>Hat ein Mädchen mit dem du zusammen warst, schon mal vor Dir mit einem anderen Typen rumgeknutscht?</strong><br />
Ich habe das einmal mit einer meiner letzten Freundinnen erlebt. Und ich fand es toll. Ich fand es schön.</p>
<p><strong>Was daran?</strong><br />
Zum einen habe ich gemerkt, dass sie sich ein wenig ziert. Dass sie sich ein bisschen unsicher war, ob sie das jetzt machen kann oder nicht. </p>
<p><strong>Du hast sie also ein wenig in diese Richtung gelenkt?</strong><br />
Ja, ein wenig schon. Das ganze spielte sich auf einer Poly-Feier ab, auf der wurde viel und völlig durcheinander rumgeknutscht. Und dass sie sich da beteiligt hat, einen anderen Mann geküsst hat, fand ich schön. Da habe ich mich für sie gefreut, weil sie das einfach zugelassen hat.</p>
<p><strong><br />
Hast Du Dich denn ganz selbstlos für sie gefreut, oder auch ein bisschen für Dich, weil Dein Konzept aufgegangen ist?</strong><br />
Ein wenig. Es wäre heuchlerisch von mir, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich mich auch ein bisschen für mich gefreut habe. Aber die Tatsache, dass sie einen anderen Mann geküsst hat, hat in mir gar keine schlechten Gefühle ausgelöst. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/philipp268.jpg' alt='Philipp Schiebler, Vorsitzender des Polyamory Stammtischs in München' /></p>
<p><strong>Keine Eifersucht? </strong><br />
Nein. Überhaupt nicht.</p>
<p><strong>Kein Magengrummeln?</strong><br />
Nein, nein. Gar nicht.</p>
<p><strong>Keinen Schmerz? Keine Wut?</strong><br />
Auch nicht. Wir können jetzt alle Emotionen durchgehen. Ich werde die Frage immer mit nein beantworten. Ich war mir in dem Augenblick so sicher, dass das jetzt nichts Schlimmes zu bedeuten hat. Ich habe gesehen, dass es ihr Spaß macht, ihm Spaß macht. Mir war klar, dass unsere Beziehung dadurch in keiner Weise beeinträchtigt wird. Im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, dass sie mir durch die Teilhabe an meinem Konzept näher stand als je zuvor.</p>
<p><strong>Hast du auf dieser Feier mit jemandem rumgeknutscht?</strong></p>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=170">Interview mit einer Geliebten</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=65">Sex mit dem Ex</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=87">Sex im 21. Jahrhundert</a></li>
</ul>
<h4>Externe Links</h4>
<ul>
<li><a href="http://www.polyamorie-muc.de/">Stammtisch in München</a></li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Polyamory">Das sagt Wikipedia</a></li>
</ul>
</div>
<p> Ja. Mit zwei Mädels, glaube ich.</p>
<p><strong>Wie lebst Du in 50 Jahren?</strong><br />
Ich kann mir vorstellen, mit ein oder zwei Frauen Kinder zu haben. Mit diesen Frauen zusammen in einer Lebensgemeinschaft zu wohnen. Vielleicht nebenher noch Freundinnen zu haben, die ich seltener sehe.</p>
<p><strong>Auch mit einem Mann, der mit einer Deiner Frauen zusammen ist?</strong><br />
Das wäre auch möglich. Sexuell würde da nichts laufen, weil ich heterosexuell bin.</p>
<p><strong>Ich meinte eher, mit einem Mann, der mit ein oder zwei Deiner Frauen zusammen wäre.</strong><br />
Wenn das ein sympathischer Mensch wäre, dann wäre das für mich kein Problem.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Angst vor den anderen</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=66</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=66#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Klotz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

		<category><![CDATA[Allein]]></category>

		<category><![CDATA[Angst]]></category>

		<category><![CDATA[Einsam]]></category>

		<category><![CDATA[Krank]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie fürchtet sich, wenn ihr jemand auf der Straße entgegenkommt. In der U-Bahn setzt ihr Herzschlag aus und wenn sie auf der Arbeit mit Kunden redet, bekommt sie starken Reizhusten. Seit über 30 Jahren hat Gabi* diese Probleme und kann sie sich nicht erklären. 
Bis sie eines Tages im Fernsehen einen Bericht über soziale Angst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie fürchtet sich, wenn ihr jemand auf der Straße entgegenkommt. In der U-Bahn setzt ihr Herzschlag aus und wenn sie auf der Arbeit mit Kunden redet, bekommt sie starken Reizhusten. Seit über 30 Jahren hat Gabi* diese Probleme und kann sie sich nicht erklären. </strong></p>
<p>Bis sie eines Tages im Fernsehen einen Bericht über soziale Angst sieht. &#8220;Das war das erste Mal, dass ich von sozialer Phobie gehört habe und ich wusste sofort: das ist die Macke, die du die ganze Zeit mit dir rumträgst. Endlich hat das Kind einen Namen bekommen.&#8221;</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/268_hals.jpg' alt='Hals und Hände' /></p>
<p>Soziale Phobie – die Angst vor den anderen. Etwa vier Millionen Deutsche leiden an dieser psychischen Störung, die ihnen den Kontakt zu anderen Menschen nahezu unmöglich macht. Neue Untersuchungen sprechen sogar von acht Millionen Betroffenen.</p>
<p>Der Psychiater und Sozialphobie-Experte Dr. Andreas Ströhle sagt: &#8220;Nur ein ganz, ganz kleiner Teil der Menschen, die unter einer sozialen Phobie leiden, wissen, dass das eine Krankheit ist, die behandelt werden kann. Viele denken, dass sie einfach ein bisschen unsicherer und ängstlicher sind als andere.&#8221;</p>
<h3>Nach außen nett und freundlich, innen unter Hochspannung</h3>
<div class="box">
<h4>Sozialphobie</h4>
<p><strong>Symptome:</strong>  Erröten, Zittern, Herzrasen, Schwitzen, Atemnot, Verkrampfung, Sprechhemmung, Schwindelgefühle, Kopf- und Magenschmerzen, Panikgefühle<br />
<strong>Verbreitung:</strong> etwa 5% der Bevölkerung, nach neuen Untersuchungen sogar 10 %<br />
<strong>Ursachen:</strong> soziale Interaktion nicht erlernt, starker Vertrauensmissbrauch (bspw. verlassen worden zu sein), genetische Veranlagung<br />
<strong>Therapie:</strong> Psychotherapie/ kognitive Verhaltenstherapie, Medikamentöse Therapie mit Antidepressiva (SSRI)
</div>
<p>Gabis Schwierigkeiten im Umgang mit anderen fangen in der Schule an. Sie ist unsicher, findet keinen Anschluss, zieht sich zurück. &#8220;Ich hab einfach nicht gewusst, wie ich mich verhalten soll. Ich hätte ganz gerne Freunde gehabt. Aber ich hab` nicht verstanden, wie das richtig funktioniert.&#8221;</p>
<p>Jede soziale Interaktion bedeutet Stress. Gabi reißt sich permanent zusammen, muss die Situationen beherrschen. Sie steht innerlich unter enormer Anspannung, nach außen zeigt sie sich nett und gelassen. Die anderen dürfen ja nichts merken. &#8220;Ich habe mein Leben im Prinzip gespielt. Gelebt, wie hinter einer Maske. Es war nie so, dass ich entspannt mit jemandem geredet habe, den ich mag. Ich war irgendwie immer dabei, mich zu beobachten. Keine Fehler zu machen.&#8221;</p>
<h3>Der blockierte Weg</h3>
<p>Die panische Angst, aufzufallen, Fehler zu begehen, lenkt das Leben von Menschen mit sozialer Angst. Sie trauen sich nur wenig zu, nehmen sich aus Angst stark zurück und blockieren damit ihre Entwicklung. </p>
<p>Gabi verzichtet freiwillig auf das Abitur und ein Studium, obwohl sie sehr gut in der Schule ist. Allein die Vorstellung, mehr in den Vordergrund treten zu müssen, Referate zu halten, zum Studium die Stadt zu wechseln, vielleicht mal Menschen anleiten zu müssen, lässt sie innerlich verkrampfen. &#8220;Die ganze Entwicklung ist irgendwie gehemmt, wenn man nicht richtig mit Menschen umgehen kann. Ich hätte gerne das Abi gemacht. Aber ich konnte nicht. Im Nachhinein tut mir das sehr leid.&#8221;</p>
<h3>Zusammen und doch allein</h3>
<p>Menschen mit sozialer Angst ziehen sich oft stark von der Gemeinschaft zurück, so dass sie völlig isoliert leben. Dr. Ströhle sagt: &#8220;Sie leiden darunter. Sie haben das Gefühl, dass ihnen da was entgeht.&#8221;</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/268_frau-jalousie.jpg' alt='Frau guckt durch Jalousie' /></p>
<p>Außer ihren Eltern und einer Freundin, die sie nur am Wochenende sieht, hat Gabi kaum Bekannte. Wenn sie von den Nachbarn oder den Arbeitskollegen eingeladen wird, sagt sie lieber ab. </p>
<p>Mit Anfang 20 lernt sie Andreas kennen, eigentlich nur eine flüchtige Urlaubsbekanntschaft. Bei ihm verliert Gabi plötzlich die Anspannung und Angst, die sie sonst immer hatte. Andreas ist groß und kräftig, ein Ruderer, hinter dem sich Gabi verstecken kann. &#8220;Ich hab mir den passenden Partner zu meiner Macke gesucht.&#8221; </p>
<p>Die beiden heiraten und bekommen zwei Söhne. Doch die Ehe scheitert. Gabi klammert sich an die Beziehung und gibt sich die Schuld an den Problemen. &#8220;Ich hab gedacht, ich bin unzulänglich. Statt dass ich mal bei ihm sehe, dass er mal wieder mit einer Urlaubsbekanntschaft ins Bett gegangen ist.&#8221;</p>
<p>Scheidung, alleine mit zwei Kindern, halbtags der Job im Blumenladen – auf einmal kommt alles zusammen. Gabi kann plötzlich nicht mehr in den U-Bahnhof runtergehen, fürchtet sich vor den Leuten. Das Verkaufen im Laden fällt ihr immer schwerer. Sie hat Herzaussetzer und Schwindel, nach drei Stunden im Laden muss sie nach Hause.</p>
<h3>Das Kind bekommt einen Namen</h3>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema&#8230;</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=67">Charité-Psychiater über soziale Angst</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=154">Macht die Großstadt einsam?</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=22">Ausgrenzung erleben</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=72">Buchtipps für Einsame</a></li>
</ul>
<p>Externe Links</p>
<ul>
<li><a href="http://www.angstambulanz-charite.de">Die Angstambulanz der Charité</a></li>
</ul>
</div>
<p>Als Gabi den Bericht über soziale Ängste im Fernsehen sieht, ist sie bereits Ende 30. &#8220;Für mich war es sehr wichtig, endlich zu wissen, was ich da habe. Dass das auch einne Krankheit ist, habe ich in dem Moment akzeptiert. Ich habe mich in den Jahren ja auch nicht gesund gefühlt.&#8221;</p>
<p>Gabi ist seit drei Jahren in Behandlung. In vielen Einzelgesprächen hat sie ihre Ängste zum größten Teil abgebaut. &#8220;Erstmal war es eine Überwindung da hinzugehen und der Therapeutin alles zu erzählen. Aber ich habe mir gesagt, ich muss und will jetzt was verändern. Ich will die Welt um mich herum wieder vergrößern.&#8221;</p>
<h3>Der Traum: selbstbewusst wie ein Marktschreier</h3>
<p>Mittlerweile geht Gabi selbstbewusster und sicherer durch die Straßen. Manchmal hat sie noch dieses unangenehme Gefühl, wenn ihr jemand auf der Straße entgegen kommt. Und auch in einer vollen U-Bahn wird es für sie schwierig. Aber die Angst vor einem Rückfall ist nicht mehr da. So bald wie möglich möchte sie eine Gruppentherapie mit anderen Sozialphobikern beginnen.</p>
<p>&#8220;Ich möchte Freunde haben, möchte weggehen und mit fremden Menschen sprechen. Ich möchte wie ein Marktschreier sein. Die find ich so toll, wie die da rumstehen und allen Leuten ihre Sachen andrehen. Selbstbewusst und offen.&#8221;</p>
<p><em>*Name von der Redaktion geändert</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Eure Handys machen mich fertig!&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Schäfer</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

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		<description><![CDATA[Matthias (39) wehrt sich standhaft: &#8220;Ich will kein Handy haben! Die Leute machen sich zum Sklaven dieses Geräts und merken gar nicht, wie unentspannt sie werden!&#8221; Nancy (27) hat ihres abgeschafft und sagt: &#8220;Ich bin froh, den Stress los zu sein&#8221;. Vielen Menschen fällt es schwer, vernünftig mit dem Mobiltelefon umzugehen.
In vier von fünf Haushalten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Matthias (39) wehrt sich standhaft: &#8220;Ich will kein Handy haben! Die Leute machen sich zum Sklaven dieses Geräts und merken gar nicht, wie unentspannt sie werden!&#8221; Nancy (27) hat ihres abgeschafft und sagt: &#8220;Ich bin froh, den Stress los zu sein&#8221;. Vielen Menschen fällt es schwer, vernünftig mit dem Mobiltelefon umzugehen.</strong></p>
<p>In vier von fünf Haushalten gibt es mindestens ein Handy. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes darf sich ein junger Mensch ohne Handy eine große Ausnahme nennen. Aber es gibt sie noch: Was ist los mit den hartnäckigen Handy-Verweigerern? Sind das schwierige Fälle von Medien-Inkompetenz? </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/displayklein-19.jpg' alt='displayklein-19.jpg' />Sie stören sich daran, wie sehr das Mobiltelefon unseren Umgang miteinander verändert hat. &#8220;Das Handy hat immer Priorität!&#8221;, klagt Matthias. &#8220;Für seinen Besitzer ist es wichtiger als der Mensch, dem er gerade gegenüber sitzt. Jederzeit kann es klingeln und vibrieren, und schon wird das &#8216;reale&#8217; Gespräch unterbrochen. Viele sind so fixiert auf das Ding, dass sie ganz unruhig werden. Ich unterwerfe mich diesem Terror nicht!&#8221;</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/displayklein-6.jpg' alt='displayklein-6.jpg' />Die Vorteile des Mobiltelefons liegen auf der Hand: Man kann jederzeit und an fast jedem Ort miteinander in Kontakt treten, sich spontan organisieren oder eine liebe SMS verschicken, wenn man an jemanden denkt. &#8220;Es macht vieles einfacher!&#8221; sagt der Psychologe Horst Petri. &#8220;Ich glaube nicht, dass sich diese neuen Kommunikationsformen automatisch negativ auf unsere Beziehungen auswirken.&#8221;</p>
<p>Die Studentin Nancy sieht das anders: &#8220;Wenn Du es hast, nutzt Du es auch intensiv. Die Leute erwarten, dass Du erreichbar bist, sonst werden sie ungeduldig&#8221;. Sie ist überzeugt davon, dass es kaum möglich ist, den negativen Seiten des Handys zu entgehen: &#8220;Es bereitet Dir Stress. Diese Erreichbarkeit ist eine Belastung. Du kommst nie ganz zur Ruhe.&#8221; Auf diesen Druck hatte die &#8220;Aussteigerin&#8221; keine Lust mehr. Wer sie wirklich erreichen wolle, schaffe das auch ohne Mobiltelefon. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/displayklein-38neu.jpg' alt='displayklein-38neu.jpg' />&#8220;Für viele ist das Mobiltelefon zu einer Art Körperteil geworden&#8221;, sagt Kommunikationswissenschaftler Höflich. &#8220;Das kann man nicht mehr ablegen.&#8221; Und auch Psychologe Petri sagt, dass es beim Mobiltelefon die Gefahr einer suchtartigen Abhängigkeit gebe. Einig sind sich die beiden aber auch in der Einschätzung, dass man einen vernünftigen Umgang mit dem Mobiltelefon lernen kann. Das zeige sich schon daran, dass es nicht mehr chic sei, laut in der Öffentlichkeit zu telefonieren. &#8220;Das pendelt sich ein&#8221;, sagen die Professoren.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/displayklein-16.jpg' alt='displayklein-16.jpg' />Doch das braucht offenbar seine Zeit. Dass sich auch mancher erfahrene Handynutzer mit dem kleinen Gerät schwer tut, veranschaulicht eine SMS-Umfrage von ICH/DU//IHR///.DE: Auf die Frage &#8220;Wie hat das Handy Dein Leben verändert?“ antwortet eine 28-jährige: &#8220;Eine Verabredung zu treffen ohne ’wir telefonieren dann nochmal’ ist nicht mehr möglich.&#8221; Und eine 26-jährige schreibt: Das Leben ist viel durchsichtiger geworden, da man dauernd irgendwem erklärt, wo man gerade ist und was man macht. Nie hat man seine Ruhe. Und wenn, bekommt man später Vorwürfe, dass man ja gar nicht erreichbar gewesen sei.&#8221; Die Beziehung zum Handy ist oft eine Hassliebe.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/displayklein-36.jpg' alt='displayklein-36.jpg' />&#8220;Übersehen Sie aber nicht, dass diese neue Kommunikation auch Spaß macht! Dramatisch wird´s nur, wenn man den Aus-Knopf nicht mehr erkennt&#8221;, bringt Kommunikationswissenschaftler Höflich seine Einschätzung auf den Punkt. Der Professor selbst &#8220;vergisst&#8221; an fünf Tagen in der Woche sein Mobiltelefon zuhause, wie er sagt. Auch so kann man sich dem Kommunikationsdruck entziehen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bildergalerie: Radtour durch Asien</title>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Sperfeld</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach über 700 Stunden im Sattel rollt Marco Altmann wieder in Berlin ein. In seinen Beinen stecken mehr als 14.000 Kilometer. Auf dem Rad ist er einmal quer durch Asien gefahren: Vom Regenwald in Borneo über die Wüste Gobi in der Mongolei und das Himalaja-Gebirge in Tibet bis zum Baikalsee im rauen Sibirien. Der passionierte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach über 700 Stunden im Sattel rollt Marco Altmann wieder in Berlin ein. In seinen Beinen stecken mehr als 14.000 Kilometer. Auf dem Rad ist er einmal quer durch Asien gefahren: Vom Regenwald in Borneo über die Wüste Gobi in der Mongolei und das Himalaja-Gebirge in Tibet bis zum Baikalsee im rauen Sibirien. Der passionierte Triathlet hat seine Abenteuer-Tour durch die verschiedenen Vegetationszonen mit eindrucksvollen Fotos dokumentiert.</strong></p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g2-mongolei-steppe-blick-aus-zelt.jpg' alt='Steppe Blick aus Zelt' /><br />
Im März 2007 erfüllt sich Marco Altmann einen Lebenstraum. Er begibt sich auf eine Reise in die Natur.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g3-sandweg-mongolei-wuste-gobi.jpg' alt='Sandweg Mongolei' /><br />
Vor dem 27-jährigen Berliner liegen die einsamen Weiten Asiens.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g1-grosaufnahme-m-in-vietnam.jpg' alt='g1-grosaufnahme-m-in-vietnam.jpg' /><br />
Vietnam.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g4-marco-post-am-horizont-der-wuste-gobi-in-der-mongolei-teaser.jpg' alt='g4-marco-post-am-horizont-der-wuste-gobi-in-der-mongolei-teaser.jpg' /><br />
Hitze in der Wüste Gobi, Mongolei. Sonnenhut und Brille gehören dort zur absoluten Grundausstattung.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g5-mongolei-m-allein-in-wuste.jpg' alt='g5-mongolei-m-allein-in-wuste.jpg' /><br />
Bäume, die Schatten spenden: Fehlanzeige.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g6-mongolei-tierskelett-in-wuste-gobi.jpg' alt='g6-mongolei-tierskelett-in-wuste-gobi.jpg' /><br />
Für solche Strapazen ist nicht jeder gemacht. &#8220;Nur die Harten kommen in den Garten.&#8221;</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g7-mongolei-m-in-steppe-mit-familie-und-pony.jpg' alt='g7-mongolei-m-in-steppe-mit-familie-und-pony.jpg' /><br />
Begegnungen in der mongolischen Steppe.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g8-china-tibet-m-allein-auf-singletrack-diesig-und-kalt.jpg' alt='g8-china-tibet-m-allein-auf-singletrack-diesig-und-kalt.jpg' /><br />
Paradies für Extremradler: Serpentinen im Himalaja.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g10-china-m-berg-ab.jpg' alt='g10-china-m-berg-ab.jpg' /><br />
Bergab ist es noch besser.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g11-traumhaftes-dorf-china.jpg' alt='g11-traumhaftes-dorf-china.jpg' /><br />
Natur und Kultur existieren malerisch nebeneinander. China. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g12-china-tibet-m-allein-auf-asphalt-vor-skyline.jpg' alt='g12-china-tibet-m-allein-auf-asphalt-vor-skyline.jpg' /><br />
Skyline mal anders.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g13-china-tibet-strecke-m-mit-kindern-2.jpg' alt='g13-china-tibet-strecke-m-mit-kindern-2.jpg' /><br />
&#8220;Extra-Runde&#8221; mit tibetischem Mädchen.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g14-china-dach-der-tour-tibet-himalaya.jpg' alt='g14-china-dach-der-tour-tibet-himalaya.jpg' /><br />
Tibet: Dach der Tour.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g16-tempel-china.jpg' alt='g16-tempel-china.jpg' /><br />
Tempel auf dem langen Weg nach Peking.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g15-china-m-mit-mundschutz-hinter-laster.jpg' alt='g15-china-m-mit-mundschutz-hinter-laster.jpg' /><br />
China sieht auch so aus.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g17-insel-olchon-sibirien-schamanenfelsen.jpg' alt='g17-insel-olchon-sibirien-schamanenfelsen.jpg' /><br />
Sibirien: Der Schamanenfels auf der Insel Olchon.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g18-baikalsee-am-abend.jpg' alt='g18-baikalsee-am-abend.jpg' /><br />
Der Baikalsee. Russland.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g19-polen-m-mit-zelt-auf-steg.jpg' alt='g19-polen-m-mit-zelt-auf-steg.jpg' /><br />
Aber auch die Natur im nahgelegenen Polen ist reizvoll.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g20-polen-m-mit-rad-und-zelt-vor-kuh-auf-weide.jpg' alt='g20-polen-m-mit-rad-und-zelt-vor-kuh-auf-weide.jpg' /><br />
Draußen zu Hause: &#8220;Frische Milch&#8221; am Morgen.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/g9-china-himalaya-m-allein-beim-nachtkochen.jpg' alt='g9-china-himalaya-m-allein-beim-nachtkochen.jpg' /><br />
Ein letztes Abendessen in der Wildnis. Im September 2007 geht die Extrem-Tour von Marco Altmann zu Ende. Ob weitere Abenteuer folgen?</p>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=24">Allein durch Asien radeln</a></li>
</ul>
<p>Externe Links</p>
<ul>
<li><a href="http://www.tourtransasia.de">Homepage von Marco Altmann</a></li>
</ul>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Du googelst einfach Deine Turnschuhe&#8221;</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=208</link>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:29:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Schäfer</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

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		<description><![CDATA[Felix Petersen hat seit sechzehn Jahren keinen Brief mehr mit der Hand geschrieben. Seine Welt ist das Internet. Als Informatikstudent gründete er 1998 seine erste Internetagentur. Und seit drei Jahren arbeitet er mit einem Partner an &#8220;Plazes&#8221;. Mit diesem Dienst sollen Mobiltelefon und Internet weiter zusammenwachsen. Manche nennen Petersen einen Visionär. In seinem Büro in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/petersen-555x347.jpg' alt='Petersen spricht' /><strong>Felix Petersen hat seit sechzehn Jahren keinen Brief mehr mit der Hand geschrieben. Seine Welt ist das Internet. Als Informatikstudent gründete er 1998 seine erste Internetagentur. Und seit drei Jahren arbeitet er mit einem Partner an &#8220;Plazes&#8221;. Mit diesem Dienst sollen Mobiltelefon und Internet weiter zusammenwachsen. Manche nennen Petersen einen Visionär. In seinem Büro in Berlin Mitte sitzen junge Menschen in bunten T-Shirts vor Bildschirmen und klicken leise. Hier beantwortet Petersen Fragen von ICH/DU//IHR///.DE.</strong></p>
<p><strong>Jeder kann sich mit MySpace, StudiVZ oder Facebook im Internet präsentieren. Und mit dem Handy kann man unterwegs in Kontakt bleiben. Sie wollen es noch besser machen und haben Plazes erfunden. Sie nennen das Mobile Social Networking. Was bedeutet das?</strong></p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/petersen-kuli-268-168.jpg' alt='petersen spricht 2' />Das Beziehungsnetzwerk, das man da aufbauen kann, wird irgendwann langweilig. Weil Deine Internetpräsenz nicht mit Deinem realen Leben verbunden ist. Und das ändern wir jetzt. Der erste Schritt ist: Über Dein Handy mit Internetverbindung teilst Du Deinen Kontakten immer wieder mit, wo Du bist. Und Dein Handy weiß ja noch mehr über Dich. Der Kalender in Deinem Handy weiß zum Beispiel, ob Du gerade in einem Meeting bist. </p>
<p><strong>Warum soll ich meinen Kontakten das alles mitteilen?</strong></p>
<p>Warum sollen meine Freunde nicht sehen können, dass ich gerade von der Arbeit los gegangen bin und gleich noch in die Pony-Bar gehe? Mein Handy informiert mich, wenn ein Freund in der Nähe ist. Es gibt unglaublich viele coole Sachen, die uns passieren könnten. Zufälle. Und diese Zufälle kann man fördern. Wenn mein Handy auf einem Kongress anzeigt: &#8220;Der Typ, mit dem Du schon zwei Mal telefoniert hast, der ist auch hier&#8221;, dann wird es wirklich spannend.</p>
<p><strong>Ist das wirklich die Zukunft? Ich habe dann vielleicht mehr Kontakte, mein Netz wird breiter. Ständig bekomme ich Informationen von meinen Leuten. Aber sitze ich dann irgendwann gar nicht mehr &#8220;in echt&#8221; mit Freunden zusammen?</strong></p>
<p>Sie werden mit mehr Leuten zusammensitzen. Weil es mehr Gelegenheiten gibt. Es schafft ja Nähe. Und genau diese Nähe war früher nicht möglich, weil es teuer und umständlich war, zu telefonieren. Natürlich: Wenn man sich wahllos Kontakte zusammensammelt, dann ist wenig Relevantes dabei. Aber das lernt man auch. Grundsätzlich sind solche Tools vor allem dann relevant, wenn ich sie mit Leuten nutze, die ich wirklich kenne. Und natürlich kann das kein Ersatz dafür sein, einen guten Freund auch wirklich zu treffen. Aber jetzt kann ich am Leben von viel mehr Leuten teilhaben. Das heißt nicht, dass mich ständig jeder Furz interessiert. Aber wenn ich was sehe, was mich interessiert, dann kann ich’s mir rausgreifen. Das wird unser Sozialverhalten ändern!</p>
<p><strong>Wie sieht in zehn Jahren unser Alltag mit der digitalen Vernetzung aus?</strong></p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/petersen-zweifinger-268x168.jpg' alt='Petersen spricht 3' />Ein Mega-Trend ist das Internet der Dinge. Das kommt. Viel mehr Geräte werden IP-tauglich. Natürlich wird Ihre Spiegelreflexkamera auch mit dem Internet verbunden sein. Und warum nicht auch diese Tasse? Oder alle möglichen Geräte, der Beamer, Lichtschalter, Tapeten! Es geht um Sensorik. Das soll also nicht heißen, dass ich mit meinem Lichtschalter im Internet surfen kann. Aber der Kühlschrank bestellt selbst Milch! Die Sachen können miteinander reden und Informationen von sich geben. Für die Logistik hat das ganz große Konsequenzen: Dass Du letztlich keine Dinge mehr verlierst – Du googelst einfach Deine Turnschuhe, wenn Du sie nicht finden kannst. Du siehst natürlich, wo Dein Auto geparkt ist. Das sind so die einfachen, praktischen Dinge. Wir können noch gar nicht abschätzen, wo das endet. Aber Tatsache ist, dass jedes Gerät, das heutzutage mit Strom funktioniert, in Zukunft auch irgendwie im Internet sein wird.</p>
<p><strong>Kann ich in zehn Jahren noch ohne Internet leben? Bin ich dann ein komischer Vogel?</strong></p>
<p>Es wird sicherlich niemanden geben, der am normalen gesellschaftlichen Leben oder an einem Wirtschaftskreislauf teilnimmt und nicht vernetzt ist. Es ist so, als ob ich heutzutage sage: &#8220;Ich weigere mich, Strom zu benutzen&#8221;. Das ist schon eher exotisch, ja.</p>
<p><strong>In welchen Situationen schalten Sie alle Geräte ab?</strong></p>
<p>Nie. Ich schalte sie nur auf lautlos.</p>
<div class="box box2">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=122">Geschichten aus dem Social Network</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=206">“Eure Handys machen mich fertig“</a></li>
</ul>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Von Flash-Mobs und Flash-Flops</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=121</link>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:28:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anja Herr</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ein Flash-Mob funktioniert, sieht das so aus: Hunderte von Leuten treffen sich, alle machen dieselbe Geste, geben Laute von sich, tanzen - und verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind. Wenn ein Flash-Mob nicht funktioniert, sieht das so aus: Samstagnachmittag, vor dem S-Bahnhof Friedrichstraße ist kaum ein Mensch.
 Dabei soll es, geht es nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn ein Flash-Mob funktioniert, sieht das so aus: Hunderte von Leuten treffen sich, alle machen dieselbe Geste, geben Laute von sich, tanzen - und verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind. Wenn ein Flash-Mob nicht funktioniert, sieht das so aus: Samstagnachmittag, vor dem S-Bahnhof Friedrichstraße ist kaum ein Mensch.</strong></p>
<p> Dabei soll es, geht es nach Unterstützern der Deutschen Umwelthilfe, hier in wenigen Sekunden flash-mobben. Anlass ist das &#8220;große Fest der Biodiversität&#8221;. Das klingt so abstrakt, dass die gute Idee dahinter kaum klar wird. &#8220;Biodiversität bedeutet Artenvielfalt. Immer mehr Pflanzen- und Tierarten sterben aus – dagegen wollen wir was tun&#8221;, erklärt eine gefleckte Kuh. Eine Biene daneben nickt fleißig. Die beiden sind Mitorganisatoren des Flash-Mobs &#8220;Tierisches Durcheinander&#8221;.</p>
<h3>
Rennen, schleichen, kriechen, hüpfen, fliegen</h3>
<p>Um Punkt 12.50 Uhr geht’s los: Alle Flash-Mobber sollen – verkleidet als Tiere – über den Platz &#8220;rennen, schleichen, kriechen, hüpfen, fliegen&#8221;. &#8220;Wir wollten die Veranstaltung ein bisschen aufpeppen&#8221;, zwitschert ein Vogel mit blauen und grünen Federn. Er ist der Hauptorganisator. Aber er bleibt mit der Kuh und der Biene allein – auf die Flash-Mobber wartet er vergeblich. &#8220;Manche wollen sich eben nicht zum Affen machen&#8221;, bedauert er und gibt zu: &#8220;Ist wohl eher ein Flash-Flop.&#8221;</p>
<p>Schon einige Wochen zuvor war ein Flash-Mob gefloppt – ebenfalls ein politischer.<br />
<img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/flash-mobbing-foto-klein.jpg' alt='flash-mobbing-foto-klein.jpg' />Auf dem Bebelplatz gegenüber der Humboldt-Uni baute die tibetische Fußballmannschaft in Windeseile zwei Tore auf, spielte drei Minuten  und verschwand wieder. Die Botschaft: Sportler, lasst euch keinen Maulkorb verpassen, nehmt auf jeden Fall an den Olympischen Spielen teil. Um das zu übermitteln, hätten sie sich ein großes Flash-Mobber-Publikum gewünscht. Aber keiner kam.</p>
<h3>Irritierte Passanten</h3>
<p>Ob sich die Flash-Mob-Bewegung überlebt hat? Es gibt Gegenbeispiele. Vor kurzem organisierte der 20-jährige Sidney Thom einen Blitzauflauf bei Mc Donald’s – hunderte Mobber bestellten auf Kommando mehr als 10 000 Burger. &#8220;Einen Sinn ergibt das nicht unbedingt&#8221;, sagt Thom, &#8220;aber das muss es auch gar nicht.&#8221; Der Reiz des Flash-Mobs bestehe schlicht darin, bei &#8220;etwas Spektakulärem dabei zu sein&#8221; und die Augen der irritierten Passanten zu sehen, die plötzlich die Welt nicht mehr verstehen. Anscheinend ist es gerade dieses Dadaistische, Sinnentleerte der Aktionen, was Flash-Mobs attraktiv macht.</p>
<p>Den ersten Flash-Mob gab es am 3. Juni 2003 in New York: In einem Kaufhaus versammelten sich mehr als hundert Mobber und erklärten den Mitarbeitern, sie seien auf der Suche nach einem &#8220;Liebes-Teppich&#8221; – eine absolut sinnentleerte Aktion. Einige Monate später schwappte die Flash-Mob-Begeisterung nach Europa über, flaute aber bald wieder ab. Die jüngsten Aktionen von Sidney Thom ließen die Bewegung dann wieder aufleben. </p>
<p>Die Artenvielfalts-Mobber auf dem Dorothea-Schlegel-Platz spüren nichts von dieser Renaissance. Kuh und Biene laufen jetzt Richtung S-Bahnhof Friedrichstraße. Die Kuh greift zum Megaphon, macht &#8220;Muuuuuuuuuu…&#8221;. So will sie anscheinend Passanten überreden, am Flash-Mob teilzunehmen. Doch die reagieren entweder gar nicht oder mit einem mitleidigen Lächeln. &#8220;Einen Flash-Mob organisieren wir wohl nicht so bald wieder&#8221;, summt die Biene. Und ihre Tierfreunde nicken.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ichduihr.ems-projekte.de/?feed=rss2&amp;p=121</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Zweite Chance im Second Life</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=45</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=45#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:28:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tabea Schmitt</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

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		<description><![CDATA[DJ Namav tanzt wild auf der Tanzfläche. Über seinen ausgewaschenen Jeans trägt er ein knallbuntes, eng anliegendes T-Shirt mit Batik-Muster. Er hat glatte, schwarze Haare und einen Vollbart – wie sein Alter Ego, Nick Dupree. Im &#8220;echten&#8221; Leben sitzt Nick aus Mobile, Alabama im Rollstuhl. Er wird künstlich beatmet und kann sich nicht ohne fremde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>DJ Namav tanzt wild auf der Tanzfläche. Über seinen ausgewaschenen Jeans trägt er ein knallbuntes, eng anliegendes T-Shirt mit Batik-Muster. Er hat glatte, schwarze Haare und einen Vollbart – wie sein Alter Ego, Nick Dupree. Im &#8220;echten&#8221; Leben sitzt Nick aus Mobile, Alabama im Rollstuhl. Er wird künstlich beatmet und kann sich nicht ohne fremde Hilfe bewegen. Einzige Ausnahme ist sein Daumen: damit tanzt sein Avatar Namav per Mausklick im Second Life.</strong></p>
<div class="box">
<h4>Second Life</h4>
<p>Second Life ist eine virtuelle Welt im Internet. Die Spielfiguren heißen Avatare und können frei gestaltet werden. Es gibt über 11 Millionen Nutzer weltweit. Bis zu 60.000 Personen sind rund um die Uhr eingeloggt. Second Life wurde von Linden Lab in San Francisco entwickelt und ist seit fünf Jahren online. Es gibt auch eine virtuelle Währung: den Linden-Dollar. 1 Linden-Dollar sind 64 Cent in Euro. An der virtuellen Börse LindeX werden täglich bis zu 80 Mio. Linden-Dollar umgesetzt (51,2 Mio. Euro).</p></div>
<p>Namav Abramovic legt jeden Sonntag seine Platten im &#8220;Wheelies&#8221; auf – dem ersten virtuellen Club für Menschen mit Behinderung. Neben ihm steht ein Kamel. Das Kamel ist Namavs ständiger Begleiter. &#8220;Es sammelt Spenden für mich&#8221;, erklärt mir Namav auf der Tanzfläche. Funktioniert das? &#8220;Ja, ziemlich gut sogar.&#8221;</p>
<p>Manche der Gäste im &#8220;Wheelies&#8221; sitzen im Rollstuhl. Andere lassen ihre Behinderung im Second Life hinter sich. &#8220;Es ist eine Frage des Selbstbilds&#8221;, sagt Simon Stevens, der den  Club 2006 gegründet hat. Sein Avatar Simon Walsh war einer der ersten, die im Second Life im Rollstuhl auftauchten. &#8220;Ich hatte einfach keine Lust, jemand anderes als mich selbst zu repräsentieren. Ich habe Kinderlähmung - in beiden Welten.&#8221; </p>
<h3>Neue Spielregeln im Second Life</h3>
<p> Avatare im Rollstuhl? Simon hat ein Tabu in einer Welt gebrochen, in der viele möglichst &#8220;perfekt&#8221; sein wollen: schlank, sportlich, sexy. <img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/simonblog_268x168.jpg' alt='Simon Stevens und sein Avatar' />Sein Avatar nimmt ein Stück Realität mit ins Netz - auch wenn Simon Walsh &#8220;immer noch jünger und sanfter ist als Simon Stevens. Mein Avatar hat auch keinen Speichelfluss und sabbert nicht…&#8221; </p>
<p>Im &#8220;Wheelies&#8221; gibt es täglich Parties, Diskussionen und Gespräche. Simon schätzt die Community auf 500 Mitglieder weltweit: &#8220;Es kommen ungefähr fünfzig Leute die Woche. Bei größeren Veranstaltungen ist hier alles voll!&#8221; </p>
<div class="box box2">
<h4>Second Life-Chat mit Simon Walsh und Namav Abramovic</h4>
<p>[20:49]  Tabiia: benutzt du immer einen rollstuhl<br />
[20:49]  Tabiia: im second life, simon?<br />
[20:49]  Simon: ja&#8230;.<br />
[20:50]  Simon: außer wenn ich schwimme<br />
[20:50]  Simon: dann nehme ich schwimmärmel oder eine schwimmweste.<br />
[20:49]  Simon: namav, wie denkst du über rollstühle?<br />
[20:49]  Namav: ich nehme nur manchmal einen&#8230;<br />
[20:51]  Simon: das selbstbild ist entscheidend.<br />
[20:52]  Simon: ich habe ein selbstbild aus dem &#8220;echten&#8221; leben,<br />
[20:52]  Simon: dass ich auch im second life zeige.<br />
[20:52]  Tabiia: simon, ist second life ein &#8220;spiel&#8221;?<br />
[20:52]  Simon: nnneeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiinnnnnnnnnn<br />
[20:52]  Simon: SECOND LIFE IST KEIN SPIEL.<br />
[20:53]  Tabiia: kannst du second life für mich definieren?<br />
[20:53]  Simon: es ist ein &#8220;komplexer Telefonanruf&#8221;<br />
[20:53]  Simon: eine neue mediale Form<br />
[20:54]  Simon: ein soziales netzwerk.<br />
[20:54]  Simon: wir sind alle &#8220;echt&#8221; hier<br />
[20:54]  Simon: bis auf das kamel….</p></div>
<h3>Das &#8220;echte&#8221; Leben schlägt zurück</h3>
<p>Simon hat für seinen virtuellen Treffpunkt viel Geld ausgegeben. Das Grundstück, der Club, die DJs und Live-Performer: alles kostet Geld - auch im Second Life. Simon hat sich verschuldet. Seine Pacht wurde nicht verlängert.<br />
Im März 2008 musste der Club daher umziehen: Das &#8220;Wheelies&#8221; thront jetzt auf einer Wolke im Himmel. Der Himmel gehört Polgara Paine. <img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/wheelies_268x168.jpg' alt='Der virtuelle Tanzclub Wheelies' /><br />
Polgara Paine heißt im &#8220;echten&#8221; Leben Linda H. Mandlebaum. Sie ist Professorin an der Bowling Green State Universität und bildet Sonderschullehrer in Ohio aus: &#8220;Das `Wheelies´ bringt Menschen zusammen, die sich brauchen. Es bietet ein soziales Netzwerk für alle, die einsam sind. Es bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Ich werde nicht zulassen, dass dieser Ort verschwindet.&#8221; </p>
<h3>Die Party geht weiter</h3>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<p>Weitere Artikel:
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=208">Die Zukunft des Internets- Petersen weiß, was kommt</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=122">Absender unbekannt</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=150">Wenn Internet zur Sucht wird</a></li>
</ul>
<p>Externe Links: </p>
<ul>
<li><a href="http://www.simonstevens.com/blog/">Blog von Simon Stevens</a></li>
<li><a href="http://nickdupree.blogspot.com/">Blog von Nick Dupree</a></li>
</ul>
</div>
<p>Es ist spät geworden im &#8220;Wheelies&#8221;. Polgara Paine kommt zu Simon und Namav auf die Tanzfläche herüber. &#8220;Ich kann meine Augen nicht mehr offen halten, ich gehe jetzt schlafen!&#8221; Auch Simon ist müde - der Zeitunterschied zum Second Life beträgt acht Stunden. In England ist es fünf Uhr morgens. &#8220;Gute Nacht.&#8221; Simon und Polgara verschwinden. Doch die Party geht weiter: Namav erklärt gerade einem Gast, warum sein Kamel kein Dromedar ist. Die anderen Leute um sie herum tanzen. Es sind neue Gäste angekommen. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Macht die Großstadt einsam? Eine Analyse</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=154</link>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:27:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Avram</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlin, morgens, in der U-Bahn. Hunderte von Menschen drängen sich in den Abteilen. Sie tragen Anzüge, Baggypants, Karohemden oder knappe Kleidchen. Sie fahren zur Arbeit, in die Uni oder einfach nur zum Alexanderplatz. Gemeinsam. Und doch ist 	jeder für sich. Keiner stört sich, keiner interessiert sich für den Anderen. Das Zusammenleben in Berlin ist vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Berlin, morgens, in der U-Bahn. Hunderte von Menschen drängen sich in den Abteilen. Sie tragen Anzüge, Baggypants, Karohemden oder knappe Kleidchen. Sie fahren zur Arbeit, in die Uni oder einfach nur zum Alexanderplatz. Gemeinsam. Und doch ist 	jeder für sich. Keiner stört sich, keiner interessiert sich für den Anderen. Das Zusammenleben in Berlin ist vor allem durch eines geprägt: Anonymität.</strong></p>
<p>Was macht den Großstädter zum Großstädter? Der Soziologie-Urvater Georg Simmel gab folgende Antwort: Ein Großstädter bewahre das eigene Dasein, die eigene Selbständigkeit gegen die Übermächte der Gesellschaft. Und das sei auch gut so, fand Simmel. Denn würden die Großstädter nach größerer Gemeinschaft streben, müssten sie sich einander stärker anpassen. Doch dann würde die kulturelle Vielfalt leiden. Und, brisanter: Die gesellschaftlichen Spannungen würden zunehmen. </p>
<p><strong>Paradies für Exoten</strong></p>
<p>Für Menschen, die neu in die Großstadt kommen, kann die Anonymität eine große Befreiung sein. Hier wird niemand schief angeschaut, wenn er aus dem Rahmen fällt. Im Gegenteil: &#8220;Es gibt in einer Stadt wie Berlin viel mehr Möglichkeiten, Menschen zu finden, die ähnlich leben und denken wie man selbst - mit denen man durch das riesige kulturelle Angebot auch viel mehr unternehmen kann&#8221;, sagt der Stadtsoziologe Hartmut Häußermann. Er arbeitet am Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung der HU Berlin. </p>
<p><img src="http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/punk_kleen.jpg" alt="Punker in Berlin" /></p>
<p>Forschungsergebnisse bestätigen, dass die Menschen in einer Großstadt ihre Möglichkeiten auch nutzen: Großstädter haben im Durchschnitt mehr Bekannte als die Einwohner kleinerer Städte. Sie organisieren sich in unzähligen Bürgerinitiativen und Vereinen. Auch das Internet hat die Kontaktaufnahme vereinfacht. Bei Portalen wie www.new-in-town.de kann sich jeder, der will, mit anderen Neubürgern zum Joggen, Inlineskaten oder Kinoabend verabreden. </p>
<p><strong>Alles kann, nichts muss</strong></p>
<p>Die große Freiheit der Großstadt hat jedoch auch eine Kehrseite. Denn hier kümmert es die Mitmenschen wenig, wenn jemand Startschwierigkeiten hat. Die seitenlangen Ausgehtipps in den Stadtmagazinen können anfangs auch überwältigen. Die vielen schönen, hippen Mit-Menschen die Ansprüche an sich selbst erhöhen. Schüchterne haben es daher hier schwer, mit Anderen in Kontakt zu kommen. Und wer die vielen Möglichkeiten nicht nutzt, fühlt sich noch einsamer, wenn um ihn herum jeden Abend dutzende Partys stattfinden.</p>
<p><strong><br />
Höheres Einsamkeitsrisiko für Benachteiligte</strong></p>
<p>Der Soziologe Häußermann sieht aber noch mehr Faktoren, die beeinflussen, ob sich jemand wohl oder einsam fühlt in der Großstadt: Vor allem seien es Bildungsstand und Beschäftigungsstatus. Wer arbeitslos oder geringer gebildet ist, hat ein höheres Risiko, sich einsam zu fühlen. Berlin mit seiner Arbeitslosenquote von 14 Prozent und seinen Problembezirken macht in diesem Licht betrachtet also doch einsamer als viele Kleinstädte - jedenfalls die Benachteiligen. </p>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=213">Erst eigener Kosmos, dann offenes Herz</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=66">Die Angst vor den Anderen</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=72">Einsamkeit - verflucht und gesucht. Vier Ratgeberbücher</a></li>
</ul>
<h3>Externe Links</h3>
<ul>
<li><a href="http://www.new-in-town.de">www.new-in-town.de</a></li>
</ul></div>
<p>Fazit: Wer sich traut und wer sich das Ausgehen leisten kann, der findet Anschluss. Wer zuhause sitzt, ob aus Schüchternheit oder weil er arbeitslos ist, der bleibt wahrscheinlich einsam. Was kann man also tun, um sich aus der Einsamkeitsfalle zu retten?</p>
<p><strong>Erstmal einen netten Abend </strong></p>
<p>&#8220;Um die Möglichkeiten der Großstadt zu nutzen, kann es helfen, die Erwartungen an sich und andere zu reduzieren&#8221;, rät die Psychologin Doris Wolf. Denn Einsamkeit sei auch eine Folge von hohen Ansprüchen: Je mehr jemand von neuen Beziehungen erwarte, desto größer erschienen ihm die Diskrepanzen zwischen dem, was er gerne hätte, und dem, was ist. Deshalb sagt Wolf: &#8220;Nicht gleich nach einem Freund suchen, sondern nur nach einem netten Abend. Und davon ausgehen, dass es keinen Menschen gibt, der alle Bedürfnisse erfüllen kann. Sondern dafür unterschiedliche Menschen suchen.&#8221; Von denen gibt es in der Großstadt ja genug.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Erst eigener Kosmos, dann offenes Herz</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=213</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=213#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:26:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Avram</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

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		<description><![CDATA[Holger* legt die Stirn in Falten und fährt sich durch die blonden Haare. Sein Blick schweift ab, sucht in der Bar einen Punkt, der in weiter Ferne liegt. Er ruft sich ein bestimmtes Bild ins Gedächtnis. &#8220;Die ersten Monate in Düsseldorf&#8221;, sagt er mit seiner vollen, dunklen Stimme, &#8220;saß ich oft alleine am Rhein und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Holger* legt die Stirn in Falten und fährt sich durch die blonden Haare. Sein Blick schweift ab, sucht in der Bar einen Punkt, der in weiter Ferne liegt. Er ruft sich ein bestimmtes Bild ins Gedächtnis. &#8220;Die ersten Monate in Düsseldorf&#8221;, sagt er mit seiner vollen, dunklen Stimme, &#8220;saß ich oft alleine am Rhein und habe den Schiffen nachgesehen.&#8221;</strong></p>
<p>Damals, das war 1995. Es kommt Holger vor wie ein anderes Leben. Kaum mit der Schule fertig, zog der damals 20-Jährige aus seinem 600-Seelen-Heimatdorf ins 600 Kilometer entfernte Düsseldorf, um dort Sozialpädagogik zu studieren. </p>
<p>Ein kleiner Kulturschock. &#8220;Auf dem Dorf kannte jeder jeden und jeder wusste Bescheid, was der andere macht.&#8221; In Düsseldorf dagegen war er einer unter vielen. Es fiel nicht sonderlich auf, wenn er mal nicht zur Uni ging. Für Holger war es schwer, sich auf die neue Umgebung einzustellen. &#8220;Ich war ziemlich schüchtern und konnte mich nicht so recht auf meine Kommilitonen einlassen.&#8221; Er vermisste seine alten Freunde, die Beziehungen zu den Leuten, die er kennen lernt, kamen ihm oberflächlich vor. Und dann die Stadt: &#8220;Ich fand Düsseldorf eigentlich immer Scheiße&#8221;. Holger fühlte sich einsam.</p>
<h3>Gemeinsam im eigenen Kosmos</h3>
<p>Er ist jetzt ein Stück tiefer in den braunen Cordsessel eingesunken und wirkt nachdenklicher. Seine Worte wählt er mit Bedacht.<br />
<img src="http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/einsam_kleine.jpg" alt="einsam" /><br />
&#8220;Das Studium fand ich zwar interessant&#8221;, sagt er, &#8220;aber schon nach einem Jahr hab` ich daran gezweifelt, dass ich später als Sozialpädagoge arbeiten werde.&#8221; Nach einem Jahr besserte sich zumindest seine Wohnsituation: &#8220;Wir haben in einem tollen Haus gewohnt. Mein Mitbewohner und ich haben uns in unserer WG unseren eigenen Kosmos geschaffen.&#8221; Ein eigener Kosmos. Sich auf die Außenwelt einlassen hört sich anders an. </p>
<p>Der Wendepunkt kommt, als Holger 1997 mit zwei Freunden einen alten Bus kauft und damit ein halbes Jahr durch Europa fährt. &#8220;Es war eine sehr intensive Erfahrung, aber ich habe auch gemerkt, dass es eben nicht das Wahre ist, nirgendwo zu Hause zu sein.&#8221; Holger schneidet sich seine langen Haare ab. Ein symbolischer Akt. Als er wieder zurück nach Düsseldorf kommt, beschließt er, sich mehr auf seine Umwelt einzulassen und im Anschluss an sein Studium Schauspieler zu werden.</p>
<h3>Totaler Flash in Berlin</h3>
<p>2000, Holger ist 26, wird er in Berlin an einer Schauspielschule genommen. Mit jeder Menge Euphorie im Gepäck zieht er in die Hauptstadt. &#8220;Das erste halbe Jahr war für mich der totale Flash.&#8221;<br />
<img src="http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/gemeinsam_noch-naher-ran.jpg" alt="Mittendrin statt nur dabei" /></p>
<p>Holgers Augen strahlen jetzt. Er nutzt das kulturelle Leben voll aus, das Studium bringt es mit sich, dass er sich weiter öffnet und mit den anderen Studenten in intensiven Kontakt kommt. Die meisten Kommilitonen kommen wie er von außerhalb. Auch sie haben auch noch keinen festen Freundeskreis.</p>
<p>Außerdem wohnen schon zwei seiner Freunde in der Stadt. Über sie lernt Holger schnell andere Leute kennen, das &#8220;Knüpfen des Netzes&#8221; fällt ihm wesentlich leichter als in Düsseldorf. Und überhaupt: Berlin. &#8220;Hier geht es einfach lockerer und freier zu als in Düsseldorf. Hier kann sich jeder ausleben, so wie es ihm passt.&#8221;</p>
<h3>Entscheidende Jahre weiter</h3>
<p>Der Studium, das Umfeld, die Stadt. Aber lag es nicht auch an ihm selbst, dass sein zweiter Umzug so viel positiver verlief als sein erster? &#8220;Das stimmt&#8221;, sagt Holger. &#8220;Ich hatte einfach eine höhere Motivation und war die entscheidenden Jahre weiter.&#8221; Was würde er anderen raten, die neu in Berlin sind und sich hier einsam fühlen? Sein Blick schweift kurz in die Ferne, vielleicht liegt er in Gedanken wieder allein am Rhein und sieht den Schiffen nach. &#8220;Es hört sich vielleicht trivial an&#8221;, sagt er nach einer kurzen Pause. &#8220;Aber einfach mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Stadt gehen.&#8221; </p>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=154">Macht die Großstadt einsam? </a></ul>
</li>
</div>
<p><em><br />
*Name von der Redaktion geändert</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Eine bunte Insel im Wedding</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=106</link>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:25:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tabea Schmitt</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die letzten warmen Sonnenstrahlen tauchen die Dachterrasse in ein goldenes Licht. Drei Bewohner des Hausprojekts Prinzenallee 58 sitzen in bequemen Liegestühlen am Tisch und lesen. Doch wer seinen Blick von hier oben umherschweifen lässt, bleibt ziemlich schnell an den Wohnblocks der Nachbarschaft hängen. Das Hausprojekt ist ein bunter Fleck zwischen viel Beton.  
 Im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die letzten warmen Sonnenstrahlen tauchen die Dachterrasse in ein goldenes Licht. Drei Bewohner des Hausprojekts Prinzenallee 58 sitzen in bequemen Liegestühlen am Tisch und lesen. Doch wer seinen Blick von hier oben umherschweifen lässt, bleibt ziemlich schnell an den Wohnblocks der Nachbarschaft hängen. Das Hausprojekt ist ein bunter Fleck zwischen viel Beton.  </strong></p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/eingang_268x168.jpg' alt='Eingang zum Hausprojekt' /> Im Hausprojekt wohnen 80 Personen: ehemalige Hausbesetzer, Familien, Studenten, Feministinnen, eine Antifa-Gruppe und Transgender-Aktivisten. Es gibt eine Werkstatt, einen Bioladen und einen Montessori-Schülerladen. &#8220;Anders leben&#8221; ist das Motiv, das die unterschiedlichen Leute hier im Hausprojekt miteinander verbindet.
<div class="box">
<h4>&#8220;Lieber instandbesetzen als kaputtbesitzen!&#8221; </h4>
<p> Das Gelände Prinzenallee 58 wurde 1981 besetzt und so vor dem Abriss bewahrt. Es war das 100. besetzte Haus in West-Berlin. 1992 wurde eine Genossenschaft gegründet. Jetzt gehört das Gelände seinen ehemaligen Besetzern.</p></div>
<p>Die jungen Studenten haben keine Lust auf einen Single-Haushalt in Mitte. Und die Familien sehen sich nicht im trauten Eigenheim mit Hund. Die &#8220;alternative Mittelschicht&#8221; hat sich im Wedding dauerhaft eingerichtet: Alle Bewohner besitzen Anteile am selbst verwalteten Haus. Die kosten rund dreitausend Euro. Wer auszieht, bekommt sein Geld zurück.</p>
<h3>Und die Nachbarn? </h3>
<p>Zerstochene Motorradreifen, geklaute Fahrräder, Drogengeschäfte hinter dem Haus. &#8220;Um uns herum ist der absolute soziale Brennpunkt&#8221;, erzählt Jacqueline. Die Frau mit mittellangen, braunen Haaren wohnt mit ihren zwei Kindern im Hausprojekt. Sie ist im Vorstand der Genossenschaft Prinzenallee 58. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/hausteaser268x168.jpg' alt='Wohnblock neben dem Haus' />Die meisten Nachbarn kommen aus der Türkei, in letzter Zeit sind viele arabische und afrikanische Familien zugezogen. Das Bildungsgefälle zum Hausprojekt ist groß. &#8220;Das sind unsere Feinde!&#8221;, sagen drei arabische Teenager im Brustton der Überzeugung. Alle? &#8220;Nicht alle, ein paar sind auch ganz nett.&#8221; Einige Frauen aus der Nachbarschaft sitzen bei ihren Kindern auf dem Spielplatz. </p>
<p>Die meisten wohnen erst seit einem knappen Jahr im Wedding. &#8220;Meine Tochter ist mit Kindern vom Schülerladen befreundet&#8221;, erzählt mir eine der Frauen. Sie selbst kennt aber niemanden aus dem Hausprojekt. Ihre Banknachbarin hat ein paar Bewohner beim letzten Hausfest getroffen: &#8220;Die waren alle sehr nett&#8221;, sagt sie.</p>
<p>Die Jugendlichen aus der Nachbarschaft nutzen das Hausprojekt als Abkürzung zum Spielplatz. In den Innenhöfen können sie machen, was ihre Eltern nicht sehen sollen - zum Beispiel rauchen oder mit der Freundin knutschen. Phasenweise wollen Einzelne aber einfach nur zerstören: &#8220;Manchmal gehen die an keinem Rad vorbei, ohne kräftig in die Speichen zu treten&#8221;, sagt Jacqueline. </p>
<h3>Grenzen austesten?</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/wedding_268x168.jpg' alt='Innenhof mit Fahrrädern' />Roger wohnt wie Jacqueline schon lange im Hausprojekt. Der Mittvierziger mit kurzen, knallroten Haaren steht in der Werkstatt hinter seiner neuen Hebebühne und schraubt an einem Motorrad herum. Er hat zur Gewalt im Hof eine Theorie aufgestellt: &#8220;Wenn Großfamilien zuziehen, müssen sich die neuen Kids in der Gruppe beweisen. Dann werden Grenzen getestet. Es muss etwas Gefährliches sein – zum Beispiel bei uns im Hof etwas kaputt zu machen.&#8221; </p>
<h3>Was tun?</h3>
<p>&#8220;Wir sind eine totale Insel. Wir müssen einfach mehr Präsenz zeigen&#8221;, meint Jacqueline. Sie möchte, dass alle im Haus besser aufpassen, im Hof genauer hinsehen und Jugendliche direkt ansprechen. &#8220;Es ist ja nicht so, dass die Kids nicht schuldbewusst wären&#8221;, sagt Roger. &#8220;Die wissen genau, wenn sie erwischt worden sind.&#8221; Bei ihm gibt es nach einer Vorwarnung sogar Strafen: &#8220;Maximal eine Ohrfeige.&#8221; </p>
<h3>Auftrag für das Hausprojekt?</h3>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=251">Am schönsten mit euch ist&#8230;</a></li>
</ul>
</h4>
<p> Anders leben - weitere Artikel: </p>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=24">Allein durch Asien radeln</a> </li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=101">Polygamie reloaded </a></li>
</ul>
</div>
<p>Wenn es nach Roger ginge, sollte die Hausgemeinschaft die Jugendlichen aus der Nachbarschaft miterziehen: &#8220;Das kann nicht alleine an den Familien hängen bleiben. Kinderziehung sollte eine gesellschaftliche Aufgabe sein.&#8221; Seine Vorstellung von Erziehung zeigt auch kurzfristigen &#8220;Erfolg&#8221;: Nach einer Ohrfeige bleibt es immer eine Weile ruhig im Hof. Jacqueline kann mit dieser Methode nichts anfangen: &#8220;Gewalt ist überhaupt nicht in Ordnung. Wenn man die Jugendlichen doof anpömpt, dann kommt es zurück.&#8221; </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Und raus bist Du!</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=22</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=22#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:24:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Riedhammer</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

		<category><![CDATA[Anti-Rassismus]]></category>

		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>

		<category><![CDATA[Ausschluss]]></category>

		<category><![CDATA[Blue Eyed]]></category>

		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>

		<category><![CDATA[Gruppe]]></category>

		<category><![CDATA[Leitkultur]]></category>

		<category><![CDATA[Minderheiten]]></category>

		<category><![CDATA[Mügeln]]></category>

		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=22</guid>
		<description><![CDATA[Manuela Ritz ist schwarze Deutsche und in Mügeln aufgewachsen. Mügeln ist der Ort, in dem vor einem Jahr acht Inder vor aller Augen durchs Dorf gejagt wurden. Frau Ritz hat viele Erfahrungen mit Ausgrenzung und Rassismus gemacht. Heute lebt sie in Berlin und arbeitet als Anti-Rassismustrainerin. In ihren Workshops erfahren die Teilnehmer am eigenen Leib, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manuela Ritz ist schwarze Deutsche und in Mügeln aufgewachsen. Mügeln ist der Ort, in dem vor einem Jahr acht Inder vor aller Augen durchs Dorf gejagt wurden. Frau Ritz hat viele Erfahrungen mit Ausgrenzung und Rassismus gemacht. Heute lebt sie in Berlin und arbeitet als Anti-Rassismustrainerin. In ihren Workshops erfahren die Teilnehmer am eigenen Leib, was es bedeutet, ausgegrenzt zu werden. ICH/DU//IHR///.DE fragt nach: Warum gibt es überhaupt Ausgrenzung?</strong></p>
<p><strong><br />
Haben Sie in Mügeln schon einen Anti-Rassismus-Workshop gegeben?</strong></p>
<p>Ja. Ich hatte das schon vor dem Sommernachtsdesaster vorgeschlagen. Aber damals wollte das keiner. Drei Wochen nach der Hetzjagd habe ich einen Workshop an meiner ehemaligen Schule gegeben. Dem Direktor war es wohl wichtig, ein positives Signal zu setzen.</p>
<p><strong>Wie war es für Sie, wieder nach Mügeln zu kommen?</strong></p>
<p>Das war ein ganz komisches Gefühl. Ich bin am Markt ausgestiegen und es war total gespenstisch, weil ich überhaupt nichts gespürt habe. Alles war wie immer. Nur die Pizzeria, in die die Inder geflüchtet waren, hatte eine neue Scheibe und einen neuen Anstrich bekommen. Das war’s. Die Leute haben überhaupt nicht darüber geredet. So geht man also mit der jüngsten Geschichte um. Das könnte überall so sein, aber für mich hat der Ort Mügeln natürlich eine andere emotionale Besetzung. Ich habe eine andere Dimension gesehen, mit wem und bei wem ich da aufgewachsen bin. Das ist erschreckend. </p>
<p><strong><br />
Sie haben 18 Jahre dort gelebt. Wie sehen sie die Zeit heute?</strong></p>
<p>Als Kind kannte ich es ja nicht anders. Die Kinder haben mich gehänselt und &#8220;Neger – Feger&#8221; gerufen. Irgendwann habe ich zurück gerufen &#8220;Weißer Scheißer!&#8221;, dann war Ruhe. In meiner Familie wurden diese Erfahrungen aber immer runtergespielt. Es ist sehr schwer, das als Kind einzusortieren, wenn nicht darüber gesprochen wird.</p>
<p><strong>Was ist eigentlich Ausgrenzung?</strong></p>
<p>Ausgrenzung hat für mich mit Normierung zu tun. Das passiert ja nicht nur zwischen Schwarz und Weiß - Ausgrenzung passiert überall. Für mich ist die Voraussetzung immer, dass eine Norm gesetzt wird. Dass z.B. beim Sexismus die Norm ist, dass in den höheren Chefetagen nur Männer sitzen und keine Frauen. In Deutschland ist die Normierung, weiß zu sein. Und eine Norm schafft immer ein Wir-Gefühl.<br />
<strong><br />
Heißt in der Gruppe sein automatisch, andere auszugrenzen?</strong></p>
<p>Ich würde gern nein sagen. Aber dieses Nein ist mein Wunsch. Ich weiß nicht, warum Menschen so ticken.<br />
<strong><br />
Vielleicht hat es was mit der Selbstdefinition der Gruppe zu tun&#8230;</strong><br />
Es hat was mit Erhöhung zu tun. Menschen haben das Bedürfnis, sich wertvoll zu fühlen. Wenn das ein menschliches Grundbedürfnis ist, dann setze ich mich eher ins Verhältnis zu Menschen, die ich nicht so wertvoll finde. Dann kann ich mich besser fühlen. Das beobachte ich.</p>
<div class="box">
<h4>Der Blue Eyed Workshop</h4>
<p>Die Lehrerin Jane Elliot erklärt 1968 ihren Schülerinnen und Schülern, warum Martin Luther King ermordet wurde. Sie teilt die Klasse in Braunäugige und Blauäugige und legt den Grundstein für die Blue Eyed Seminare, wie sie heute auch in Deutschland stattfinden.<br />
Während die Blauäugigen besonders schlecht behandelt werden, bekommen die Braunäugigen Privilegien. Sie werden freundlicher behandelt, sitzen auf besseren Stühlen und werden von der Trainerin als Individuen wahrgenommen. Den Blauäugigen werden negativen Eigenschaften zugewiesen. Sie seien im Gegensatz zu den Braunäugigen faul, dumm und langsam. Im Verlauf des Seminars scheinen diese Zuschreibungen wahr zu werden. Die Teilnehmer erfahren am eigenen Leib, wie Rassismus und Ausgrenzung funktioniert. Im Anschluss an das eintägige Seminar findet eine Auswertung statt.
</p></div>
<p><strong><br />
In Ihren Workshops gibt es auch Gruppen: Die ausgegrenzten Blauäugigen und die privilegierten Braunäugigen. Erhöhen sich die Menschen auch in der Laborsituation?</strong></p>
<p>Ja klar. Das Konzept funktioniert einfach (lacht). Und es funktioniert, weil es auch im richtigen Leben funktioniert. Die Braunäugigen werden als privilegierte Gruppe eingeschworen. Ich fange die Sätze an mit &#8220;wie ihr alle wisst&#8221; und &#8220;das brauche ich Euch ja gar nicht zu erklären&#8221;. Die Braunäugigen sind die klugen, die wertvolleren Menschen.</p>
<p><strong>Welche Erfahrung haben Sie als Teilnehmerin eines Blue Eyed Workshops gemacht?</strong></p>
<p>Ich war bei den Braunäugigen, bei den Klugen, Privilegierten. Ich dachte die ganze Zeit, hoffentlich fliege ich nicht auf. Ich war so damit beschäftigt, nicht irgendwas gefragt zu werden, was ich nicht weiß. Das hat mich ziemlich irritiert. Später habe ich verstanden, wie Manipulation funktioniert. Es erzählt dir jemand, was du kannst, wer du bist und du suchst nicht bei dir selbst. Du läufst einfach hinterher. Da habe ich gelernt, welchen Preis man dafür bezahlt, wenn man auf der privilegierten Seite steht. Ich hab` immer gedacht, das sei super bequem. Ich will auch gern weiß und deutsch sein. Aber das Gefühl, toll zu sein, kann auch lähmen. Immerhin tragen die Braunäugigen Verantwortung dafür, dass es den Blauäugigen nicht gut geht. Das ist unbequem.</p>
<p><strong>Versucht die privilegierte Gruppe nicht, den Diskriminierten zu helfen?</strong></p>
<p>Einmal haben die Braunäugigen einen &#8220;Aufstand der Anständigen&#8221; geplant. Nach der Mittagspause standen die Braunäugigen alle auf nach dem Motto &#8220;da machen wir nicht mit!&#8221;. Und die Blauäugigen sitzen ja auf kleinen Hockern oder Bierkisten in der Mitte des Raumes. Und plötzlich erheben sich rechts und links die Braunäugigen. In der Auswertung des Seminars kam raus: Für die Leute in der Mitte war das die Oberbedrohung. Und da ist mir nochmal klar geworden, wie Hilfe aussehen muss. Das eigene schlechte Gewissen zu erleichtern reicht nicht. Ich muss mit den Leuten sprechen und nach deren Bedürfnissen fragen.</p>
<div class="box">
<h4>mehr zum Thema:</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=66">Menschen, die vor Menschen Angst haben</a></li>
</ul>
<h4>externer Link</h4>
<ul>
<li><a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/384064">Manuela Ritz beim Blue Eyed Workshop, ZDF Mediathek</a></li>
</ul>
</div>
<p><strong><br />
Kann so ein Workshop etwas verändern?</strong></p>
<p>Blue Eyed macht die Augen auf. Es berührt einen. Ich halte sehr viel von diesem emotionsnahen Lernen. Besonders bei Jugendlichen kann der Workshop gute Impulse setzen. Einmal gab es an einer Schule zwei Tage nach dem Workshop eine Schlägerei. Die Lehrerin erzählte mir das. Und da sind auf einmal Leute dazwischen gegangen, die gar nicht involviert waren. Im Workshop hatten sie gelernt &#8220;hey, ich trage Verantwortung für das, was hier passiert.&#8221; Das fand ich sehr beeindruckend.<br />
Wichtig ist, sich selbst in Bezug zu setzen.<br />
<strong><br />
Wie geht es Leuten, die täglich mit Diskriminierung konfrontiert sind, in Ihren Workshops?</strong></p>
<p>Die Menschen, die potenziell diskriminiert werden, sind immer bei den Braunäugigen. Einmal rebellierte ein Mann aus der Blauäugigen Gruppe. Er sagte in der Auswertung, er wollte nur seine Würde wahren. Da habe ich mein eigenes Verhalten wieder erkannt. Ich habe verstanden, dass Leute, die unter Druck gesetzt werden auf eine bestimmte Art und Weise reagieren. Es ist irre, wie viel Energie drauf geht für diesen Kampf um die Würde.</p>
<p><strong>Die Zahl der rassistischen Gewalttaten ist in letzter Zeit wieder gestiegen. Auch vierzig Jahre nach Martin Luther Kings Tod scheint kein Ende des Rassismus in Sicht. Frau Ritz, was ist Ihr Traum?</strong></p>
<p>Ich träume von einer Welt ohne Ausgrenzung und Diskriminierung. Aber das ist wahrscheinlich eher eine Utopie. </p>
<p><strong>Vielen Dank.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Gefangen im Netz – wenn das Internet zur Sucht wird</title>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:23:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Hoffmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

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		<description><![CDATA[ &#8220;Exzessives Onlineverhalten erfüllt ähnliche Kriterien wie Alkoholsucht&#8221;, erklärt Diplom-Psychologin Sabine Meixner von der Humboldt-Universität Berlin. So wie der Alkoholiker nicht von Wein und Schnaps lassen kann, geht bei Internetsüchtigen nichts ohne das Netz. Sobald kein Computer in der Nähe ist, werden die Betroffenen nervös und gereizt.
Aktuell hat Meixner eine Umfrage unter fünfeinhalbtausend Schülern im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> <strong>&#8220;Exzessives Onlineverhalten erfüllt ähnliche Kriterien wie Alkoholsucht&#8221;, erklärt Diplom-Psychologin Sabine Meixner von der Humboldt-Universität Berlin. So wie der Alkoholiker nicht von Wein und Schnaps lassen kann, geht bei Internetsüchtigen nichts ohne das Netz. Sobald kein Computer in der Nähe ist, werden die Betroffenen nervös und gereizt.<br />
Aktuell hat Meixner eine Umfrage unter fünfeinhalbtausend Schülern im Alter von zwölf bis 26 Jahren gemacht. Das Ergebnis: Vier<br />
Prozent der Jugendlichen sind onlinesüchtig oder suchtgefährdet. Das sind rund 442 000.</strong></p>
<h3>Gründe für die Sucht</h3>
<p>Die Ursachen für die Onlinesucht sind noch nicht genauer untersucht worden. &#8220;Die Forschung steckt da noch in den Kinderschuhen&#8221;, sagt Diplom-Psychologin Meixner. <img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/sucht-hintergrund-meixner268.jpg' alt='sucht-hintergrund-meixner268.jpg' />Auffallend sei aber, dass die Süchtigen einiges gemeinsam haben: Soziale Angst, Depressivität, geringes Selbstwertgefühl und fehlende soziale Unterstützung. &#8220;Das ist aber wie die Frage nach der Henne und dem Ei. Wir können noch nicht sagen, was zuerst war – die Einsamkeit oder die Sucht.&#8221;</p>
<h3>Suchtverhalten</h3>
<p>&#8220;Typisch für das Suchtverhalten ist unter anderem, dass die tägliche Nutzungszeit immer weiter erhöht wird&#8221;, sagt Meixner. Die durchschnittliche Nutzungszeit von internetsüchtigen Jugendlichen liegt nach Meixners Studienergebnissen über sechs Stunden am Tag. In Extremfällen können daraus 20 Stunden am Tag werden.<br />
 Doch nicht allein die Zeit sei ein Indikator für eine Sucht. Meixner  zählt dazu auch negative Folgen im sozialen Bereich, sowie Leistungsabfall in Schule und Job. &#8220;Die Menschen verbringen mehr Zeit am Rechner als geplant, andere Interessen, wie Freunde treffen oder Hobbys werden vernachlässigt.&#8221;</p>
<h3>Verantwortung ins Netz verlagert</h3>
<p>Neben Chatten und Surfen sind es vor allem Computerspiele, die faszinieren. &#8220;Rollenspiele, in denen die Jugendlichen im Team spielen, haben einen sehr hohen Suchtfaktor&#8221;, sagt Diplom-Psychologin Meixner. Schnell fühlt sich der Spieler für seine Mitspieler verantwortlich. &#8220;Die wollen die anderen nicht hängen lassen.&#8221; Das soziale Verantwortungsgefühl verlagert sich ins Netz. Wenn die Community immer weiter spielt, fällt es schwer den Aus-Knopf zu drücken – man könnte ja was verpassen.</p>
<h3>Ringe unter den Augen</h3>
<p>&#8220;Besonders betroffen sind junge Menschen zwischen 16 und 25Jahren&#8221;, weiß Jannis Wlachojiannis, Sozialarbeiter vom Café Beispiellos in Berlin. Zu ihm - in die Caritas-Beratungsstelle - kommen Menschen, die den Weg aus der Sucht suchen. Im vergangenen Jahr waren es etwa hundert.
<div class="box">
<h4>Beratungsstelle für Onlinesüchtige:</h4>
<p><a href="http://www.dicvberlin.caritas.de/42923.asp?id=16405&#038;page=1&#038;area=dicvber">Café Beispiellos</a><br />
Caritas-Beratungsstelle<br />
Wartenburgstraße 8<br />
10963 Berlin<br />
Telefon: (0 30) 666 33 959</div>
<p> &#8220;Viele sind völlig abgemagert, haben Ringe unter den Augen&#8221;, erzählt er. Die Hälfe der Hilfesuchenden sind Angehörige. Sie sind verzweifelt und wissen nicht mehr weiter. &#8220;Ein Elternpaar erzählte mir, dass sie den Internetanschluss gekappt hatten. Daraufhin zertrümmerte der Süchtige die komplette Einrichtung.&#8221; Kommen die Betroffenen von selbst, ist es meist schon zu spät. &#8220;Viele sind durch´s Abi gerasselt oder bekommen ihr Studium nicht mehr auf die Reihe. Oft hat auch der Partner Schluss gemacht&#8221;, sagt Wlachojiannis. </p>
<h3>Auswege</h3>
<p>Um diese Abwärtsspirale zu unterbrechen gibt es nur eine Möglichkeit, sagt der Sozialarbeiter:<img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/jannisonlinesucht268.jpg' alt='jannisonlinesucht268.jpg' /> &#8220;Abstinenz ist entscheidend.&#8221; Das Problem: Das Internet ist überall – ob bei der Reiseplanung oder im Beruf. &#8220;Daher erarbeiten wir mit unseren Patienten einen Zeitplan&#8221;, sagt Wlachojiannis. Darauf wird vermerkt, wie viel Zeit die Süchtigen im Netz verbringen.
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<p><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=64">Protokoll einer Chatsucht</a></div>
<p>Anschließend wird die Zeit im Netz immer weiter reduziert. In einem Gesprächskreis treffen sich die Betroffenen einmal wöchentlich, um über ihre Fort- bzw. Rückschritte zu sprechen – angeleitet von einem Sozialarbeiter. Einzige Ausnahme sei die Online-Sexsucht. &#8220;Da ist absolute Abstinenz angesagt&#8221;, sagt Wlachojiannis. Denn in diesem Fall ist der Leidensdruck viel höher. Die Betroffenen ekeln sich vor sich selbst und oft droht der Partner sie zu verlassen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Süchtig nach dem nächsten Klick</title>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:22:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Hoffmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Vierer-WG sitzt auf dem zerknautschten Ledersofa im Wohnzimmer. Im Fernsehen läuft ein Robbie-Williams-Konzert. &#8220;Erst haben wir uns über die kreischenden Mädels lustig gemacht&#8221;, erzählt Sarah Philipps*.  Nach einigen Gläsern Rotwein kreischt die 24-Jährige selbst mit. Aus purer Neugier googelt sie  Robbie Williams. Ein paar Klicks später landet sie in einem englischen Chatroom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Vierer-WG sitzt auf dem zerknautschten Ledersofa im Wohnzimmer. Im Fernsehen läuft ein Robbie-Williams-Konzert. &#8220;Erst haben wir uns über die kreischenden Mädels lustig gemacht&#8221;, erzählt Sarah Philipps*.  Nach einigen Gläsern Rotwein kreischt die 24-Jährige selbst mit. Aus purer Neugier googelt sie  Robbie Williams. Ein paar Klicks später landet sie in einem englischen Chatroom – nur für Robbie-Fans. </strong></p>
<p>&#8220;Da hatten wir gerade unseren Internetanschluss neu bekommen&#8221;, erzählt Sarah. &#8220;Ich wusste gar nicht, wie das funktioniert und was ich da schreiben soll. Aber die Leute waren total nett. Wir haben uns über alles mögliche unterhalten.&#8221; – Aus der kurzen Google-Suche wurden fünf Stunden chatten.</p>
<h3>Melancholie und Weltschmerz</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/typ_am_rechner.jpg' alt='typ_am_rechner.jpg' />&#8220;Wir hatten alle etwas gemeinsam: Menschen, die viel nachdenken und sehr melancholisch sein können&#8221;, sagt Sarah. In ihrer Beziehung kriselt es und sie gibt sich ganz dem Weltschmerz hin.  &#8220;Ich hatte das Gefühl, dass meine kreative Seite total verkümmert. Und die oberflächlichen Smalltalks auf Parties haben mich nur noch genervt&#8221;, sagt sie. Dagegen bot der Chat sehr viel Raum für Phantasie - gerade weil im Chat die Teilnehmer unsichtbar bleiben. &#8220;Ich habe mir die Leute einfach zurechtbasteln können&#8221;, sagt Sarah.<br />
Die Stunden im Chat empfindet sie als Meditation. Zusammen philosophieren die Chatter über Robbie aber auch über den Sinn des Lebens – nicht selten mit depressivem Grundtenor. &#8220;Es war wie lautes Denken, nur dass dann jemand auf der anderen Seite antwortet.&#8221; Im Chat kann sie den Alltag hinter sich lassen  - vollkommen abgeschirmt von der Welt da draußen.</p>
<h3>Den Alltag hinter sich lassen</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/dogs-and-computer268.jpg' alt='dogs-and-computer268.jpg' />Nach drei Monaten schirmt sich auch die Welt von Sarah ab. Ihr Freund macht Schluss.  Ihre &#8220;realen&#8221; Freunde melden sich kaum noch.  Ihre Stelle als Arzthelferin wird ihr gekündigt. &#8220;Meinen Eltern habe ich nichts gesagt. Ich habe mich geschämt.&#8221; Trotzdem kann sie mit dem Chatten nicht aufhören. Immer wieder versucht ihr Mitbewohner sie zu überreden, mal wieder raus zu gehen. Doch sie blockt ab. &#8220;Ich war schließlich fest verabredet mit meinen Chatfreunden.&#8221; Bis zu vierzehn Stunden täglich sitzt Sarah vor ihrem Laptop – meistens nachts. Sie ist inzwischen fest davon überzeugt, mit Robbie Williams persönlich zu chatten. &#8220;Ich dachte wirklich, er sei es und würde unter Pseudonym schreiben.&#8221;</p>
<h3>Betreutes Wohnen</h3>
<p>Fünf Monate später trifft Sarah im Chat einen Engländer. Sie verstehen sich auf Anhieb. &#8220;Der hat immer so ulkige Sachen geschrieben und konnte sich herrlich über Gott und die Welt aufregen&#8221;, erzählt sie. Eine Woche später sitzt sie im Flieger nach London. Auf dem Flughafen dann die böse Überraschung: Ihr neuer Freund ist in Begleitung seines Betreuers. Er lebt in einer WG für psychisch Kranke. Es ist zu spät, um umzubuchen. Außerdem hat Sarah kein Geld mehr. Zwei Wochen verbringt Sarah in der WG,  und erträgt die Eifersuchtsattacken ihres Gastgebers. &#8220;Als ich mich mit seinem Freund unterhalten habe, hat er einfach die Wohnzimmertür zertreten. Der ist vollkommen ausgerastet&#8221;, erzählt sie. Trotzdem bleibt sie. &#8220;Ich hatte das Gefühl, ich kann ihm helfen – er war ja ein Freund von mir.&#8221; </p>
<h3>Back to Reality</h3>
<p>Nach ihrem Besuch in England überkommt Sarah ein ungutes Gefühl. &#8220;Da ist mir zum ersten Mal klar geworden, wie bescheuert das ist, sich nur noch mit Phantasiefreunden zu beschäftigen. Ich hatte richtig Panik, da nicht mehr rauszukommen und bis an mein Lebensende vor dem Rechner zu versauern.&#8221; Als sie an ihrem Geburtstag ganz alleine da sitzt, zieht sie die Notbremse und löscht ihren Account. &#8220;Die ersten Tage waren hart. Denn ich wusste nichts mit mir anzufangen. Zum Glück hat mein Mitbewohner viel mit mir geredet und mir geholfen, einen neuen Job zu finden. Ohne ihn säße ich wahrscheinlich immer noch vor der Kiste.&#8221;</p>
<p>Doch sie will die Zeit im Web nicht vollkommen verteufeln: &#8220;Ich habe  auch tolle Leute über das Netz kennen gelernt – meine beste Freundin zum Beispiel. Zuerst haben wir beide voneinander gedacht wir seien Männer. Wir haben wild geflirtet bis klar war, wer am anderen Ende sitzt. Zeitweise dachte sie auch, ich sei Robbie&#8221;, sagt Sarah. Seitdem treffen sie sich regelmäßig.
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=150">Wenn das Internet zur Sucht wird<br />
</a></li>
</ul>
</div>
<p>Zusammen mit der neuen Freundin hat Sarah den Sprung aus der Chatsucht geschafft. &#8220;Ich chatte nur noch ein bis zwei Mal pro Woche und dann auch nicht stundenlang&#8221;, sagt sie.  &#8220;Das echte Leben ist schöner.&#8221; Sie zeigt auf ein Foto von ihrem neuen Freund – er ist blond und sieht Robbie gar nicht ähnlich.</p>
<p>*Name v. d. Redaktion geändert</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Gefangen in Hohenschönhausen - Rundgang durch die Haftanstalt</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=145</link>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:20:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Meier</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[
Am Eingang der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt Berlin Hohenschönhausen: Ein Wachturm. Im Oktober 1990 wurde das Gefängnis geschlossen. 1994 entstand die Gedenkstätte.

Hier beginnt der Rundgang: am ehemaligen Gefängnistor. Heute betreten rund 170.000 Besucher pro Jahr die Gedenkstätte.

Zeitzeugin Edda Schönherz (links) zeigt Besuchern den Eingang zum Zellentrakt. In Hohenschönhausen führen ehemalige Häftlinge aus der DDR zwei- bis dreimal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/1_wachturm_555_347.jpg' alt='Wachturm' /><br />
Am Eingang der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt Berlin Hohenschönhausen: Ein Wachturm. Im Oktober 1990 wurde das Gefängnis geschlossen. 1994 entstand die Gedenkstätte.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/2_tor_555_347.jpg' alt='Tor Haftanstalt' /><br />
Hier beginnt der Rundgang: am ehemaligen Gefängnistor. Heute betreten rund 170.000 Besucher pro Jahr die Gedenkstätte.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/3_vorgarage_555_347.jpg' alt='Eingang Garage' /><br />
Zeitzeugin Edda Schönherz (links) zeigt Besuchern den Eingang zum Zellentrakt. In Hohenschönhausen führen ehemalige Häftlinge aus der DDR zwei- bis dreimal am Tag eine Gruppe über das Gelände. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/4_gang_555_347.jpg' alt='Gang ohne Menschen' /><br />
Im Innern der U-Haftanstalt: Rechts und links befinden sich Einzelzellen. Das rote Licht war eine Ampel. Sie verhinderte, dass sich Häftlinge auf dem Flur begegneten. Es herrschte vollkommene Isolation.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/5_zelleaufmacher_555_347.jpg' alt='Zelle normal' /><br />
Blick in eine Einzelzelle. Milchglas in den Fenstern verhinderte, dass die Häftlinge nach draußen sehen konnten. Sie wußten nie, wo sie waren. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/6_schoneherzmitgast_555_347.jpg' alt='Edda mit Gast im Gang' /><br />
Edda Schönherz (links) saß ein halbes Jahr in der Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen. Sie leidet noch heute unter der psychologischen Folter in der Haft. Heute gibt sie ihr Wissen weiter.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/7_alarmdraht_555_347.jpg' alt='Alarmdraht an Wand' /><br />
Im Gang: Die Alarmdrähte hängen noch an den Wänden. Ein Wärter zog daran, wenn ein sich ein Häftling wehrte. Verstärkung kam sofort.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/8_roentgenstuhl_555_347.jpg' alt='Roentgenstuhl hinter Gittern' /><br />
Nach Angaben der Gedenkstätte wurden in diesem Identifikationsraum nicht nur Bilder von den Häftlingen gemacht: Sie erhielten auch eine Dosis Röntgenstrahlen.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/9_gitterbuero_555_347.jpg' alt='Blick zum Hof durch Gitter' /><br />
Gitter im dritten Stock: Blick vom Bürogebäude auf den Gefängnishof.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/10_zellen_555_347.jpg' alt='Gang geschlossene Türen' /><br />
Hier wurden die DDR-Bürger zur Nummer. Sie verloren ihre Identität. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/11_dunkelzellentuer_555_347.jpg' alt='Dunkelzelle Tür' /><br />
In die Dunkelzelle kam, wer sich wehrte oder schrie. Manchmal &#8220;parkten&#8221; Wärter einen Häftling auch, wenn sich ein anderer Häftling näherte. Die Insassen durften sich nie begegnen. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/12_kellergang_555_347.jpg' alt='Kellergang' /><br />
Im Keller der Gedenkstätte, dem &#8220;U-Boot&#8221; befanden sich Folterzellen. Die Staatssicherheit übernahm 1951 das Kellergefängnis von den sowjetischen Besatzern. Dies war der Beginn der psychologischen Folter in der DDR.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/13_kuebelzelle_555_347.jpg' alt='Zelle mit Kuebel' /><br />
In den gruftartigen Zellen des Kellers war nur eine Holzpritsche und ein Kübel als Toilette.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/14_barkasvonvorn_555_347.jpg' alt='Barkas in Garage von vorn' /><br />
In der Garage steht ein alter Barkas. In diesem Kleintransporter wurden die Gefangenen zu Verhören, Besuchsterminen und in andere Haftanstalten transportiert. Darin war es stockdunkel. Zur Desorientierung fuhren die Wärter stundenlang mit den Häftlingen im Kreis.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/15_schneise_555_347.jpg' alt='links Gefängnis rechts Wohnhäuser' /><br />
Draußen: Das ehemalige Untersuchungsgefängnis liegt direkt neben einer Wohnsiedlung. </p>
<div class="box box2">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=124">Ich bin im dunklen Tunnel gewesen - Porträt</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=148">Der Spion in meiner Zelle - Interview</a></li>
<p>Externe Links</p>
<ul>
<li><a href="http://www.stiftung-hsh.de/">Gedenkstätte Hohenschönhausen</a></li>
<li><a href="http://www.beratungsstelle-gegenwind.de/">Beratungsstelle für politisch Traumatisierte aus der DDR - Gegenwind</a></li>
</ul>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Spion in meiner Zelle</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=148</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=148#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:10:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Meier</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=148</guid>
		<description><![CDATA[Gisela Quasdorf wird 1953 in Radebeul geboren. Als sie sieben ist, verhaftet die Staatssicherheit ihre Mutter. Quasdorf kommt in ein Kinderheim. Später lernt sie Köchin und Krippenerzieherin. 1976 stellt sie einen Ausreiseantrag aus der DDR. Der wird abgelehnt. Sie will flüchten, scheitert und kommt in Haft. 1979 wird sie in die Bundesrepublik verkauft.
Warum wurden Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gisela Quasdorf wird 1953 in Radebeul geboren. Als sie sieben ist, verhaftet die Staatssicherheit ihre Mutter. Quasdorf kommt in ein Kinderheim. Später lernt sie Köchin und Krippenerzieherin. 1976 stellt sie einen Ausreiseantrag aus der DDR. Der wird abgelehnt. Sie will flüchten, scheitert und kommt in Haft. 1979 wird sie in die Bundesrepublik verkauft.</strong></p>
<p><strong>Warum wurden Sie verhaftet?</strong></p>
<p>Mein Leben war mit Anfang zwanzig zu Ende. Im Urlaub stieg ich zufällig in das Auto eines Stasi-Mitarbeiters. Ich hatte es mit dem Auto meines Freundes verwechselt, auf den ich gewartet hatte. Der Mann fragte mich gezielt nach Fluchtideen aus, die jeder im Alter von zwanzig so hat. Ich hab ihm dann gesagt, würd ich machen, wenn es nicht so gefährlich wär. Das war dann der Anfang meines operativen Vorgangs bei der Stasi. Von da an wurden alle meine Anträge auf Reisen ins sozialistische Ausland abgelehnt. Als ich eine neue Arbeit suchte, kamen auf einmal Ablehnungen. Das war in der DDR sehr ungewöhnlich. Wenn man nicht arbeitete, konnte man eingesperrt werden. Das war, wie tot im Leben sein. Darauf hin habe ich einen Ausreiseantrag gestellt. Da war die Staatssicherheit richtig hinter mir her. Sie kamen in meine Wohnung und haben mir gedroht. Sie wollten, dass ich den Antrag zurücknehme. Als das abgelehnt wurde, plante ich, mit einem Freund zu flüchten. An der Grenze zur Tschechoslowakei wurden wir gefasst. Ich kam erstmal in Untersuchungshaft nach Berlin und Dresden. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/haftmauer_268_168.jpg' alt='Mauer der ehemaligen Haftanstalt in Berlin Hohenschönhausen. Von Bettina Meier' /></p>
<p><strong>In der Untersuchungshaft waren Sie nicht allein. Wie war das für sie?</strong></p>
<p>Ich war drei Monate rund um die Uhr mit einer Frau in einer Zelle. Wir verstanden uns nicht. Sie war mir körperlich unangenehm. Ich bin ein Mensch, der lieber alleine ist. Mit den Monaten kannte ich alles von dieser Frau: die Toilette, den Geruch, wie sie sich wusch. Ich habe alles von ihr mitgekriegt. Dass ich nie ohne Beobachtung war, das war für mich das Allerschlimmste.</p>
<p><strong>Was haben Sie getan?</strong></p>
<p>Am Anfang haben wir uns arrangiert. Wir haben Rezepte ausgetauscht. Aber Ende war es so schlimm, dass ich mir den ganzen Tag ein Handtuch über den Kopf gelegt hab, um sie nicht voll mitzukriegen. Tagelang. Später fand ich heraus, dass sie eine Informantin der Stasi war. Sie hat mich beobachtet. Sie hat Sachen weitergegeben. Leider fehlen diese Akten heute und ich weiß nicht, wer sie war.</p>
<p><strong>Wie haben Sie sich in den Verhören der Staatssicherheit verhalten? </strong></p>
<p>Die wollten ja immer wissen, wie doll man vom Westen beeinflusst ist. Einmal fragte mein Vernehmer mich, welche Westsender ich so höre. Ich hab gesagt, dass ich alle Westsender höre. Dann hab ich alle aufgezählt, die ich kannte. Da stutzte er und fragte: Ja kriegen Sie die überhaupt rein? Ich sagte: Jaja, die krieg ich alle rein. Stimmte aber gar nicht. Ich hab dem einfach Märchen erzählt und der verstand gar nicht, dass ich alles so zugebe. Das wollte ich ja. Ich wollte mich nicht mehr integrieren. Ich wollte weg aus der DDR.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/quasdorfdraussen_268_168.jpg' alt='Gisela Quasdorf. Von Bettina Meier' /></p>
<p><strong>Hatten Sie nicht Angst nach ihrer Haft in die DDR entlassen zu werden?</strong></p>
<p>Das war die größte Angst, die viele Gefangene hatten. Einmal nach meiner Verurteilung sagte mein Vernehmer zu mir, dass ich das nächste Jahr um diese Zeit schon in der Bundesrepublik leben würde und dass ich da untergehen würde. Da war bei mir die Hoffnung, freigekauft zu werden, größer, als die Angst, wieder in die DDR zurück zu müssen. </p>
<p><strong>Haben Sie deshalb in der Haft durchgehalten?</strong></p>
<p>Ja, ich hatte die Hoffnung, frei zu kommen. Ich hatte das Gefühl, es geht weiter. Die drei Jahre vor meiner Festnahme, wo ich von der Staatssicherheit observiert wurde, waren eine Sackgasse. Mein Leben war vorbei, obwohl ich jung war. Das war das Gruseligste. Insofern war für mich nicht die Haft das größte Leid. Das war die Zeit in der DDR vorher.</p>
<div class="box box2">
<h4>Mehr zum Thema:</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=124">Ich bin im dunklen Tunnel gewesen</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=145">Gefangen in Hohenschönhausen - Fotostrecke</a></li>
<p>Externe Links</p>
<ul>
<li><a href="http://www.stiftung-hsh.de/">Gedenkstätte Hohenschönhausen</a></li>
<li><a href="http://www.beratungsstelle-gegenwind.de/">Beratungsstelle für politisch Traumatisierte aus der DDR - Gegenwind</a></li>
</ul>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Leben ohne Beziehungskrampf</title>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Meier</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[Gudrun ist seit drei Monaten Single. Sie geht lieber zum Sport als auf Flirtpartys. ICH/DU//IHR///.DE hat sie getroffen.
Wie lange bist Du schon Single?
Ich bin 31 Jahre meines Lebens Single gewesen. Meine Beziehungen haben insgesamt drei Jahre gedauert. Seit drei Monaten bin ich wieder Single. In der Beziehung ging es gar nicht um mich und er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gudrun ist seit drei Monaten Single. Sie geht lieber zum Sport als auf Flirtpartys. ICH/DU//IHR///.DE hat sie getroffen.</strong></p>
<p><strong>Wie lange bist Du schon Single?</strong></p>
<p>Ich bin 31 Jahre meines Lebens Single gewesen. Meine Beziehungen haben insgesamt drei Jahre gedauert. Seit drei Monaten bin ich wieder Single. In der Beziehung ging es gar nicht um mich und er hatte kaum Zeit. Da hab ich gedacht, dass ich besser dran bin, wenn ich die Dinge wieder selbst in die Hand nehme. </p>
<p><strong>Genießt Du Dein Single-Dasein?</strong></p>
<p>Mein Leben als Single ist deutlich besser, als wenn ich den Krampf der Beziehung aufrecht erhalte. Ich arbeite sehr viel und pendle. Als Single habe ich die Freiheit, mich selbst zu organisieren. So hechte ich abends nicht nach Hause, sondern geh mit Kollegen was trinken. Ich hab mehr Zeit für Sachen, die mich interessieren. Ich mache mehr Sport. Ich lese mehr. Ich verabrede mich fürs Kino und Theater. Ich tu das, was ich vorher nicht gemacht habe.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/gurdruntasse_268_168.jpg' alt='Frau mit Tasse. Von Bettina Meier' /></p>
<p><strong>Das klingt als wärst Du wunschlos glücklich als Single?</strong></p>
<p>Klar hätte ich gern mal eine Schulter zum Anlehnen, jemanden, der mir gut zuredet oder mir sagt, wie toll ich bin, ohne dass ich vorher große Leistungen vollbracht habe. Aber insgesamt bin ich es gewohnt, mich alleine durchzubeißen und mich selbst zu motivieren. Einfach nur einen Partner haben, ist für mich nicht wichtig genug, um dafür das Leben, das ich jetzt habe, aufzugeben.</p>
<p><strong>Lernst Du als Single gezielter Leute kennen?</strong></p>
<p>Ich mach nichts, um gezielt Leute kennen zu lernen. Ich geh zum Sport, um Sport zu machen. Ich fahre sehr viel alleine in den Urlaub, auch richtig Abenteuerurlaub. Da lerne ich immer Leute kennen. Zum Beispiel habe ich dieses Frühjahr Leute in England besucht, die ich letztes Jahr in Transsylvanien auf einer Tour kennen gelernt habe. Ich begegne Menschen. Ich suche nicht.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/herz_268_168.jpg' alt='Ein Plueschherz. Von Bettina Meier' /></p>
<p><strong>Wie findest Du Single-Parties?</strong></p>
<p>Ich würde auf keine Singleparty gehen, weil ich keine Lust habe, auf einem Laufsteg zu stehen. Ich kenn die Situation, wenn sich Singles begegnen. Dieses Abchecken. Besonders Männer treffen die Entscheidung: Die passt oder die passt nicht und wenn sie passt, dann muss sie sich gefälligst auch so verhalten, wie ich es von ihr erwarte. Das ist es, was mir unglaublich gegen den Strich geht. Ich möchte nicht gecastet werden für eine Partnerschaft.</p>
<p><strong>Was nimmst Du aus Deinem Singleleben mit?</strong></p>
<p>Ich habe einen hohen Anspruch an Gleichbehandlung, an Ernstgenommenwerden, an Freiraum, an grundsätzlicher Beteiligung. Das kann schwierig sein für eine Beziehung. Gerade, wenn man der klassische Single mit Mitte 30 ist. Ich bin so geworden, wie ich jetzt bin und mit was anderem wäre ich auch nicht glücklich.</p>
<div class="box box2">
<h4>Gudruns Single-Tipps</h4>
<ul>
<li>Mach das, was Dir Spaß macht! Bloß nicht in den Kochkurs gehen, weil Du denkst, da laufen alle Singlemänner rum, die auf der Suche nach Frauen sind. Lieber den Karatekurs anfangen, den Du seit Jahren machen wolltest. Dann triffst Du auch nette Leute und wenn es nicht mit einem Partner klappt, dann hast Du wenigstens Spaß gehabt.</li>
<li>Habe die Grundhaltung: Hallo Mensch. Ich bin auch einer und würd gern mit Dir reden. Ich mag es, wenn Leute mich als Menschen und nicht als Lustobjekt oder Opfer ansprechen. </li>
</ul>
</div>
<div class="box box2">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=118">Single? Nein Danke!</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=69">Dein virtueller Partner als Podcast</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=91">Die Single-Wissenschaft</a></li>
</ul>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Liebe fürs Leben gibt’s nicht im Internet</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=118</link>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 15:50:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Meier</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[Bert ist seit drei Jahren Single. Er geht regelmäßig auf Flirtpartys, wie zu Rock&#8217;n Flirt in Berlin. Dort hat Ich/Du//Ihr///.DE ihn getroffen. 
Du bist seit drei Jahren allein, wie gefällt Dir Dein Leben als Single?
Es geht zwar gut allein, aber zu zweit ist es einfach schöner. Ich bin ein Single, der lieber keiner wäre, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bert ist seit drei Jahren Single. Er geht regelmäßig auf Flirtpartys, wie zu Rock&#8217;n Flirt in Berlin. Dort hat Ich/Du//Ihr///.DE ihn getroffen.</strong> </p>
<p><strong>Du bist seit drei Jahren allein, wie gefällt Dir Dein Leben als Single?</strong></p>
<p>Es geht zwar gut allein, aber zu zweit ist es einfach schöner. Ich bin ein Single, der lieber keiner wäre, der lieber gemeinsam durchs Leben geht. Deshalb besuche ich hier die Flirtparty, um eine nette Dame kennen zu lernen. Ich suche nach meiner großen Liebe. Aber bisher hat es noch nicht geklappt. Man muss sich Zeit nehmen. </p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/paarkleiner_268_168.jpg' alt='Paar im Sand. Von Bettina Meier' /></p>
<p><strong>Was fehlt Dir?</strong></p>
<p>Wenn ich von der Arbeit aus viel zu tun habe, da fällt es mir nicht so auf, dass ich einsam bin. Aber wenn ich abends alleine ins Bett gehe oder morgens allein am Frühstückstisch sitze, dann ist das für mich sehr schlimm. Ich kann nichts mit einem anderen teilen. Ich finde es schön, wenn ich nach Hause komme und es ist jemand da, der mich begrüßt, der mir entgegenlächelt und sagt: Ich freu mich, dass ich Dich wieder sehe oder sagt, ich freue mich, mit Dir ins Bett zu gehen, mit Dir aufzuwachen. Ich würd gern mit jemandem in den Urlaub fahren, mal zusammen was trinken gehen, zusammen baden gehen. Ich träume davon, Kurztrips zu unternehmen, einfach durch Berlin zu schlendern. Zu zweit kann man die guten Seiten miteinander teilen und die schlechten halbieren. </p>
<p><strong>Was tust Du gegen Deine Einsamkeit?</strong></p>
<p>Ich gehe sehr oft zu Flirtparties, weil ich dort Leute persönlich treffe. Ich versuche auch Frauen im Internet kennen zu lernen, aber das geht eigentlich nicht. Ich habe oft das Problem, dass keine Antwort auf meine Flirtmails kommt. Die Frauen bekommen entweder zu viele Zuschriften oder sie werden ihnen lästig. Bei den Flirtparties ist das lockerer. Da kann man sich auch aus dem Weg gehen, wenn man sich nichts zu sagen hat. Dann unterhalte ich mich mit der Nächsten.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/bertliegestuhl_268_168.jpg' alt='Bert im Liegestuhl. Von Bettina Meier' /></p>
<p><strong>Wie flirtest Du?</strong></p>
<p>Flirten muss Spaß machen, unterhaltend sein und neue Kontakte bringen. Ich habe nicht den Anspruch, dass es für ewig oder für eine ganze Ehe hält. Das ist Quatsch. Wenn ich so rangehen würde, wär ich völlig verkrampft. Ich sage mir, ich muss das Leben so genießen, wie es mir geboten wird. Daraus das Beste machen und wenn sich daraus zufällig was ergibt, umso besser. </p>
<p><strong>Hast Du nicht Angst, Deine Unabhängigkeit in einer Beziehung aufzugeben?</strong></p>
<p>Das schließt ja eine Beziehung nicht aus. Ich hab ja auch weiterhin meinen Freundeskreis. Ich hab gelernt, dass Reden hilft, Sachen aus der Welt zu schaffen. Dann kann ich wieder neu anfangen. Ich muss das Problem des Tages gleich auf den Tisch legen. Außerdem habe ich gelernt, in einer Partnerschaft Freiheit zu gewähren und trotzdem gemeinsame Dinge zu erleben. Ich brauche meine eigenen Hobbys und meine Freunde. Das ist mir unheimlich wichtig. Das baut mich auf. Der Partner alleine kann das nicht machen. Eine Partnerin zu haben ist für mich eine wohltuende Ergänzung. </p>
<p><strong>Glaubst Du an die Liebe auf den ersten Blick?</strong></p>
<p>Bei meiner zweiten großen Liebe hat es funktioniert. Da hat ein Blick gereicht, um fünfzehn Jahre zusammen zu gehen. Jetzt suche ich die Frau, die mit mir durchs Leben geht.</p>
<div class="box box2">
<h4>Bert&#8217;s Flirt-Tipps</h4>
<ul>
<li>Versuche ein kleines Stück von Dir zu opfern, dann bekommst Du das doppelt und dreifach zurück.</li>
<li>Nimm Dir Zeit zum Flirten. Ein Augenkontakt reicht oft nicht. In der S-Bahn, im Bus, auf der Straße, bei der Arbeit verlierst Du den Menschen schnell wieder aus den Augen. Auf einer Flirtparty triffst Du zu 99,9 Prozent Singles.</li>
<li>Nicht schüchtern sein. Es beißt keiner, es schlägt keiner, es tritt keiner. Ich kann nur ein freundliches Lächeln zurückbekommen, wenn ich ein Lächeln aussende.</li>
</ul>
</div>
<div class="box box2">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=119">Single? Hurra!</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=69">Dein virtueller Partner als Podcast</a>	</li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=91">Die Single-Wissenschaft</a></li>
</ul>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Einsamkeit - ein Buchtipp für Spaßvögel</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=78</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=78#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 09:58:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Doris Anselm</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

		<category><![CDATA[Einsam]]></category>

		<category><![CDATA[Glücklich]]></category>

		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Problem
Vertrackt an der Einsamkeit ist, dass der Mensch auch noch in seiner Einsamkeit vereinsamt.

Ulf Poschardt: Einsamkeit. Die Entdeckung eines Lebensgefühls. 
 Piper, München 2007. ISBN 978-3492-25001-6

Das heißt, er hält sich für den einzig wirklich Einsamen unter der Sonne. Bei allen Thesen und Ideen, mit denen sich Ulf Poschardt in seinem Buch herumschlägt: Eigentlich geht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Das Problem</h3>
<p>Vertrackt an der Einsamkeit ist, dass der Mensch auch noch in seiner Einsamkeit vereinsamt.
<div class="box">
<h4>Ulf Poschardt: Einsamkeit. Die Entdeckung eines Lebensgefühls. </h4>
<p> Piper, München 2007. ISBN 978-3492-25001-6
</p></div>
<p>Das heißt, er hält sich für den einzig wirklich Einsamen unter der Sonne. Bei allen Thesen und Ideen, mit denen sich Ulf Poschardt in seinem Buch herumschlägt: Eigentlich geht es immer um diese Vertracktheit.</p>
<h3>Der Standpunkt</h3>
<p>Jeder ist einsam. Einsamkeit ist für Ulf Poschardt untrennbar mit dem Leben in modernen und freien Gesellschaften verbunden. Das ist zwar keine neue These, nimmt dem armen Einsamen aber den Vorwurf ab, immer selbst schuld zu sein. </p>
<h3>Die Lösung</h3>
<p>Konkret bietet der Autor nur eine Lösung an: <img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/coverposchardt_schraeg_268.jpg' alt='coverposchardt_schraeg_268.jpg' />Die &#8220;Poschardt-Sozialdiät&#8221;. Ihr zufolge sollte man Isolation als &#8220;mentales Bodybuilding&#8221; nutzen. Das ist etwas dürftig. Doch in Wahrheit ist das Buch selbst die Lösung: Poschardt plaudert aus dem Nähkästchen der völlig verwilderten Einsamen, etwa beim Essen (&#8221;Sie schlingen und schmatzen, lecken und pulen, dass es keine Freude ist&#8221;) und analysiert Werbespots für Luxuskatzenfutter. Wer sich in den Anekdoten und Zoten wieder findet, darf herzhaft lachen. Das ist wohltuend und befreiend und im Grunde die perfekte Anleitung, die eigene Situation nicht zum größten Elend auf Erden zu stilisieren.</p>
<h3>Der Praxiswert</h3>
<p>Poschardts Buch ist kein Ratgeber.  Es ist auch nicht wissenschaftlich. Eher küchenpsychologisch. Es wärmt Klischees auf. Aber es amüsiert. Damit hat es seine Existenz auf dem Buchmarkt schon mehr als verdient. Dumm nur, dass man die entlarvend lustigen Geschichten nie wieder findet, weil das Buch zwar Kapitel, aber kein Inhaltsverzeichnis hat.</p>
<h3>Die Zielgruppe</h3>
<p>Wer zum Dramatisieren neigt, aber seinen Sinn für Humor vor lauter Einsamkeit noch nicht ganz verloren hat, wird an diesem Buch Freude haben. Statt einer Selbsthilfegruppe gibt es Poschardts seltsame Charaktere, statt Anweisungen Gleichnisse und statt gezielt nachzuschlagen, schmökert man ziellos herum. Prädikat: Krampflösend.</p>
<div class="box box2">
<h4>Typsache Einsamkeit: Noch mehr Bücher</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=74"><strong>Für zarte Gemüter:</strong><br />
Einsamkeit überwinden. Von innerer Leere zu sich und anderen finden (Doris Wolf)</a> </li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=76"><strong>Für Eigenbrötler:</strong><br />
Die hohe Schule der Einsamkeit: Von der Kunst des Alleinseins (Mariela Sartorius)<br />
</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=79"><strong>Für Gründliche: </strong><br />
Jetzt geh ich&#8217;s an. Besseren Kontakt zu sich und anderen finden (Eva Wlodarek)</a></li>
</ul>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Einsamkeit - ein Buchtipp für Eigenbrötler</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=76</link>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 09:11:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Doris Anselm</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

		<category><![CDATA[Einsam]]></category>

		<category><![CDATA[Glücklich]]></category>

		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Problem

Nicht eines, nein, mindestens drei Probleme mit der Einsamkeit nimmt Mariela Sartorius in den Blick. 

Mariela Sartorius: Die hohe Schule der Einsamkeit. Von der Kunst des Alleinseins. 
Gütersloher Verlagshaus, 2006 (2. Auflage). ISBN 978-3-579-06942-5 
Damit wirbt sie geschickt um ganz unterschiedliche Leser: Die, die endlich allein sein wollen und nie dazu kommen. Die, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Das Problem<br />
</h3>
<p>Nicht eines, nein, mindestens drei Probleme mit der Einsamkeit nimmt Mariela Sartorius in den Blick. </p>
<div class="box">
<h4>Mariela Sartorius: Die hohe Schule der Einsamkeit. Von der Kunst des Alleinseins. </h4>
<p>Gütersloher Verlagshaus, 2006 (2. Auflage). ISBN 978-3-579-06942-5 </p></div>
<p>Damit wirbt sie geschickt um ganz unterschiedliche Leser: Die, die endlich allein sein wollen und nie dazu kommen. Die, die Schuldgefühle haben, weil sie zur gemütlichen Eigenbrötelei neigen. Und die, die sich einsam fühlen und dabei doch ahnen, dass sie ihr Alleinsein ganz anders erleben könnten.</p>
<h3>
Der Standpunkt</h3>
<p>Die Einsamkeit hat ihr mieses Image völlig zu Unrecht, findet Sartorius. Im Gegenzug sind feste, offizielle Beziehungen maßlos überbewertet. Man hilft und unterstützt sich viel besser ohne Verpflichtung. Sie selbst hat ihren Weg gefunden und verbringt einen beträchtlichen Teil ihres Lebens auf einer abgelegenen Alm in Tirol.</p>
<h3>Die Lösung</h3>
<p>Wie die Probleme, so die Lösungen: Ein ganzes Potpourri an Ideen hat Mariela Sartorius zusammengestellt. Sie sind alle etwas wirr, wie das nebulöse „Umdenken“, dem sie ein ganzes Kapitel widmet. Hier erzählt sie hauptsächlich von Ihrem schwierigen Umgang mit einer Freundin. Die beiden sind völlig verschieden und ergänzen sich doch. Na sowas! Hingegen ist der Tipp, ruhig auf den eigenen Zeitrhythmus zu beharren (Eigenbrötler trödeln gern!) sicher auch für gesellige Menschen brauchbar.</p>
<h3>Der Praxiswert</h3>
<p>Mariela Sartorius vermittelt Spaß an der Einsamkeit. <img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/coverfotosartorius_schraeg_268.jpg' alt='coverfotosartorius_schraeg_268.jpg' />Sie berichtet von religiösen Erfahrungen, Kreativitätsschüben und „peak experiences“, die gerade in der Abgeschiedenheit möglich seien. Besonders schlüssig argumentiert sie allerdings nicht. Vielleicht liegt es an ihrem Eigenbrötlerdasein auf der Alm. Unterhaltungswert besitzen ihre selbst kreierten Redensarten, wie die zum Thema Lärm: „Der Mensch ist nicht des Menschen Wolf, sondern sein Trampeltier.“</p>
<h3>Die Zielgruppe</h3>
<p>Wer nur auf gute Argumente gewartet hat, um sich endlich von Welt und Mitmenschen zurückzuziehen, der bekommt sie hier. Aber auch der Gesellige kann sich von Mariela Sartorius zur Einsamkeit verführen lassen. Teils wirkt das Ganze etwas weitschweifig-esoterisch. Aber mit vielen Anregungen unterläuft das Buch beherzt und findig gesellschaftliche Normen und Vorurteile. Auf in die Einöde!</p>
<div class="box box2">
<h4>Typsache Einsamkeit: Noch mehr Bücher</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=74"><strong>Für zarte Gemüter:</strong><br />
Einsamkeit überwinden. Von innerer Leere zu sich und anderen finden (Doris Wolf)</a> </li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=79"><strong>Für Gründliche: </strong><br />
Jetzt geh ich&#8217;s an. Besseren Kontakt zu sich und anderen finden (Eva Wlodarek)</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=78"><strong>Für Spaßvögel:</strong><br />
Einsamkeit: Die Entdeckung eines Lebensgefühls (Ulf Poschardt)</a></li>
</ul>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Einsamkeit - ein Buchtipp für zarte Gemüter</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=74</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=74#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 08:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Doris Anselm</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

		<category><![CDATA[Einsam]]></category>

		<category><![CDATA[Glücklich]]></category>

		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=74</guid>
		<description><![CDATA[Das Problem
Doris Wolf: Einsamkeit überwinden. Von innerer Leere zu sich und anderen finden. 
Bin ich einsam? Doris Wolfs Ratgeber bietet zum Einstieg einen Selbsttest an. 

Doris Wolf: Einsamkeit überwinden. Von innerer Leere zu sich und anderen finden
Pal-Verlag, Mannheim 2007 (11. Auflage). ISBN 978-3-923614-14-1
Die meisten Fragen überraschen eher weniger: „Sind Sie unglücklich darüber, so viele Dinge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Das Problem</h3>
<h4>Doris Wolf: Einsamkeit überwinden. Von innerer Leere zu sich und anderen finden. </h4>
<p>Bin ich einsam? Doris Wolfs Ratgeber bietet zum Einstieg einen Selbsttest an. </p>
<div class="box">
<h4>Doris Wolf: Einsamkeit überwinden. Von innerer Leere zu sich und anderen finden</h4>
<p>Pal-Verlag, Mannheim 2007 (11. Auflage). ISBN 978-3-923614-14-1</p></div>
<p>Die meisten Fragen überraschen eher weniger: „Sind Sie unglücklich darüber, so viele Dinge alleine tun zu müssen?“ – „Haben Sie Schwierigkeiten, Kontakte zu knüpfen?“ Aber dann, hoppla: „Denken Sie, dass alle Anderen besser, intelligenter, attraktiver sind als Sie?“ Solche Gedanken deuten ebenso auf gefühlte Einsamkeit hin wie das Bedürfnis, ständig zu kritisieren, zynisch und aggressiv zu sein.</p>
<h3>
Der Standpunkt</h3>
<p>Alleinsein ist ein Zustand, Einsamkeit jedoch ein Komplex aus äußeren Umständen und persönlichen Einstellungen: Im Kapitel „wie Gefühle entstehen“ erläutert die Autorin, wie wir Ereignisse wahrnehmen, bewerten und mit Gefühlen „ausstatten“. Je häufiger man eine Situation als gut oder schlecht bewertet, desto eher wird diese Bewertung automatisch – und damit unbewusst. Das zu wissen, könnte nicht nur bei Einsamkeit helfen, sondern bei vielen negativen Gefühlen.</p>
<h3>Die Lösung</h3>
<p>Zunächst: „Gestehen Sie sich ein, dass Sie einsam sind!“ Das sollte beim Kauf des Ratgebers passiert sein. Danach ist der Weg aus der Einsamkeit ein Dreischritt: Eine positive Beziehung zu sich selbst aufbauen, Beziehungen zu anderen knüpfen und diese Beziehungen vertiefen. Wie das geht? Als Einstieg rät Wolf, zum Beispiel jeden Tag 5 Menschen anzulächeln. Dennoch: Einsamkeit tritt immer wieder einmal auf - „Ein dauerhaftes Heilmittel gibt es nicht.“ </p>
<h3>Der Praxiswert</h3>
<p>Können elf Auflagen lügen? <img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/coverwolf_gerade_268.jpg' alt='coverwolf_gerade_268.jpg' />Wahrscheinlich nicht. Doris Wolfs Buch ist ein Klassiker. Es ist durchdacht und einfühlsam. Die „Zusammenfassung der wichtigsten Schritte“ am Schluss des Buches lässt sich lesen wie eine Sammlung von Tageslosungen. So wird der Weg aus der Einsamkeit in überschaubare Abschnitte aufgeteilt. Auch klug: Attraktivität hat, so Wolf, mit Selbstachtung und Liebesfähigkeit zu tun – nicht damit, Anderen zu imponieren.</p>
<h3>Die Zielgruppe</h3>
<p>Dieses Buch ist wie eine Therapeutin zum Mitnehmen. Eine sanfte Stimme, an die man sich halten kann. Kein Ratgeber im Businessformat mit dynamischen Grafiken und Hau-Ruck-Motivationssprüchen. Doris Wolf spricht Leserin und Leser in fast jedem Satz direkt an. Sie versteht sich als die erste Person, mit der die Vereinsamten wieder Kontakt aufnehmen. Entsprechend empfindsam gibt sie sich; entsprechend betulich ist sie leider manchmal auch. Doch für zarte Gemüter oder bei Einsamkeit, die sich zur Depression auswächst, ist Wolfs Buch das Richtige.</p>
<div class="box box2">
<h4>Typsache Einsamkeit: Noch mehr Bücher</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=76"><strong>Für Eigenbrötler:</strong><br />
Die hohe Schule der Einsamkeit: Von der Kunst des Alleinseins (Mariela Sartorius)<br />
</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=79"><strong>Für Gründliche: </strong><br />
Jetzt geh ich&#8217;s an. Besseren Kontakt zu sich und anderen finden (Eva Wlodarek)</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=78"><strong>Für Spaßvögel:</strong><br />
Einsamkeit: Die Entdeckung eines Lebensgefühls (Ulf Poschardt)</a></li>
</ul>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Kranführer - Sonnenuntergänge gratis</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=146</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=146#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 08:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kristin Joachim</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[Timo Szablowski. 30 Jahre. Einer von vier Brüdern, die gemeinsam eine Kranführerfirma betreiben.
Zeit allein?
Ich bin mindestens acht Stunden am Stück allein oben auf dem Kran. Manchmal auch 16 Stunden. Ich esse auch da oben. Morgens mache ich mir immer schon zu Hause meine Brote fertig. 
Einsamkeitsgefühle?
 Gibt es auf jeden Fall. Ich bin ja den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Timo Szablowski. 30 Jahre. Einer von vier Brüdern, die gemeinsam eine Kranführerfirma betreiben.</strong></p>
<h3>Zeit allein?</h3>
<p>Ich bin mindestens acht Stunden am Stück allein oben auf dem Kran. Manchmal auch 16 Stunden. Ich esse auch da oben. Morgens mache ich mir immer schon zu Hause meine Brote fertig. </p>
<h3>Einsamkeitsgefühle?</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/kranklein.jpg' alt='kranklein.jpg' /> Gibt es auf jeden Fall. Ich bin ja den ganzen Tag allein. Auf manchen Baustellen gibt’s noch nicht mal ein Funkgerät. Und selbst wenn es eins gibt, reden die Kollegen unten ja auch nicht den ganzen Tag mit mir. Also da ist man schon neidisch auf die Leute unten. Die können in der Pause zur Currywurstbude gehen, quatschen den ganzen Tag. Und ich sitze dann da oben. Also das kann wirklich einsam sein.</p>
<h3>Ticks?</h3>
<p>Naja, Ticks sind das nicht unbedingt. Aber ich mag die Sonnenuntergänge total gern, gerade hier am Alexanderplatz. Da habe ich schon tolle Fotos geschossen.<br />
Und wenn es wirklich einsam und langweilig wird, dann schaue ich einfach nicht mehr auf die Uhr. Sonst vergeht die Zeit noch langsamer.</p>
<h3>Und privat?</h3>
<p>Ich war schon immer ein eher ruhiger Typ. Der Job verstärkt das sogar noch.<br />
Wenn ich manchmal unten arbeite, mit einer Fernbedienung für den Kran, dann hab ich abends Lust nach Feierabend mit Kumpels nochmal wegzugehen. Aber wenn ich den ganzen Tag allein oben gesessen habe, dann bin ich froh, dass ich zu Hause bin. Und dann lass ich den Abend ganz langsam ausklingen – allein.</p>
<h3>Was tun gegen Langeweile?</h3>
<p>Maßnahme: Ich guck mir die Gegend an. Die Leute kann ich nicht genau beobachten. Dafür sind die zu klein. Aber wenn hier am Alex zum Beispiel Demos sind, das ist dann schon interessant. Oder wenn’s warm ist, dann geh ich hinten auf den Kran raus, auf den Ausleger. Da kann man sich dann ein bisschen sonnen. Im Moment bin ich leider nicht so braun. Hier ist viel zu viel Arbeit.</p>
<div class="box box2">
<h4>Einsame Berufe</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=30">Übersicht &#8220;Kein Kollege in Sicht&#8221;</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=133">Fischer</a> </li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=136">U-Bahnfahrerin</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=135">Schriftstellerin</a></li>
</ul>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>U-Bahnfahrerin - leider nicht in Paris</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=136</link>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 07:50:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kristin Joachim</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[Anke Plehn. 37 Jahre alt. Seit sechzehn Jahren U-Bahnfahrerin bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG).
Zeit allein?
Ich bin am Tag ungefähr acht Stunden in meiner Fahrerkabine.
Einsamkeitsgefühle?
Wenn ein Zug kaputt geht mitten auf der Strecke. Ich bemühe mich dann schon, das Problem irgendwie zu lösen, kann aber meist selbst nur auf Hilfe warten. Und dann kommen die Fahrgäste, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anke Plehn. 37 Jahre alt. Seit sechzehn Jahren U-Bahnfahrerin bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG).</strong></p>
<h3>Zeit allein?</h3>
<p>Ich bin am Tag ungefähr acht Stunden in meiner Fahrerkabine.</p>
<h3>Einsamkeitsgefühle?</h3>
<p>Wenn ein Zug kaputt geht mitten auf der Strecke. Ich bemühe mich dann schon, das Problem irgendwie zu lösen, kann aber meist selbst nur auf Hilfe warten. Und dann kommen die Fahrgäste, sind sauer, genervt und lassen das an mir aus. Da fühlt man sich auf jeden Fall sehr einsam und angreifbar. </p>
<h3>Ticks?</h3>
<p>Mit dem Bein wackeln. Das ist kein Sport, aber irgendwie Bewegungstherapie. Mehr Ticks kann ich mir gar nicht erlauben. Ich bin ja nie unbeobachtet, auch <img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/u-bahntunnelklein.jpg' alt='u-bahntunnelklein.jpg' />wenn man das vielleicht denken könnte. Es gibt aber auf allen Bahnhöfen Kameras. Woher soll ich wissen, ob da nicht gerade einer vor dem Bildschirm steht und denkt: &#8220;Oh Gott, was macht die denn da in ihrem Fahrerstand?&#8221; Oder Fahrgäste. Die gucken: wer sitzt da vorne drin? Hat er eine Zigarette in der Hand? Oder wenn ich eine Flasche Wasser an den Mund setzte, denken einige auch, ich trinke gerade Alkohol.</p>
<h3>Und privat?</h3>
<p>Ich rede viel schneller, seit ich hier arbeite. Aber das hat auch einen Grund: weil ich in möglichst kurzer Zeit viele Informationen übermitteln muss. Wenn ich zum Beispiel mitten auf der Strecke Fahrerwechsel habe und dem Kollegen noch etwas mitteilen muss. Der Zug kann nicht ewig irgendwo stehen. Die Fahrgäste wollen ja weiter. Dann sage ich: acht Wagen, in Ordnung. Ach übrigens: wie geht’s deiner Frau? Hast du am Wochenende frei? Hast du Urlaub gehabt? Du siehst so erholt aus. Dann muss der Zug schon weiterfahren und man ist wieder allein.<br />
Meinen Mann sehe ich auch nicht oft. Wir kommunizieren viel über Zettel.</p>
<h3>Was tun gegen Langeweile?</h3>
<p>Ich schaue mir zum Beispiel sehr gern die Menschen in den Bahnhöfen an, wenn ich dort mit dem Zug einfahre. Das ist teilweise ganz interessant. Was trägt die Frau im Sommer, was im Winter? Manchmal kriegt man da Inspiration und manchmal auch einen Schreck, wir sind ja hier leider nicht in Paris</p>
<div class="box box2">
<h4>Einsame Berufe</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=30">Übersicht &#8220;Kein Kollege in Sicht&#8221;</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=133">Fischer</a> </li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=146">Kranfüher</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=135">Schriftstellerin</a></li>
</ul>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Schriftstellerin - die einsame Form des Glücks</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=135</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=135#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 07:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kristin Joachim</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[Susanne Fischer. 47 Jahre alt. Hat 1995 ihr erstes Buch veröffentlich. Sie lebt und arbeitet in einem kleinen Dorf in Niedersachsen.
Zeit allein?
Wenn ich gerade etwas produziere, zieht sich das ja meist über mehrere Jahre hin, in denen ich mal zwei Stunden pro Woche, mal gar nicht und mal zehn Stunden sitze. Sagen wir mal, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Susanne Fischer. 47 Jahre alt. Hat 1995 ihr erstes Buch veröffentlich. Sie lebt und arbeitet in einem kleinen Dorf in Niedersachsen.</strong></p>
<h3>Zeit allein?</h3>
<p>Wenn ich gerade etwas produziere, zieht sich das ja meist über mehrere Jahre hin, in denen ich mal zwei Stunden pro Woche, mal gar nicht und mal zehn Stunden sitze. Sagen wir mal, in einer heißen Phase so ca. drei bis vier Stunden.</p>
<h3>Einsamkeitsgefühle?</h3>
<p>Die ganze Arbeit ist eben einsam. Ich kenne ja auch andere Autoren und könnte mit denen per Telefon kommunizieren und sagen, du ich hab da ein Problem und es läuft nicht so gut gerade. Aber ich hab auch tatsächlich kein Bedürfnis über das zu reden, solange es noch im Entstehen ist. Das ist wirklich ein ganz einsamer Prozess, der mich aber glücklich macht - eine spezielle Form des einsamen Glücks.</p>
<h3>Ticks?</h3>
<p>Wenn ich mich nicht sehr kontrolliere, könnte ich pausenlos essen. Ich schreibe gern, so ist es nicht. Aber es ist gleichzeitig so ein Gefühl von Anspannung, dem man gerne ausweicht. Ich entwickle den Tick ganz besonders, wenn niemand im Haus ist, der es verfolgen könnte. Ich rase dann in der Gegend rum, koche Kaffee oder hole mir Obst und noch ein paar Nüsse. Und ich nehme auch nicht die Kekspackung mit an den Computer, sonder gehe dreimal hin. Das sind so Ticks, um der Situation des Schreibens dann doch wieder irgendwie auszuweichen.</p>
<h3>Und privat?</h3>
<p>Ich mache beim Schreiben die Tür zu. Und am liebsten ist es mir, wenn niemand im Haus ist. Meine Familie muss sich dann darauf einstellen. </p>
<h3>Was tun gegen Langeweile?</h3>
<p>Ich schreibe ja mit dem Computer und der ist auch mit dem Internet verbunden. Und da gibt es auch Spiele. Man kann immer Abwechslung finden. Eigentlich sollte ich fürs Schreiben noch einen Computer haben, an dem das alles nicht möglich ist. An dem ich nicht zwischendurch Mails schreiben kann, oder rumsurfen oder mal ein bisschen Patiencen legen.</p>
<div class="box box2">
<h4>Einsame Berufe</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=30">Übersicht &#8220;Kein Kollege in Sicht&#8221;</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=133">Fischer</a> </li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=136">U-Bahnfahrerin</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=146">Kranfüher</a></li>
</ul>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fischer - keine nervenden Fragen</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=133</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=133#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 06:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kristin Joachim</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[Mario Weber. Seit 30 Jahren Berufsfischer auf den Seen um Potsdam. Der Einzige und Letzte. 47 Jahre alt.
Zeit allein?
Das sind so fünf Stunden. Also das ist dann meine Arbeit auf dem Wasser: Netze kontrollieren, aufstellen, leeren.
Einsamkeitsgefühle?
Kenne ich nicht. Ich genieße das einfach. Für mich ist das sehr viel Freude. Da muss ich keine Fragen beantworten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mario Weber. Seit 30 Jahren Berufsfischer auf den Seen um Potsdam. Der Einzige und Letzte. 47 Jahre alt.</strong></p>
<h3>Zeit allein?</h3>
<p>Das sind so fünf Stunden. Also das ist dann meine Arbeit auf dem Wasser: Netze kontrollieren, aufstellen, leeren.</p>
<h3>Einsamkeitsgefühle?</h3>
<p>Kenne ich nicht. Ich genieße das einfach. Für mich ist das sehr viel Freude. Da muss ich keine Fragen beantworten. Man kann sich in Gedanken verlieren, teilt sich die Arbeit selbst ein und ist für sich selbst verantwortlich.<br />
Allein zu arbeiten ist ein doppelter Genuss.</p>
<h3>Ticks?</h3>
<p>Für Ticks bleibt gar keine Zeit. Ich bin ja am Arbeiten. Das einzige ist die Fahrzeit, die nutzt man zur Erholung und man guckt ein bisschen in der Weltgeschichte rum. Und ich würde mal von mir behaupten, dass ich die kleinste Veränderung auf und am See feststelle. Welche Boote liegen wo, welche Tiere sind neu. Das fällt mir alles sofort auf.</p>
<h3>Und privat?</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/fischerstegklein.jpg' alt='fischerstegklein.jpg' /></p>
<p>Der Job hat bei mir immer Vorrang. Das Privatleben kommt irgendwann danach. Und man gewöhnt sich sehr an das Alleinsein. Vielleicht sogar zu sehr. Dann habe ich manchmal sogar Schwierigkeiten, überhaupt ein Gespräch zu führen.<br />
Man verliert auch durch die viele Arbeit allein Kontakte zu den Leuten. Und wenn man bei Freunden auf einer Feier ist, haben die dann ihre Themen, die sie jeden Tag gemeinsam durchkauen. Da habe ich dann schon Schwierigkeiten, mich  reinzufinden.</p>
<h3>Was tun gegen Langeweile?</h3>
<p>Langeweile? Ist mir noch nie aufgekommen. Ich habe einfach Spaß an meiner Arbeit. Ich gehe lachend zur Arbeit. Auch Regen oder Kälte machen mir nichts. Da gucke ich mich dann kurz um und denke: &#8220;Siehste, nur der Fischer ist draußen.&#8221; Das ist gut!</p>
<div class="box box2">
<h4>Einsame Berufe</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=30">Übersicht &#8220;Kein Kollege in Sicht&#8221;</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=136">U-Bahnfahrerin</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=146">Kranfüher</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=135">Schriftstellerin</a></li>
</ul>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Einsamkeit - ein Buchtipp für Gründliche</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=79</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=79#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 06:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Doris Anselm</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit mir]]></category>

		<category><![CDATA[Einsam]]></category>

		<category><![CDATA[Glücklich]]></category>

		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Problem
Wir können unserer Einsamkeit nicht entfliehen, wenn wir nicht wissen, warum wir einsam sind.

Eva Wlodarek: Jetzt geh ich&#8217;s an. Besseren Kontakt zu sich und anderen finden.
 Fischer Taschenbuch Verlag, 2003 (3. Auflage). ISBN 3-596-15066-3

Und das wissen wir oft deshalb nicht, so Eva Wlodarek, weil eine Neigung zu Einsamkeitsgefühlen Folge von negativen Erfahrungen in Kindheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Das Problem</h3>
<p>Wir können unserer Einsamkeit nicht entfliehen, wenn wir nicht wissen, warum wir einsam sind.
<div class="box">
<h4>Eva Wlodarek: Jetzt geh ich&#8217;s an. Besseren Kontakt zu sich und anderen finden.</h4>
<p> Fischer Taschenbuch Verlag, 2003 (3. Auflage). ISBN 3-596-15066-3
</p></div>
<p>Und das wissen wir oft deshalb nicht, so Eva Wlodarek, weil eine Neigung zu Einsamkeitsgefühlen Folge von negativen Erfahrungen in Kindheit und Jugend sein kann. Diese Erfahrungen sind kaum noch bewusst zugänglich. Ohne ihnen auf den Grund zu gehen, lassen sich Einsamkeitsgefühle auch mit nützlichen Tipps kaum bewältigen. </p>
<h3>Der Standpunkt</h3>
<p>Einsamkeit ist eine Herausforderung. Sie ist ein gelerntes Gefühl und hängt vor allem von drei Faktoren ab: Von unserer Grundeinstellung zum Leben, unserer Meinung von uns selbst und dem Grad unseres Vertrauens zu anderen Menschen. Diese Faktoren werden zwar auch durch Prägung beeinflusst, aber es ist möglich, sie zu verändern. Das bedeutet allerdings tägliche Arbeit.</p>
<h3>Die Lösung</h3>
<p>Der &#8220;Aktionsplan gegen Einsamkeit&#8221; beginnt bei Wlodarek ziemlich mutig: <img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/coverwlodarek_gerade_268.jpg' alt='coverwlodarek_gerade_268.jpg' />Der Schmerz der Einsamkeit soll mit Hilfe von Assoziationsübungen nicht gelindert, sondern verstärkt werden – um ihn dann als Impuls zur Veränderung einzusetzen. Später geht es vor allem darum, die Kontaktaufnahme einfach zu wagen. Und es gibt einen Tipp, der in den meisten anderen Ratgeberbüchern fehlt: &#8220;Nehmen Sie sich nicht so wichtig.&#8221; Wlodareks Argumente dazu lassen aufatmen und durchatmen. </p>
<h3>Der Praxiswert</h3>
<p>Die Autorin und Psychologin scheint Ihre zahlreichen Tipps für Einsame besonders gut verstecken zu wollen. Zwar bietet das Buch zahlreiche Listen, die optisch ähnlich gestaltet sind – doch nur in einigen finden sich Handlungsanweisungen. Die anderen zählen Anzeichen des Älterwerdens auf oder sogar Dinge, die man absolut nicht tun sollte im Kampf gegen die Einsamkeit. Verwirrung ist programmiert. </p>
<h3>Die Zielgruppe</h3>
<p>Wer genau wissen will, wie Einsamkeit funktioniert und dabei keine Scheu hat vor wissenschaftlichen Exkursen und philosophischen Einschüben (&#8221;Der Mensch ist ein zoon politikon, ein Gesellschaftstier&#8221;), der ist bei Eva Wlodarek an der richtigen Adresse. Stellenweise ist das sehr abstrakt. Doch für alle, denen schöne Lebensweisheiten allein nicht weiterhelfen, ist &#8220;Jetzt geh ich’s an&#8221; ideal: ein Kompendium für Gründliche.</p>
<div class="box box2">
<h4>Typsache Einsamkeit: Noch mehr Bücher</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=74"><strong>Für zarte Gemüter:</strong><br />
Einsamkeit überwinden. Von innerer Leere zu sich und anderen finden (Doris Wolf)</a> </li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=76"><strong>Für Eigenbrötler:</strong><br />
Die hohe Schule der Einsamkeit: Von der Kunst des Alleinseins (Mariela Sartorius)<br />
</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=78"><strong>Für Spaßvögel:</strong><br />
Einsamkeit: Die Entdeckung eines Lebensgefühls (Ulf Poschardt)</a></li>
</ul>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Sozialphobie: &#8220;Nur die wenigsten werden zum Partylöwen&#8221;</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=67</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=67#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 May 2008 16:31:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Klotz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit euch]]></category>

		<category><![CDATA[Allein]]></category>

		<category><![CDATA[Angst]]></category>

		<category><![CDATA[Einsam]]></category>

		<category><![CDATA[Krank]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=67</guid>
		<description><![CDATA[
Der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Andreas Ströhle über den Unterschied zwischen sozialer Angst und Schüchternheit, den Einfluss der Großstadt und die Heilungschancen von Sozialphobie…
Angst vor Menschen – das klingt erstmal paradox. Haben wir nicht alle das Bedürfnis nach Gemeinschaft?
Menschen mit sozialen Ängsten haben schon das Bedürfnis nach sozialen Kontakten. Sie erleben das auch als etwas, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><br />
Der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Andreas Ströhle über den Unterschied zwischen sozialer Angst und Schüchternheit, den Einfluss der Großstadt und die Heilungschancen von Sozialphobie…</strong></p>
<p><strong>Angst vor Menschen – das klingt erstmal paradox. Haben wir nicht alle das Bedürfnis nach Gemeinschaft?</strong></p>
<p>Menschen mit sozialen Ängsten haben schon das Bedürfnis nach sozialen Kontakten. Sie erleben das auch als etwas, was ihnen fehlt. Es gibt Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, die nicht darunter leiden, dass sie keine sozialen Kontakte haben und die auch nicht danach suchen. Aber Menschen mit sozialer Phobie leiden darunter. Sie haben das Gefühl, dass ihnen da was entgeht. Können es aber wegen der inneren Blockade und der Angst nur eingeschränkt ändern.</p>
<p><strong>Wovor haben Menschen mit sozialer Phobie Angst?</strong></p>
<p>Hauptsächlich haben diese Menschen Schwierigkeiten mit direkten sozialen Interaktionen. Beispielsweise im Gespräch mit dem Chef, in Prüfungssituationen, aber auch mit gegengeschlechtlichen Kontakten.<br />
Sie machen sich Sorgen, wie sie von anderen wahrgenommen werden. Sie haben Angst vor einer negativen Bewertung, davor, sich peinlich zu benehmen. Und sie haben Angst davor, dass andere merken, dass sie Angst haben und unsicher sind.</p>
<div class="box">
<h4>Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Ströhle&#8230;</h4>
<p>&#8230;geboren 1964 in Stuttgart<br />
&#8230;ist seit 2002 leitender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin<br />
&#8230;habilitierte im Fach Psychatrie zum Thema &#8220;Neurobiologie von Angst&#8221;<br />
&#8230;sein Forschungsschwerpunkt: Pathophysiologie und Therapie von Angst und Depression
</p></div>
<p><strong>Ist nicht jeder aufgeregt, wenn er einen Vortrag halten soll oder ein Gespräch mit dem Chef hat?</strong></p>
<p>Die Abgrenzung ist sehr schwierig. Die Anspannung und die gewisse Ängstlichkeit, die viele von uns haben, bringen einen eher positiven Effekt, wir sind aktivierter, leistungsfähiger in der Situation.<br />
Eine soziale Phobie liegt vor, wenn der Betroffene wirklich stark beeinträchtigt ist. Wenn die Ängstlichkeit und Aktivierung ihn hindert. Wenn er die Situation meidet oder vor lauter Ängstlichkeit und Anspannung nicht mehr richtig denken kann.</p>
<p><strong>Wissen die Betroffenen, dass sie eine Krankheit haben?</strong></p>
<p>Generell ist es natürlich sehr schwierig, sich einzugestehen, dass man Schwierigkeiten hat und Hilfe braucht. Gerade bei der sozialen Phobie ist die Abgrenzung zu einer normalen Schüchternheit sehr schwierig.<br />
Nur ein ganz, ganz kleiner Teil der Menschen, die unter einer sozialen Phobie leiden, wissen, dass das eine Krankheit ist. Viele denken, dass sie einfach nur schüchtern sind, dass sie einfach ein bisschen unsicherer und ängstlicher sind als andere.</p>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/268_experte-stroehle.jpg' alt='Dr. Andreas Ströhle' /></p>
<p><strong>Welche Ursachen lösen eine soziale Phobie aus?</strong></p>
<p>Zum einen spielen Lernerfahrungen eine wichtige Rolle. Wenn jemand wichtige soziale Fähigkeiten nicht entwickelt hat, nicht gelernt hat, wie man sozial interagiert, neigt er eher zu einer sozialen Phobie. Zum anderen kann es auch genetische Ursachen haben. Die Ursachenforschung auf dem Gebiet ist aber noch nicht abgeschlossen.</p>
<p><strong>Kann die soziale Angst komplett geheilt werden?</strong></p>
<p>Man behandelt einerseits mit Medikamenten und andererseits in einer kognitiven Verhaltenstherapie. Die Wenigsten werden zum Partylöwen. Aber die Behandlung ist schon so wirksam, als es dann den meisten gelingt, die Beeinträchtigung zu lösen und die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen.</p>
<p><strong>Warum sind besonders viele junge Menschen betroffen?</strong></p>
<p>Die Krankheit beginnt meist in der Pubertät. In dieser Zeit werden soziale Interaktionen immer bedeutsamer. Außerdem werden andere Anforderungen an die Jugendlichen gestellt: sich durchsetzen müssen, Leistungssituationen, aber auch gegengeschlechtliche Dinge. Mit diesen Anforderungen kommen eher soziale Phobien zum Vorschein. Die Faktoren der Umgebung und das Umfeld, in dem man lebt, spielen also eine wesentliche Rolle.</p>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema&#8230;</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=66">Wenn Menschen Angst vor Menschen haben</a></li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=154">Macht die Großstadt einsam?</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=72">Pro und Contra Einsamkeit: Vier Bücher</a></li>
</ul>
<p>Externe Links</p>
<ul>
<li><a href="http://www.angstambulanz-charite.de/">Die Angstambulanz der Charité</a></li>
</ul>
</div>
<p><strong>Hat es demnach auch einen Einfluss, ob man in der Großstadt lebt oder auf dem Land? </strong></p>
<p>Mir sind keine Studien zu dieser Frage bekannt. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass Menschen eher eine gewisse Sicherheit haben, wenn ein funktionierender, sozialer Verbund vorhanden ist und sie gelernt haben, wie soziale Interaktion funktioniert. Dann fällt es ihnen leichter, mit den Anforderungen, die kommen, umzugehen. Kinder, die mit einer allein erziehenden Mutter in der Großstadt leben, ohne viel Kontakte können ein geringeres Übungsfeld haben.</p>
<p><strong>Und wie ist das mit den allgemeinen Veränderungen in unserem Leben: Studieren fern des Elternhauses, Flexibilität im Job, globalisiert Beziehungsnetze knüpfen…?</strong></p>
<p>Es wird heiß diskutiert momentan, inwiefern es wirklich eine Zunahme von Angsterkrankungen und eben auch sozialen Ängsten gibt in den letzten Jahren. Manche meinen, da einen Trend zu sehen, dass es mehr wird.<br />
Ich kann mir schon vorstellen, dass in einer fremden Stadt und in fremder Umgebung solche Schwierigkeiten eher zum Vorschein kommen können.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>E-Mails für Dich</title>
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		<pubDate>Wed, 21 May 2008 16:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Schneller</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit dir]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer noch nicht vernetzt ist, kann nur keinen Internet-Anschluss haben: Die Internetseite &#8220;Zweinull.cc&#8221; hat allein 149 Social Networks im deutschen Web gezählt: Von den üblichen Verdächtigen StudiVZ.de, Myspace.de und Lokalisten.de bis hin zu Exoten wie Meine-Bundeswehr.de, Jux.de oder HalloHund.de. Auf allen wird fleißig &#8220;geadded&#8221;, &#8220;gegruschelt&#8221; und &#8220;gepostet&#8221;. Zwischen alten Freunden, aber auch zwischen völlig Fremden: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer noch nicht vernetzt ist, kann nur keinen Internet-Anschluss haben: Die Internetseite &#8220;Zweinull.cc&#8221; hat allein 149 Social Networks im deutschen Web gezählt: Von den üblichen Verdächtigen StudiVZ.de, Myspace.de und Lokalisten.de bis hin zu Exoten wie Meine-Bundeswehr.de, Jux.de oder HalloHund.de. Auf allen wird fleißig &#8220;geadded&#8221;, &#8220;gegruschelt&#8221; und &#8220;gepostet&#8221;. Zwischen alten Freunden, aber auch zwischen völlig Fremden: ICH/DU//IHR///.DE zeigt den Mailverkehr von Unbekannten im Web. Ihre Pseudonyme wurden von der Redaktion geändert, ansonsten hat alles 1 zu 1 so stattgefunden: </strong></p>
<p><strong><br />
<h3>Zu schön um wahr zu sein</h3>
<p></strong></p>
<p>Auf Myspace.com neue Leute kennenlernen kann jeder. &#8220;k*&#8221; ist die Freundin von einer Freundin von einem Freund, den &#8220;jack o.&#8221; auf seinem Profil &#8220;geadded&#8221; hat: Vier Klicks und er war auf ihrer Seite. Er schrieb sie an, sie schrieb zurück und es entwickelte sich zwischen den beiden über 3 Monate und 25 Mails ein reger Austausch zwischen heißem Flirt und Brieffreundschaft - aus Unbekannten wurden Vertraute. </p>
<p><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=128">Die Begegnung von &#8220;jack o.&#8221; und &#8220;k*&#8221; auf Myspace.com</a></p>
<p><strong><br />
<h3>Luder-Alarm</h3>
<p></strong></p>
<p>Die virtuelle Welt auf Lokalisten.de ist klein: Jeder kennt über ein paar Ecken Jeden aus dem &#8220;Real Life&#8221;. &#8220;aissi&#8221; war raus aus der Szene, seine Band hatte ihn gerade vor die Tür gesetzt. In seiner Verzweiflung bekam er Post von &#8220;yasemin333&#8243;, einer Schönheit, die exakt seinen Geschmack traf und ihn wieder träumen ließ: Vom Rock&#8217;n'Roll und heißen Nächten. Es entstand ein sehr intensiver Mail-Verkehr zwischen den beiden. Bis das böse Erwachen kam.</p>
<p><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=126">Die Begegnung von &#8220;aissi&#8221; und &#8220;yasemin333&#8243; auf Lokalisten.de</a></p>
<h3>Verhaltens-Knigge fürs Social Networking</h3>
<p>Social Networking: So geht&#8217;s richtig. ICH/DU//IHR///.DE hat für Dich ein paar Regeln zusammengestellt. </p>
<p><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=348">Zum Knigge geht&#8217;s hier lang</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Und täglich grüßt die Webcam: Liebe auf Distanz</title>
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		<pubDate>Wed, 21 May 2008 15:57:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anja Herr</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit dir]]></category>

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		<description><![CDATA[Sahne-Kirsch ist ihr Lieblingseis, aber es schmeckt nicht. Nicht heute. Es hat einen traurigen Nachgeschmack, weil Ian nicht mit zwei Kugeln Schoko neben ihr herschlappt und mit gespieltem Ernst den Kopf schüttelt über ihre Vorliebe für Sahne-Kirsch. &#8220;What a strange flavor&#8221; hat er dann immer gesagt, wenn sie am Landwehrkanal in Kreuzberg entlang schlenderten. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sahne-Kirsch ist ihr Lieblingseis, aber es schmeckt nicht. Nicht heute. Es hat einen traurigen Nachgeschmack, weil Ian nicht mit zwei Kugeln Schoko neben ihr herschlappt und mit gespieltem Ernst den Kopf schüttelt über ihre Vorliebe für Sahne-Kirsch. &#8220;What a strange flavor&#8221; hat er dann immer gesagt, wenn sie am Landwehrkanal in Kreuzberg entlang schlenderten. Das war vor einem Jahr. Heute sind hier lauter knutschende Pärchen unterwegs, und Mona denkt: &#8220;Scheiße&#8221;. Denn gerne würde sie auch knutschen. Ihn. Ian. Aber er ist etwa 15 Flugstunden von einem Schokoeis am Landwehrkanal entfernt.</strong></p>
<h3>Jedes siebte Paar lebt in Fernbeziehung</h3>
<p>Seit einem Jahr leben Mona und Ian in einer Fernbeziehung. Als er nach Berlin kam, wollte er eigentlich nur für ein paar Wochen die Stadt kennen lernen, nur ein bisschen flirten, mit Berlin, mit Mona. Und dann verliebte er sich in beide gleichzeitig – aber der Rückflug war schon gebucht, sein Konto war leer. Nur zwei Mal konnte Mona ihn bisher in Portland besuchen, für jeweils zwei Wochen. &#8220;Und wenn die Zeit dann vorbei war, hieß es immer: Bis zum nächsten Tschüss.&#8221; <img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/fernbeziehung-klein-1.jpg' alt='fernbeziehung-klein-1.jpg' /><br />
Immerhin ist sie mit dem Problem nicht allein: &#8220;Fernbeziehungen sind eine der relevantesten Beziehungsformen der Gegenwart&#8221;, sagt der Paarforscher Peter Wendl. Momentan lebt mindestens jedes siebte Paar in Deutschland in einer Fernbeziehung, Tendenz steigend. Jeder vierte Akademiker hat Freund oder Freundin an einem anderen Ort. Trotzdem könne man eine glückliche Beziehung führen, glaubt Wendl: &#8220;Vorausgesetzt, die Kommunikation stimmt.&#8221;</p>
<h3>Die Webcam als Rettung</h3>
<p>&#8220;Was uns echt rettet ist das Telefonieren übers Internet mit Webcam&#8221;, sagt Mona. Dazu verabreden sich die beiden fast täglich. Auch wenn sie dann oft in unterschiedlichen Stimmungen sind: Sie hat gerade gefrühstückt und muss zur Arbeit, er geht gleich Party machen – &#8220;aber wenigstens können wir uns sehen&#8221;, sagt Mona und guckt verträumt. Auch Fernbeziehungsratgeber hat sie gewälzt. Man solle gemeinsam den gleichen Film schauen, jeder in seiner Stadt, aber doch gleichzeitig. Für Mona und Ian unmöglich – bei neun Stunden Zeitverschiebung klappt das nicht. <img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/miss-you.jpg' alt='miss-you.jpg' />Andere Tipps waren aber ganz hilfreich. Zum Beispiel machen sie sich regelmäßig kleine Geschenke: Sie schickt ihm Postkarten, er bastelt ihr Mix-CDs. Sie vereinbaren feste Termine, an denen sie bewusst über ihre Beziehung sprechen. Klingt anstrengend. &#8220;Aber es ist schon gut, sich regelmäßig bewusst zu werden, ob man die Beziehung überhaupt will und welche Gefühle für den anderen da sind. Beim Telefonieren fällt so was leicht unter den Tisch&#8221;, glaubt Mona.</p>
<h3>Cybersex oder was?!</h3>
<p>Eines kann man durch Reden allerdings nicht ersetzen: Sex! Und jetzt? Cybersex oder was?! &#8220;Nein, danke&#8221;, dachte sie sich. Auch Telefonsex findet sie irgendwie komisch. Er zum Glück auch. Aber erotische Fotos von sich hat sie ihm geschickt. &#8220;Ich habe mir meine Kamera geschnappt und mich in Pose geworfen&#8221; erzählt sie. Als sie sich daran erinnert, muss sie plötzlich lachen: &#8220;Was man für so &#8216;ne Fernbeziehung nicht alles tut.&#8221;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Rettet das „Sie“!</title>
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		<pubDate>Wed, 21 May 2008 15:54:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Doris Anselm</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit dir]]></category>

		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Franzosen tun es, manche sogar in der Ehe. Die Angelsachsen können es gar nicht. Und die Deutschen fragen sich ab und zu, ob sie damit aufhören sollten. Die Rede ist vom Siezen. Wer besonders jung, cool und international erscheinen möchte, wer stolz die flachen Hierarchien seiner Firma vorführen will, der mustert die formelle Höflichkeitsanrede [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Franzosen tun es, manche sogar in der Ehe. Die Angelsachsen können es gar nicht. Und die Deutschen fragen sich ab und zu, ob sie damit aufhören sollten. Die Rede ist vom Siezen. Wer besonders jung, cool und international erscheinen möchte, wer stolz die flachen Hierarchien seiner Firma vorführen will, der mustert die formelle Höflichkeitsanrede gern aus. Zu Unrecht: Das &#8220;Sie&#8221; kann einfach mehr als das kumpelhafte &#8220;Du&#8221;. Sechs Argumente, nicht nur für Sprachritter. </strong></p>
<h3>Hackordnungen, schlecht verschleiert</h3>
<p>In der Firma herrscht eine Atmosphäre wie im Haifischbecken, ein Ton wie auf dem Kasernenhof und ein undurchschaubares Bündnisnetz wie kurz vor dem Ersten Weltkrieg in Europa. Und bei alledem duzt man sich auch noch. Ein solcher Betrieb demonstriert keine flachen Hierarchien, sondern treibt seine Mitarbeiter in die Schizophrenie. Wer das &#8220;Du&#8221; will, muss auch Beziehungen pflegen. Das wiederum geht aber auch in der &#8220;Sie&#8221;-Form.</p>
<h3>Im Ton vergriffen? &#8220;Sie Arschloch!&#8221; sagt sich schwerer</h3>
<p>Doch auch, wenn die Basisdemokratie im Büro längst eingeführt ist: Dem Chef mal gehörig die Meinung sagen, ist eine Sache. Sich dabei ein &#8220;Du Arschloch!&#8221; herausrutschen zu lassen, eine ganz andere. Auf &#8220;Sie&#8221;-Basis wäre das nicht passiert.</p>
<h3>Das Recht, nicht angekumpelt zu werden</h3>
<p>Endlich ein weiteres Menschenrecht. Auf www.knigge.de liest sich das so: &#8220;Jede volljährige Person hat nach allgemeiner Auffassung ein Recht darauf, mit SIE angesprochen zu werden. Dies ist die Regel, das DU demnach die Ausnahme.&#8221; Bei den meisten Radiomoderatoren, IKEA-Verkäufern und den Machern dieser Website ist diese Resolution allerdings noch nicht angekommen.  </p>
<h3>Korrupte Klüngel: Der Duzfreund</h3>
<p>Gerade dort, wo sich normalerweise alle siezen, richtet der strategische Einsatz des &#8220;Du&#8221; die größten Verwüstungen an. Es scheint fast so, als hinge die Masse des Drecks am Stecken von Politikern und Wirschaftsbossen proportional mit der Anzahl ihrer Duzfreunde zusammen. Das Klüngel-Du ist unverzichtbar für Lustreisen und Absprachen unter dem Tisch. Ein bisschen mehr Professionalität, ein bisschen mehr &#8220;Sie&#8221; könnte hier enorm helfen.</p>
<h3>Ehekrach oder Belästigung? Das &#8220;Sie&#8221; in der Selbstverteidigung</h3>
<p>Was aber nun, wenn die Bordellbesuche auf Firmenkosten endlich abgeschafft sind und die rastlosen Manager mit Triebstau im Park herumstehen? Auch hier hilft das &#8220;Sie&#8221; weiter. Ein alter Trick aus Selbstverteidigungskursen für Frauen: Den zudringlichen Herrn bei der Abwehr immer siezen. Ein &#8220;Du&#8221; könnte Passanten davon abhalten, zu Hilfe zu eilen, weil sie an einen privaten Beziehungsstreit glauben.</p>
<h3>Öfter mal was Neues: &#8220;Hamburger Sie&#8221; &#038; Co.</h3>
<p>Im Grunde ist das &#8220;Sie&#8221; nur die Zusammenfassung vieler Höflichkeitsanreden, die früher üblich waren oder regional verwendet werden. Warum sollte man sich nicht von diesen Formen inspirieren lassen? Das &#8220;Hamburger Sie&#8221; beispielsweise kombiniert den Vornamen mit dem formellen &#8220;Sie&#8221;. Eine gute Lösung zwischen Duzen und Siezen. Früher wurde auch ge&#8221;er&#8221;zt und ge&#8221;ihr&#8221;zt, aber mit solcher Anrede löst man heute doch eher Irritation aus. Dennoch gilt: Abwechslung erfreut, auch bei der Anredeform.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sex? Neosex!</title>
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		<pubDate>Wed, 21 May 2008 15:51:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Irène Bluche</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit dir]]></category>

		<category><![CDATA[BEZIEHUNG]]></category>

		<category><![CDATA[LIEBE]]></category>

		<category><![CDATA[Sex]]></category>

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		<description><![CDATA[Eija-Riitta ist Witwe, seit die Berliner Mauer nicht mehr steht. Sie hatte die Mauer 1979 geheiratet und trägt seitdem den Doppelnamen Eija-Riitta Eklöf-Mauer. Schöne Mauern und Zäune machen sie nervös wie andere Menschen Pin-Up Bilder. Eija Riitta ist nicht allein mit ihrer Vorliebe. Sandys große Liebe ist das World Trade Center in New York. Joachim [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eija-Riitta ist Witwe, seit die Berliner Mauer nicht mehr steht. Sie hatte die Mauer 1979 geheiratet und trägt seitdem den Doppelnamen Eija-Riitta Eklöf-Mauer. Schöne Mauern und Zäune machen sie nervös wie andere Menschen Pin-Up Bilder. Eija Riitta ist nicht allein mit ihrer Vorliebe. Sandys große Liebe ist das World Trade Center in New York. Joachim hat eine Fernbeziehung zu einer Dampflok. Bill ist unsterblich in sein iBook verliebt.</strong> </p>
<h3>Sex für Minderheiten</h3>
<p>Eija-Riitta, Sandy und die anderen sind nicht verrückt und auch keine Fetischisten. Sie sind objektsexuell. So wie andere Menschen heterosexuell sind oder bisexuell. Sie lieben Gegenstände wie gleichwertige Wesen. Die Objektsexualität ist eine von vielen neuen sexuellen Richtungen unseres Jahrhunderts. Volkmar Sigusch, Pionier der Sexualwissenschaft, hat sie unter dem Begriff der Neosexualitäten zusammengefasst. Nach der sexuellen Revolution der 1960er Jahre verschwanden nach und nach Tabus, die jahrhundertelang Menschen daran gehindert hatten, ihre Sexualität auszuleben. Homosexuelle können inzwischen in vielen Ländern heiraten, Jugendliche bekennen sich schon in der Schulzeit zu ihrer Bisexualität, Operationen für Transsexuelle zahlt die Krankenkasse. </p>
<h3>Sex für Hartgesottene</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/bericht_wtc_klein.jpg' alt='World Trade Center NY' /> </p>
<p>Entscheidend für das Entstehen neuer Sexualitäten ist ein weiterer Faktor: Niemand muss noch heiraten und sich zahlreich vermehren. Sex haben wir heute um des Sexes willen. L’art pour l’art. Alles ist möglich und (fast) nichts verboten. Begriffe wie Sadomasochismus, Bondage und Gruppensex lassen keinen mehr erschauern. Sexanzeigen überschwemmen den Leser mit Abkürzungen für Dinge, die unseren Großeltern noch das Blut in den Adern gefrieren ließen. Unsere Eltern wiederum konnten über diese Dinge nicht genug erfahren. Die Generation der heute 30-Jährigen regt sich nicht mehr so leicht auf. Sexualwissenschaftler Sigusch sagt dazu: &#8220;Sexualität ist heute nicht mehr die große Metapher des Rausches, des Höhepunktes, der Revolution, des Fortschritts und des Glücks.&#8221; Sexualität ist so normal, dass sie banal geworden ist.</p>
<h3>Sex für jeden</h3>
<p>Zwischen diesen Widersprüchen findet jeder seinen Platz. Wenn Sex banal ist, dann kann ein Asexueller offen dazu stehen, dass er Sex uninteressant findet und sich beim Anblick nackter Menschen langweilt. Und Eija-Riitta Eklöf-Mauer und Sandy dürfen ihre Türme und ihre Mauern so lieben wie andere ihren menschlichen Ehemann auf der Couch. </p>
<div class="box box2">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=99">Neosex - das Interview</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=101">Polygamie reloaded</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=65">Sex mit dem Ex</a></li>
</ul>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Geheim geliebt</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=170</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=170#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 May 2008 15:48:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carolina Quesada</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit dir]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie ist jung, erfolgreich, sexy – und bei ihrem Partner trotzdem immer nur die Nummer zwei. Das Model Ciara L.* hat ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann. Seit sieben Jahren hofft sie, dass der mehrfache Vater für sie seine Familie verlässt. Jetzt will sie sich von ihm trennen.

Ein Verhältnis zu einem mehrfachen Vater - haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie ist jung, erfolgreich, sexy – und bei ihrem Partner trotzdem immer nur die Nummer zwei. Das Model Ciara L.* hat ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann. Seit sieben Jahren hofft sie, dass der mehrfache Vater für sie seine Familie verlässt. Jetzt will sie sich von ihm trennen.</strong><br />
<strong><br />
Ein Verhältnis zu einem mehrfachen Vater - haben Sie jemals daran gedacht, dass Sie eine Familie zerstören könnten?</strong></p>
<p>Nein, komischerweise nie. Ich finde: Wenn ein Mann fremdgeht, ist es seine Entscheidung. Er zerstört die Familie.</p>
<p><strong>Haben Sie von ihm gefordert, dass er sich von seiner Frau trennt?</strong></p>
<p>Ja, habe ich. David* hat aber gesagt, das gehe nicht, weil er sich nicht vorstellen könne, ohne seine Kinder zu sein und sie nicht täglich zu sehen.<br />
<strong><br />
Hat Sie das verletzt?</strong></p>
<p>Ich habe mich damit abgefunden, Geliebte zu sein. Ich war so verliebt, dass ich gesagt habe: Okay, dann trennst du dich nicht. Mir war auch klar, dass es nichts bringt, ihn zu zwingen. Ich wusste, dass wir nicht miteinander glücklich werden können, wenn David unglücklich getrennt ist.<br />
<img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/geliebtekleinf.jpg' alt='geliebtekleinf.jpg' /><br />
<strong>Wie öffentlich kann denn eine außereheliche Beziehung sein? </strong></p>
<p>Wir haben es auf der Straße nicht verheimlicht. Wenn wir raus gegangen sind, haben wir Händchen gehalten. In Cafés oder Restaurants haben wir uns wie jedes andere verliebte Paar benommen. Wir haben uns auch geküsst. Alle meine Freunde wussten davon. Er hat sogar meine Mutter kennen gelernt. </p>
<p><strong>Hatte David keine Angst erwischt zu werden?</strong></p>
<p>Nein, komischerweise hat er sich nie darüber Gedanken gemacht, dass ihn auf der Straße jemand erkennen könnte. Ich glaube er hat so ein bisschen Russisches Roulette gespielt. So nach dem Motto: wenn es rauskommt, kann ich ja eh nichts mehr tun.<br />
<strong><br />
Ist es ein Reiz für Sie, dass David verheiratet ist?</strong></p>
<p>Nein. Wäre er frei gewesen, hätte mir das natürlich viel besser gefallen. Es ist für mich überhaupt kein Reiz, einer Frau ihren Mann weg zu nehmen. Das finde ich scheiße. Aber es war halt diese ganz große Liebe. </p>
<p><strong>Wie haben Sie sich gefühlt, wenn er zu seiner Familie zurück ging? </strong></p>
<p>Das ist das Schlimmste daran, Geliebte zu sein. Es hat mir jedes Mal das Herz aus der Brust gerissen, wenn er nach dem Sex gegangen ist. Es war nicht nur Sex, es war ja Liebe. Ich habe jedes Mal gedacht, ich sterbe gleich, es ist unerträglich, ich drehe durch, weil es ein so seelischer Schmerz war.</p>
<p><strong>Warum konnte er nicht über Nacht bleiben? War er nie auf &#8220;Dienstreise&#8221;?</strong></p>
<p>Nein, er hat sagt, er könne nicht lügen, nur verschweigen. Deshalb ging er immer so, dass ihm seine Frau keine unbequemen Fragen stellen konnte. Und das hat er nach Gefühl gemacht. Weil er ja sowieso freiberuflich ist, gab es keine bestimmten Zeiten.<br />
<img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/geliebteklein2.jpg' alt='geliebteklein2.jpg' /><br />
<strong>Haben Sie während dieser Affäre mit anderen Männern geschlafen?</strong></p>
<p>Kein anderer Mann durfte mich anfassen. Meine Freunde haben sich natürlich über mich lustig gemacht: Wie? Du bist einem verheirateten Mann treu, wie albern ist das denn? Der geht jede Nacht zu seiner Frau ins Bett und du bist ihm treu.</p>
<p><strong>Wie haben Sie sich dabei gefühlt?</strong></p>
<p>Die Liebe war so groß, dass mir das egal war. Die Meinung anderer Leute war mir immer egal. Außerdem hat David mir den Eindruck vermittelt, dass er nicht mehr mit seiner Frau schläft. Später hat er mir gesagt, dass er in den ersten drei Jahren unserer Beziehung doch noch mit ihr Sex hatte. Ab diesem Moment hatte ich kein schlechtes Gewissen, mit jemand anderem ins Bett zu gehen. Ich sagte mir: Hey, wenn er in den ersten drei Jahren noch schön locker flockig mit seiner Frau geschlafen hat, dann kann ich hier machen, was ich will. Das war einer der Wendepunkte in unserer Beziehung, die mich sehr verletzt haben.</p>
<p><strong>Gab es weitere Erlebnisse, die Ihr Verhältnis verändert haben?</strong></p>
<p>Nach fünf Jahren hat er mir gesagt: Hättest du mich im ersten halben Jahr unserer Beziehung gezwungen, mich zu trennen, hättest du wirklich darauf bestanden – dann hätte ich mich getrennt. Das zu hören, war ein Dolchstoß. Da hätte er auch ein Messer nehmen und es mir ins Herz stechen können.<br />
(Ciara weint.)<br />
Dann habe ich für mich entschieden: so kann es nicht weitergehen, ich zerstöre mich selbst. Egal, wie stark diese Liebe ist, mein Selbstschutz muss stärker sein. Ich wusste: wenn ich die Beziehung weiterführe, gehe ich zu Grunde.<br />
<strong><br />
Haben Sie versucht, sich von David zu trennen?</strong></p>
<p>Ich habe jetzt schon drei Versuche hinter mir und irgendwie kamen wir immer wieder zusammen.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>Ich konnt’s nicht lassen, die Liebe war einfach immer noch zu groß. Er hat die Trennung nie akzeptiert und hat mich innerlich nie los gelassen. Und jetzt befinde ich mich in einem großen Dilemma: Ich habe eine andere Person kennen gelernt, die ich toll finde und die mich fasziniert. Aber diese Liebe, die ich zu David habe, lässt sich ja nicht einfach so abstellen, die läuft jetzt so ein bisschen parallel. Ich habe David aber schon seit drei Wochen nicht mehr gesehen.</p>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=169">Selbstbefriedigung – das Interview</a></li>
<li><a href="http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=101">Polygamie reloaded</a></li>
</ul>
<h4>Externe Links</h4>
<ul>
<li><a href="http://www.diegeliebte.de/">diegeliebte.de</a></li>
</ul>
</div>
<p><strong>Würden Sie ein solches Verhältnis noch mal anfangen?</strong></p>
<p>Nein, für mich ist klar: nie wieder. Das Erste, was ich checke, wenn ich einen Mann kennen lerne, ist jetzt: Ist er verheiratet? Hat er eine Freundin? Oder gar Kinder? Eine Affäre mit einem Mann, der vergeben ist - das will ich in meinem Leben um Gottes willen nie wieder. Sieben Jahre Erfahrung reichen mir aus.</p>
<p>*Namen von der Redaktion geändert</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ichduihr.ems-projekte.de/?feed=rss2&amp;p=170</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Sex mit dem Ex: Vergiss es!</title>
		<link>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=65</link>
		<comments>http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=65#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 May 2008 15:45:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Hoffmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit dir]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ichduihr.ems-projekte.de/?p=65</guid>
		<description><![CDATA[Dein Partner hat Dich verlassen. Du willst ihn/sie wieder haben. Aber Vorsicht: Dabei kann so ziemlich alles schief gehen. 


Verfolgungsjagd:
Du lauerst Deiner Ex im Supermarkt auf. Gehst ständig an ihrem Haus vorbei, in der Hoffnung sie zu treffen. Siehst Du sie, beschleunigst Du Deine Schritte und versuchst sie einzuholen. Völlig außer Atem gestehst Du ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dein Partner hat Dich verlassen. Du willst ihn/sie wieder haben. Aber Vorsicht: Dabei kann so ziemlich alles schief gehen. </strong></p>
<div class="foto-box">
<img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/pict01.jpg' alt='Verfolgungsjagd' /></p>
<p><strong>Verfolgungsjagd</strong>:<br />
Du lauerst Deiner Ex im Supermarkt auf. Gehst ständig an ihrem Haus vorbei, in der Hoffnung sie zu treffen. Siehst Du sie, beschleunigst Du Deine Schritte und versuchst sie einzuholen. Völlig außer Atem gestehst Du ihr Deine Liebe.<br />
Reaktion deiner Ex: Sie ergreift die Flucht und wendet sich umgehend an einen Stalkingberater.</p>
</div>
<div class="foto-box">
<img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/ex-telefonterror03.jpg' alt='Telefonterror' /></p>
<p><strong>Telefonterror:</strong><br />
Du rufst ständig bei Deinem Ex an. Auf seinen AB lallst Du „I will always love you“ – unterbrochen von kurzen Schluchzseufzern.<br />
Seine Reaktion: Er schneidet alles mit und verkauft Deine Gesangseinlagen an eine Radio-Pannen-Show.</p>
</p></div>
<div class="foto-box">
<img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/ex-blumen02.jpg' alt='Mann mit Geschenken' /></p>
<p><strong>Geschenke:</strong><br />
Du stellst Deiner Ex-Freundin kübelweise rote Rosen vor die Tür. Versteckst in ihrem Pausenbrot einen Ring, in dem Dein Name eingraviert ist. Du lässt ihr Pralinen bringen.<br />
Reaktion Deiner Ex: Sie stolpert über die Rosen und ist stinksauer. Beim Genuss ihres Pausenbrots beißt sie sich eine Krone aus. Sie verliebt sich in ihren Zahnarzt. </p>
</p></div>
<div class="foto-box">
<img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/ex-betteln05.jpg' alt='Weinende Frau' /></p>
<p><strong>Betteln:</strong><br />
Du stehst unter dem Fenster Deines Ex-Freunds. Du spielst Mandoline. Du heulst bis alle Nachbarn wach sind.<br />
Seine Reaktion: Er übertönt Dein Schluchzen mit Heavy-Metal aus dem Ghettoblaster. Dann kippt er Dir einen Eimer Wasser über den Kopf. </p>
</p></div>
<div class="foto-box">
<img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/ex-argumente04.jpg' alt='Argumentierender Mann' /></p>
<p><strong>Argumente:</strong><br />
Du sagst zu Deiner Ex: „Wir hatten doch so eine schöne Zeit. Wir sind das Traumpaar.“<br />
Ihre Reaktion: Sie kramt die Bilder vom letzten Italienurlaub raus – und verbrennt sie. Das war der Urlaub, als Du mit der drallen Kellnerin geknutscht und anschließend in den Pool gekotzt hast. </p>
</p></div>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
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		<title>Ein Freund wie C3PO</title>
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		<pubDate>Wed, 21 May 2008 15:42:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Irène Bluche</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[mit dir]]></category>

		<category><![CDATA[BEZIEHUNG]]></category>

		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte&#8221;. Das wusste schon der alte George Bernard Shaw. Wenn die Eltern zu Hause streiten – wen rufst Du weinend an? Deine beste Freundin. Wenn Deine Frau Dich verlässt – wer trinkt sich mit Dir ins Delirium? Dein bester Freund. Aber was ist eigentlich ein bester Freund?
In der Fiktion sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte&#8221;. Das wusste schon der alte George Bernard Shaw. Wenn die Eltern zu Hause streiten – wen rufst Du weinend an? Deine beste Freundin. Wenn Deine Frau Dich verlässt – wer trinkt sich mit Dir ins Delirium? Dein bester Freund. Aber was ist eigentlich ein bester Freund?</strong></p>
<p>In der Fiktion sind beste Freunde Helden. Ein Hobbit opfert sich für den anderen, ein Droid kann ohne sein Gegenstück nicht sein. Harry Potter hätte es nicht mal zum Ende seines ersten Abenteuers gebracht, wenn Ron nicht gewesen wäre.<br />
Winnetou wäre auch schon in Teil Eins am Marterpfahl zu Grunde gegangen, wäre da nicht Old Shatterhand im Morgengrauen vorbei geritten. </p>
<h3>Der Freund und das Glück</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/frodo-und-sam-playmobil_klein1.jpg' alt='Frodo und Sam.jpg' /></p>
<p>Der beste Freund war schon immer da. Und jeder hofft, dass er es auch immer sein wird. Eine Freundin, die Dich schon kannte, als Du noch einen Setzkasten über dem Jugendbett hattest und küssen eklig war. Eine Freundin, die auch noch bei Dir sein wird, wenn deine Haare weiß geworden sind und Ihr auf drei geschiedene Ehen zurückblicken könnt.<br />
Ein Freund, vor dem Dir nichts peinlich ist und den Du als erstes anrufst, wenn Du den neuen Job bekommen hast. Ein Freund, mit dem Du am Telefon Tatort gucken kannst, während Du Dir die Fußnägel schneidest. Die Beziehung zum besten Freund gehört zu den &#8220;echten und wahren Freundschaften&#8221;, wie der emeritierte Psychologieprofessor und Psychoanalytiker Horst Petri sagt. &#8220;Es ist ein Glücksfall, solche Freunde zu finden.&#8221; </p>
<h3>Der Freund und das Universum</h3>
<p>Wie auch George Bernard Shaw schon feststellte, sind Freunde oft der Ausgleich für ungeliebte Verwandte. Psychologe Petri spricht dabei von &#8220;Wahlverwandtschaften&#8221;.<br />
Freunde sind nicht zwangsläufig ein Familienersatz, sie können auch eine Bereicherung zu engen Verwandtschaftsbeziehungen sein. Dennoch ist auffällig, dass unsere Filmhelden allein im Leben stehen. Winnetou muss erst seine Familie verlieren, um Old Shatterhands Blutsbruder zu werden. R2D2 und C3PO, die beiden heimlichen Star Wars-Helden, rollen und staksen stets fern ihrer Bauartgenossen durch das Universum. Frodo kann nur deshalb mit Sam Mittelerde retten, weil niemand ihn zu Hause hält. </p>
<h3>Der Freund und der Helfer</h3>
<p><img src='http://ichduihr.ems-projekte.de/wp-content/uploads/harryundseineplaymobilfreunde_klein1.jpg' alt='Harry, Ron und Hermione' /></p>
<p>&#8220;Ich kann ihn nicht für Dich tragen, aber ich kann Dich tragen!&#8221; keucht Sam und schultert mit seinen letzten Kräften Frodo samt Ring auf den letzten Schritten zum Schicksalsberg. Genau dafür sind Freunde da, sagt Professor Petri: &#8220;Der beste Freund hat die Aufgabe, den anderen vor unnötigen Gefahren zu schützen und in schwierigen Lebenssituationen zu stützen.&#8221; Das könne laut Petri nur der beste Freund mit einer &#8220;Exklusivität und Unbedingtheit&#8221;, die andere Freunde nicht erreichen könnten. </p>
<h3>Der Freund und der Gegensatz</h3>
<p>Gegensätze ziehen sich an? Gleich und Gleich gesellt sich gern? Bei besten Freunden ist beides möglich. Petri ist allerdings der Ansicht, dass nur zwischen Freunden, die sich ähnlich sind, eine wirklich tiefe Bindung entstehen kann. Unterschiedliche Paare könnten sich aber auch ergänzen, um gegenseitig &#8220;unerfüllte Seiten zu komplettieren&#8221;. Diesen Gegensatz finden wir auch bei unseren Filmfreunden. Stets ist einer der schönere, der mutigere, der erfolgreichere. Viele wären lieber Frodo als Sam, R2D2 als C3PO, Harry als Ron. Doch diese Helden wären ohne ihren besten Freund niemals das, was sie sind. </p>
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